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Neoplan Plauen: Stimmen zum geplanten Aus

Freistaat prüft Rückzahlungsforderung von Fördermitteln

Sachsens Staatsminister Sven Morlok: “Das Wirtschaftsministerium sei in diese Entscheidung nicht einbezogen und auch nicht im Vorfeld darüber informiert worden. Für den Unternehmensstandort in Plauen habe sich der Freistaat mit Fördermitteln in erheblichem Ausmaß engagiert, das Unternehmen habe aber seine diesbezüglichen Zusagen nicht eingehalten. Das SMWA prüft daher eine Rückzahlungsforderung entsprechender Fördermittel.”

IHK-Geschäftsführer Michael Barth, Regionalkammer Plauen: „Das ist eine erneute Schreckensnachricht für die gesamte Region! Angesichts der langen Tradition der Busherstellung im Vogtland seit den 1950iger Jahren, der Historie von NEOPLAN und der positiven Standortentscheidung des Konzerns verbunden mit einer Beschäftigungsgarantie bis 2016 aus den zurückliegenden Jahren ist das plötzliche Aus für alle Betroffenen ein Schock. Für die gesamte Region bedeutet die komplette Standortverlagerung der Produktion in die Türkei einen erneuten Tiefschlag für die Wirtschaftsstruktur, nachdem bereits in den letzten Jahren das Plauener Werk manroland von MAN abgewickelt wurde. Auch in diesem Fall wurde der Standort schrittweise seiner Kompetenz beraubt. Eine derartige Entscheidung über das Wohl und Weh von über 400 Mitarbeitern und deren Familien sowie den letzten verbleibenden deutschen Standort der Busherstellung kann unmöglich so einfach von heute auf morgen getroffen werden. Angesichts der Millioneninvestitionen der vergangenen Jahre und des aktuell laufenden Investitionsvorhabens über weitere 16 Millionen Euro bis 2016 für ein neues Logistikzentrum, Lackiererei und Montagehalle ist die Nachricht vom Aus ab 2015 mehr als verwunderlich.”

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CDU-Landtagsabgeordneter Frank Heidan: „Völlig überraschend kam in diesen Tagen, selbst für den Ministerpräsidenten diese Aussage der Konzernleitung, ohne das ein Produktionsstandortvergleich in Ansätzen vorliegt. Ich erwarte von der Konzernleitung, dass MAN ein Standortvergleich vorlegt und darin Weiterführungsprognosen abgibt. Erst wenn diese Fakten vorliegen, ist für mich eine weitere Befassung akzeptabel. Dabei sind auch die bisherigen Förderungen durch den Freistaat mit in die Betrachtungen einzubeziehen. Ich erwarte außerdem, dass der verantwortliche VW-Konzern Anschlusskonzepte für den Standort Plauen vorlegt und zeitnah ein Gesprächstermin mit dem Landrat, dem Oberbürgermeister, der Konzernleitung und der Arbeitnehmervertretung stattfinden.”

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Stadtratskandidatin Marlen Rieger, Piraten Plauen: “Wir bedauern diese Entscheidung von MAN/VW zu tiefst und wünschen uns sehr, dass Neoplan hier in Plauen weiter produzieren würde. Wir setzen uns nach Kräften für den Erhalt des Standortes ein.”

Kai Grünler, Piraten Plauen: “Fahrzeugbau hat eine lange historische Bedeutung für Plauen (VOMAG LKW und Busse vor dem Krieg, Neoplan nach der Wiedervereinigung), dieser Verantwortung muss sich auch ein Weltkonzern bewusst sein und stellen.”

Benjamin Zabel, Vorsitzender SPD-Ortsverein Plauen: “Oberbürgermeister und Stadtrat sollten gemeinsam mit dem Landrat und dem Freistaat alles nur Mögliche tun, um die Schließung zu verhindern. Nach der Plamag darf nicht auch noch Neoplan verloren gehen!”

Janina Pfau, Kreisvorsitzende der Linken Vogtland: “Neoplan muss bleiben! Neben der Schließung der ENKA, der Plamag, der Plauener Gardine und vielen weiteren traditionellen vogtländischen Unternehmen, sollen nun auch bei NEOPLAN die Werkstore geschlossen werden und die Produktion in die Türkei verlegt werden. Es muss jetzt besonders an die über 400 Beschäftigten gedacht werden. Hier muss geprüft werden, ob die gezahlten Fördermittel zurückgefordert werden können. Betriebsschließungen dürfen sich für Unternehmen nicht rechnen.“ (mar)

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2014-05-23

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