Campus Plauen: Ergebnisse der Ausgrabungen stehen fest

Vortrag zu Ausgrabungen und Geschichte

Die Geschichte vom Schloss und zum Schlossberg in Plauen: Erste Ergebnisse zu den Grabungen am Hradschin im Rahmen der Arbeiten für den Campus Plauen werden am Donnerstag (26. März) ab 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses vorgestellt.

Dr. Stefan Krabath und Jörg Wicke vom sächsischen Landesamt für Archäologie werden berichten. Initiator dieses Vortragsabends ist der Lions-Club Plauen, Schirmherr der Veranstaltung Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Die Ausgrabungen möglich machte der Abriss des alten Gefängnisses auf dem Schlossareal, wo der neue Campus für die Studenten der Staatlichen Studienakademie entsteht. Seit März 2014 untersuchte ein Team von rund 30 Archäologen, Vermessern, Arbeitern und Praktikanten die von der Bautätigkeit betroffenen Gebiete.

Im Vorfeld der Neugestaltung und Revitalisierung des über 6000 m² großen Geländes wurde das Landesamt für Archäologie Sachsen schon frühzeitig in den Planungsprozess einbezogen. Eine erste Grabung von Dr. Uwe Grünwald im Jahre 2012 zeigte, dass sich trotz erheblicher Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) und einer über hundertjährigen Nutzung als Behördenkomplex im Boden bedeutende Relikte der mittelalterlichen Burganlage und des barocken Schlosses erhalten haben. In Zusammenarbeit mit dem Bauherren, dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien und Baumanagement (Zwickau), der Stadt Plauen, dem Jobcenter Vogtland sowie dem Sozialen Arbeitsförderwerk e. V. (Weischlitz) wurden die notwendigen archäologischen Ausgrabungen geplant und in den Bauzeitenplan integriert.

Zahlreiche Baubefunde und tausende Fundstücken

Die archäologischen Ausgrabungen deckten zahlreiche Baubefunde und tausende von Fundstücken auf, die eine detailliert Rekonstruktion der Bauentwicklung vom 13. bis zum 19. Jahrhundert ermöglichen. Wichtige Aus- und Umbauphasen fallen mit verheerenden Zerstörungen und politischem Wandel zusammen. Das ist im Mittelalter nicht anders als in der jüngsten Geschichte. Eine tiefgreifende Umgestaltung von der mittelalterlichen Burg als Adelssitz mit verteidigungstechnischen Aufgaben zum frühneuzeitlichen Schloss als repräsentativem Amtssitz lässt sich aufzeigen.

Eine letzte Phase gibt Einblicke in eine über 150jährige Entwicklung von Zweckbauten der Gefängnisnutzung. Vordringliches Anliegen bleibt die wissenschaftliche Auswertung der Dokumentationen und die verständliche Vermittlung der Forschungsergebnisse. Damit wird dem kriegszerstörten Ensemble in Zukunft nicht nur eine neue Nutzung zu teil, vielmehr kann die über 800jährige Geschichte eines wichtigen Herrschaftsmittelpunktes für Bürger, Studenten und Touristen vor Ort erfahrbar gemacht werden. (pl)

2015-03-20,12:00:40

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