Plauen hält an Bahnhof-Mitte fest

“Wir wollen diese Verknüpfungsstelle”

Plauen hält an Bahnhof-Mitte festDie Stadt Plauen hat vom Wirtschaftsministerium Chemnitz positive Signale für die Finanzierung des geplanten Bahnhof-Mitte an der Reichenbacher Straße bekommen.

Dies sagte Baubürgermeister Manfred Eberwein kürzlich und unterstrich noch einmal die Notwendigkeit des gesamten Vorhabens. „Wir wollen diese Verknüpfungsstelle“, so Eberwein.

Wie sieht die Finanzierung aus?

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Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. Am Bau beteiligen sich die Plauener Straßenbahn, die Stadt, der Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland (ZWAV), der Öffentliche Personen Nahverkehr Vogtland (ÖPNV), die Deutsche Bahn und der Freistaat Sachsen.

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Das Verkehrsprojekt könnte bis zu 75 Prozent gefördert werden. Ein entsprechender Fördermittel-Antrag wird derzeit erarbeitet und soll noch in diesem Jahr im Wirtschaftsministerium eingereicht werden. Bisher spielt die allgemeine Finanznot in den Kassen durch die Wirtschaftskrise keine Rolle, so Eberwein. Sollte es jedoch bei der Beantragung von Fördermitteln Probleme geben, könnte das Vorhaben auch noch gestrichen werden.

Wieso ein Neubau?

Die Lage der bisherigen Haltepunkte entlang der Bahnlinie sind dezentral. Die Lage des Unteren Bahnhofs ist historisch bedingt an einem Industriestandort, wo anders als früher viel weniger Menschen arbeiten, so Verkehrsplaner Hagen Brosig.

Eine „Aufhübschung“ würde daran auch nichts ändern, heißt es. Zudem liegt die Erreichbarkeit des Bahnhof-Mitte fünf mal höher als beim Unteren Bahnhof. Innerhalb zehn Minuten könnten rund 35 000 Plauener den Standort erreichen. Den Unteren Bahnhof hingegen in gleicher Zeit 7 700, sagt Brosig. Der neue Knotenpunkt soll die Verkehrssituation in der Stadt verbessern und optimalere Umsteigebedingungen zwischen Bus und Bahn bieten. Besser erreichbar wären auch Vogtland Klinikum und Festhalle.

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Welche Anbindungen bestehen?

Mit der Verknüpfungsstelle sollen Straßenbahn, Stadt- und Regionalbusse sowie die Elstertalbahn verbunden werden. Eine Verkehrsbefragung ergab, dass etwa 1 900 Personen aus den Orten entlang der Elstertalbahn täglich nach Plauen fahren. Darüber hinaus gehört die Bahn zur schnellsten Verbindung zwischen Plauen, Greiz und Gera. Günstig zu erreichen wäre auch der Elsterradweg, der sich in unmittelbarer Nähe befindet. Laut Ausschreibungsunterlagen sollen den neuen Bahnhof-Mitte künftig Züge im Stundentakt anfahren. Ebenso ist die umsteigefreie Verlängerung bis nach Marienbad beabsichtigt.

Was wird genau gebaut?

Entstehen soll ein moderner und barrierefreier Verkehrsknotenpunkt. Der jetzige Kreuzungsbereich wird vollständig umgestaltet. Die Bahnbrücke über die Reichenbacher Straße, die im Jahr 1913 erbaut wurde, soll saniert werden. Das Viadukt wird in Höhe und Weite vergrößert. Die Fahrbahn stadtauswärts soll bis zur Bismarckstraße zweispurig ausgebaut werden. Dadurch verbessert sich der Verkehrsfluss. Die bisherige Straßenbahnhaltestelle Dammstraße wird zum Knotenpunkt verlegt. Es entstehen außerdem zahlreiche Parkflächen und Taxistandplätze. Der Bahnsteig kann über eine Treppe und einen Fahrstuhl erreicht werden. Die Straße An der Meisterei, die derzeit noch mit Baken gesperrt ist, wird ausgebaut und die ansässigen Unternehmen angeschlossen.

Wann ist der Baustart?

Die ersten Arbeiten am künftigen Bahnhof-Mitte sollen nächstes Jahr beginnen, sagt Kerstin Schicker, Leiterin des Tiefbauamtes. Nach zweijähriger Bauzeit soll der Knotenpunkt dann im Jahr 2013 eröffnet werden. Laut Planungen soll in diesem Jahr noch das Baurecht vorliegen. Das Planfeststellungsverfahren soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Die bisherigen Haltepunkte entlang der Bahnlinie in Plauen werden nach der Eröffnung nicht mehr angefahren. (mr)

 

2010-02-16

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