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Plauen begrüßt rund 100 Europäische Grenzregionen in der Festhalle

Rathaus Plauen Die vor 15 Jahren im Vierländereck gegründete Euregio Egrensis, von Kommissar Günther Verheugen auch als Schnellkochtopf der Europäischen Integration bezeichnet, ist am Donnerstag und Freitag erstmals Gastgeber für die Arbeitsgemeinschaft, der rund 100 europäischen Grenzregionen angehören.

 

Sie treffen sich in der Festhalle Plauen zu ihrer diesjährigen Jahreskonferenz. Rund 130 Gäste aus 20 Ländern werden erwartet. Gemeinsames Ziel aller Europäischen Grenzregionen ist es, das besondere Interesse der Grenzregionen gegenüber der Europäischen Kommission, dem Europarat und dem Europäischen Parlament zu vertreten.

 

Der gastgebende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sachsen/Thüringen der Euregio Egrensis, der vogtländische Landrat Tassilo Lenk, wird die turbulenten letzten Jahre von der deutsch-deutschen Einheit bis zur Grenzöffnung zur Tschechischen Republik und damit den immensen Wandel einer bis dahin militärisch bewachten innerdeutschen Grenze und zugleich Nato-Außengrenze in die jetzige Mitte Europas schildern. „Es ist unser gemeinsames Anliegen, Verständigung, Toleranz, Aussöhnung und partnerschaftliches Zusammenwachsen der Menschen in den jeweiligen Regionen zu entwickeln“, sagt Euregio-Vorsitzender Lenk mit dem Ziel, gemeinsam Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensräume in den Grenzregionen friedlich zu entwickeln.

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In der jetzigen Euregio Egrensis leben rund 2,5 Millionen Menschen, denen es gelungen ist, in den letzten Jahren Brücken des Miteinanders zu bauen. Lenk beziffert das im Zeitraum von 1994 bis 2007 mit 240 Projekten, die mit 140 Mio. Euro zusätzlich im Grenzraum finanziert wurden. Herausragende Beispiele sind die Schaffung des Kurherzes Europas, das einmalige Schiennahverkehrssystem Egronet und das Wirtschaftskontaktzentrum Plauen mit den Wirtschaftskammern Cheb und Sokolov, das alljährliche Festival Mitte Europa, das nunmehr fertig gestellte deutsch-tschechische Wintersportzentrum in Klingenthal und die erst jüngste Sprachoffensive in der Euregio mit dem Ziel, ein deutsch-tschechisches Kommunikationszentrum im kommenden Jahr aufzubauen.

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Hinzu kommen viele kleine Projekte im soziokulturellen Bereich, um die unmittelbare Begegnung der Menschen, vor allem der Kinder und Jugendliche zu fördern. Dabei will Lenk die grenzüberschreitende Arbeit nicht auf Fördermittel reduziert wissen, sondern die Tagung soll im Ergebnis eine größere Aufmerksamkeit auf die Grenzregionen in Europa richten. Lenk: „Wir hier an der Nahtstelle zwischen ehemaligen Warschauer Pakt und Nato wissen, was es heißt befriedete Regionen zu erleben“. Für die Zukunft der Euregio benötigt es noch weitere Anstrengungen des Vertrauens in einen gemeinsamen Wirtschaftsraum und die Chancen in einem Lebensraum im Herzen Europas außerhalb der großen Metropolregionen zu nutzen.

Neben der Wahl des Präsidiums der Arbeitsgemeinschaft Europäische Grenzregionen, deren amtierender Präsident Lambert van Nistelrooij die Konferenz eröffnen wird, stehen auch die zwei Hauptthemen der grenzübergreifenden Verkehrsnetzwerke und der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in Lehre und Forschung an. Der Fachtagung schließen sich am Samstag Ausflüge nach Mödlareuth, Cheb und Klingenthal an, um im Schnelldurchlauf die Euregio kennen zu lernen. (mr/vogtlandkreis)

15.10.2008

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