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Neue Abzockfalle im Vogtland: WhatsApp-Betrüger ergaunern tausende Euros

Emotionale Nachricht: Mama, ich brauche Geld

Immer dreister gehen derzeit Betrüger in der Region vor. Dabei ist den schwer zu ermittelnden Tätern scheinbar jedes Mittel recht, um an das hart verdiente Geld einzelner Vogtländer zu gelangen. Der altbekannte Enkeltrick wurde dabei von den Betrügern, quasi zu einem Tochter- und Sohntrick weiterentwickelt.

Achtung, Abzocke! Ein Fotobeispiel aus WhatsApp, wie ein betrügerischer Chatverlauf aussehen kann. Bildmontage: Sebastian Höfer

Plauener Ehepaar erleidet 20.000 Euro Schaden

Auf diese neuartige Betrugsmasche fiel Anfang Mai ein Ehepaar aus Plauen rein. Die 71-Jährige erhielt an einem Montag eine Textnachricht über den Nachrichtendienst WhatsApp. Ein Betrüger gab sich als Sohn des Ehepaares aus und behauptete in der Nachricht, dass er ein neues Handy samt neuer Telefonnummer habe. Mit der Aussage, dass gerade sein Online-Banking nicht funktionieren würde, bat er um die Begleichung einer fingierten Rechnung in Höhe von 2.500 Euro. Nichtsahnend kam die besorgte Mutter der Aufforderung nach und überwies das Geld.

Da dies so reibungslos funktionierte, witterte der Täter vermutlich noch mehr Geld bei dem Ehepaar aus Plauen. In den darauffolgenden Tagen wurden weitere Zahlungen getätigt. Insgesamt verlor des Paar bei sieben Überweisungen für Rechnungen des vermeintlichen Sohnes rund 20.000 Euro. Die Betrügerei flog erst am Donnerstag auf, aber nur weil sich der echte Sohn bei seinen Eltern meldete.

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Zweifel bewahren vor finanziellen Schaden

Eine Vogtländerin hatte in einem ähnlichen Fall mehr Glück. Wie die Verbraucherzentrale aus Auerbach mitteilt, erhielt die
Auerbacherin eine Nachricht bei dem gleichen Anbieter.

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Hallo Mama, ich habe ein neues Handy. Bitte speichere die neue Nummer ab!

Textnachricht eines dreisten Trickbetrüger

Zunächst nicht außergewöhnlich, hatte doch die Tochter in der Vergangenheit schon mehrmals die Rufnummer gewechselt. Selbstredend speicherte die Mutter, jene Nummer der vermeintlichen Tochter ab und blieb so mit dem Täter weiter in Kontakt.
Nach dem durch belanglose Nachrichten, welche untereinander ausgetauscht wurden, eine Vertrauensebene geschaffen wurde, wurde auch in diesem Fall die Bitte nach einer Überweisung in Höhe von 1.100 Euro gestellt. Mit der im ersten Moment sinnigen Aussage, dass man wegen dem neuen Telefon nicht mehr auf das eigene Online-Banking zugreifen könne, wurde die Forderung mit Nachdruck untermauert. Stutzig wurde die Mutter allerdings als die vermeintliche Tochter einen ausländischen Namen als Geldempfänger angab. Durch einen klärenden Anruf unter der alten Rufnummer, flog die Betrugsmasche auf.

Polizei und Verbraucherzentrale warnen

„In Auerbach ist es der erste Fall dieser Art – sachsenweit aber kein Einzelfall. Weil die Masche aber ganz neu zu sein scheint und die Täter sich recht langsam vortasten bis sie die Geldforderung stellen, lässt sich der eine oder andere vielleicht zu einer ungeprüften Zahlung hinreißen. Das Versprechen auf eine schnelle Rückzahlung ist aber natürlich nur heiße Luft“, fasst Heike Teubner, Leiterin der Verbraucherzentrale Auerbach, die neuerliche Abzockmasche zusammen und gibt den Vogtländern wertvolle Ratschläge.

Niemals Geldforderungen bei Messenger-Diensten nachkommen. Betroffene sollten zur Beweisführung den Chatverlauf auf dem Handy sichern und bei der örtlichen Polizei Strafanzeige erstatten. Die Polizei Westsachsen empfiehlt darüber hinaus, bei fremden Nummern mit einem gewissen Misstrauen, um einen Identitätsnachweis bitten, um mithilfe eines Selfies, eines Videoanrufes oder durch ein direktes Gespräch sicherzustellen, dass es wirklich der vermeintliche Verwandte ist, welcher dringend Hilfe benötigt. Text: Sebastian Höfer

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