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Neoplan Plauen wird Bus Modification Center

280 Arbeitsplätze sollen verlagert werden

Das bisherige Neoplan-Werk in Plauen wird ab Mai 2015 eine neue Funktion im MAN-Werksverbund erhalten: Dort entsteht ein neues Bus Modification Center (BMC) für Linien- und Reisebusse der Marken MAN und NEOPLAN. Rund 140 Mitarbeiter werden spezielle Kundenwünsche bei der Endausstattung der Fahrzeuge erfüllen.

So sollen in Plauen künftig neue Mannschaftsbusse für europäische Top-Fußballvereine wie Bayern München und Paris Saint-Germain exklusiv ausgestattet werden, teilt MAN mit.

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Bis zum Mai 2015 erfolgt die Verlagerung der Neoplan-Busproduktion von Plauen ins MAN-Werk nach Ankara. Die 420 Plauener Mitarbeiter erhalten eine Jobgarantie. Sie können zu Volkswagen Sachsen in das benachbarte Werk Zwickau wechseln. MAN garantiert auch die Erfüllung aller bestehenden sowie für 2014 unterzeichneten Ausbildungsverträge.

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„Jeder Mitarbeiter erhält einen Arbeitsplatz im Konzern. Und der Standort Plauen bleibt im MAN-Werksverbund mit rund 140 Arbeitsplätzen erhalten“, sagte Anders Nielsen, Vorstandssprecher der MAN Truck & Bus AG. „Dieser Kompromiss wird gemeinsam von Vorstand und Arbeitnehmervertretern getragen.“

Mitte Mai hatte MAN die Mitarbeiter über die Verlagerung der Busfertigung vom Neoplan-Standort nach Ankara informiert und den Mitarbeitern neue Arbeitsplätze bei Volkswagen Sachsen in Aussicht gestellt.

Für spezielle Kundenwünsche von Lkw-Kunden betreibt MAN seit vielen Jahren zwei Truck Modification Center (TMC) in Wittlich (Rheinland-Pfalz) und Ismaning (Bayern). Plauen wird ab 2015 das erste Bus Modification Center.

Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer zur aktuellen Lage bei Neoplan:

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„Die Aussage von MAN Truck & Bus, dass ‚Plauen als MAN Standort mit 140 Arbeitsplätzen erhalten‘ bleibt, ist besser als die Situation vergangene Woche, kann aber keinesfalls als ausreichend akzeptiert werden. Auch wenn 280 Mitarbeiter von VW ein Übernahmeangebot von Zwickau/Mosel erhalten sollen und damit sozial abgesichert sind, bleibt die Tatsache, dass bei Neoplan Plauen in einem auch mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen und der Europäischen Union ausgebauten hochmodernen Werk 280 Arbeitsplätze für den Standort Plauen/Vogtland verloren gehen. Die Komplettmontage von Premiumreisebussen – die letzte Fertigungsstätte in Deutschland! – wird nicht mehr in Plauen stattfinden. Dafür können die heutigen Zusagen nicht als ausreichend bewertet werden!“, so der OB.

„Ich fordere das Unternehmen Volkswagen als Mutterkonzern der MAN auf, am Standort Plauen wieder ein Produkt zu fertigen, das technologisch auch so anspruchsvoll ist wie die Produkte, die abgezogen wurden. Ich fordere das Unternehmen Volkswagen auf, zu dem Audi gehört, dessen Stammvater August Horch die Produktion im Vogtland begann, auch die dem Vogtland gebührende Verantwortung zu übernehmen und ein schlüssiges, belastbares Konzept vorzulegen, aus dem sich ergibt, auf welchem Wege die verlorenen Arbeitsplätze am hochmodern ausgebauten Industriestandort Neoplan Plauen mittelfristig wieder entstehen können. Nutzen Sie das Potenzial der Mitarbeiter aus Plauen in Plauen und fertigen Sie hier innovative Produkte wie sie Ihr Portfolio beschreibt. Qualität made in Germany sollte auch made in Germany sein!“, sagt Oberdorfer.

Sachsens SPD-Spitzenkandidat und Landesvorsitzender Martin Dulig zum Erhalt des Plauener Neoplan-Standortes:

„Ich freue mich, dass es dem Betriebsrat gelungen ist den Plauener Neoplan-Standort zu erhalten. Damit bleiben 140 Arbeitsplätze in der Region erhalten. Alle Auszubildenden können ihre Ausbildung zu Ende führen. Das ist ein Erfolg – das Kämpfen hat sich gelohnt. Eine Schließung des Werkes wäre für die Region katastrophal gewesen. Der öffentliche Druck und das Verhandlungsgeschick des Betriebsrates haben zu diesem wichtigen Ergebnis beigetragen“, so Dulig. „Es muss nun aber alles dafür getan werden, den traditionsreichen Standort im Vogtland auch langfristig zu erhalten.“ Dulig stand seit den Nachrichten über die Schließung des Standortes Mitte Mai im engen Austausch mit Bundeswirtschaftsminister Gabriel. „Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass der Volkswagen-Konzern seine Verantwortung wahrnimmt und Plauen ein wichtiger Standort in der Konzernstrategie bleibt.“

Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok, sagt:

„Ich hatte meinen Standpunkt klar geäußert. Insofern sehe ich mich in meiner Auffassung bestätigt und begrüße, dass das Unternehmen nun doch am Standort Plauen festhalten möchte. Ich erwarte allerdings nach wie vor, dass das Unternehmen allen betroffenen Mitarbeitern ein attraktives Arbeitsplatzangebot im Freistaat Sachsen macht.“ (mar/plauen/man/spd/sachsen)

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