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Herbststurm im Vogtland sorgt für Dauereinsatz der Rettungskräfte

Sonderlage fürs Plauener Stadtgebiet ausgerufen

Der erste Herbststurm des Jahres hat auch im Vogtland für einen Dauereinsatz bei Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst gesorgt. In Plauen wurde die Sonderlage ausgerufen. In der Rettungsleitstelle Zwickau sind bis zum frühen Donnerstagabend mehr als 150 Einsätze gezählt worden, teilt das Landratsamt in Plauen mit.

Feuerwehr im Einsatz
Feuerwehr im Einsatz. Foto: Archiv/Spitzenstadt.de

„Dies ist jedoch nur ein Zwischenstand. Eine abschließende Bilanz kann erst am Freitag erfolgen. Unser Dank gilt den vielen, zumeist ehrenamtlichen Rettungskräften im Vogtlandkreis, die seit den Morgenstunden im Einsatz waren und zum Teil noch immer sind“, sagt Kreisbrandmeister Gerd Pürzel.

Das Einsatzgeschehen erstreckte sich auf den gesamten Vogtlandkreis. Schwerpunkte waren insbesondere die Orte Weischlitz, Plauen, Treuen, Reichenbach, Lengenfeld und Auerbach. Zumeist verursachte das Sturmtief Sachschaden, wie zerrissene Stromleitung, durch umherfliegende Gegenstände und umgestürzte Bäume. In Auerbach wurde die Feuerwehr zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen.

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Mehrere Straßen waren gesperrt, darunter die Straße zwischen Irfersgrün und Hauptmannsgrün, die Straße zwischen Brunn und Schnarrtanne sowie zwischen den Kreisstraßen K7822 und K7826, die K7855 zwischen OA Burkhardtsgrün bis S307 und die K7815 zwischen OA Schreiersgrün und Abzweig Oberlauterbach. Vielerorts rollt der Verkehr inzwischen wieder.

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Viele umgestürzte Bäume in Plauen

Der heftige Sturm richtete auch in Plauen einigen Schaden an. Etliche Bäume im öffentlichen Verkehrsraum waren umgekippt, teilweise auf die Straße, teilweise auch in private Grundstücke. Da sich die Meldungen ab 7.30 Uhr häuften, wurde in Absprache mit der Rettungsleitstelle Zwickau die Sonderlage fürs Plauener Stadtgebiet ausgerufen. Das heißt, in diesem Fall nimmt die Rettungsleitstelle zwar die Hinweise der Anrufer an, faxt die Infos aber nach Plauen weiter, wo der Einsatz dann je nach Dringlichkeit zugeordnet und bearbeitet wird.

„Wir sind nach Lageplan gegangen und haben nach Prioritäten entschieden – zuerst folgten Einsätze auf wichtigen Hauptverkehrsstraßen, dann alles andere“, informiert Berufsfeuerwehrleiter Jörg Pöcker. Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehren mit elf Mann und fünf Ortsfeuerwehren aus Neundorf, Großfriesen, Stadtmitte, Jößnitz und Zwoschwitz mit 43 Kameraden sowie das THW.

„Wir haben insgesamt sehr viele abgebrochene Äste und abgeknickte Bäume gemeldet bekommen.“

Heike Fröbisch, Baumpflegerin der Stadt Plauen

„Zu 90 Prozent ging es in den Einsätzen um umgestürzte Bäume, die auf Straßen zu Behinderungen führten, außerdem waren einige auf Leitungen gefallen.“ In den nächsten Tagen folgen Nacharbeiten, unter anderem mit den Kollegen vom städtischen Bauhof.

„Wir haben insgesamt sehr viele abgebrochene Äste und abgeknickte Bäume gemeldet bekommen“, fasst Heike Fröbisch, Baumpflegerin der Stadt, zusammen. Sie war den ganzen Tag vor Ort und hat sich Schäden angeschaut. „Damit sind wir auch noch nicht fertig, viele gemeldete Schäden werden wir erst im Lauf der kommenden Woche anschauen können“, fasst sie die Lage zusammen. Sturm „ Ignatz“ war verheerender als anderer Stürme – „das liegt auch daran, dass viele der Bäume noch voll belaubt sind, teilweise Früchte, wie bei der Eiche, noch hängen… Das hat Angriffsfläche geboten.“ Wegen des Sturmes war auch der Hauptfriedhof gesperrt, auch die Straße Am Syratal blieb zu.

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Ein großer Ast fiel in Plauen auf einen VW, dessen Fahrerin auf der Hauptstraße unterwegs war, und verursachte Sachschaden von zirka 6.000 Euro. Durch den Sturm wurde in Weischlitz ein Strommast umgerissen und ein herabfallendes Kabel traf einen vorbeifahrenden Transporter. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Ein umgestürzter Baum blockierte zeitweise die Anschlussstelle Zwickau-West der Autobahn 72. Ebenfalls auf der Autobahn 72 kippte der Anhänger eines mit Styropor beladenen Lkws um und blockierte alle Fahrspuren. Dieser konnte jedoch recht schnell aufgerichtet werden, sodass der Verkehr wieder ungehindert fließen konnte. Hierbei entstand Sachschaden von mindestens 1.000 Euro.

Wiederaufnahme der Verkehre der Länderbahn

Aufgrund des Sturmtiefs „Ignatz“ kam es auch zu massiven Einschränkungen im Bahnverkehr. Nachdem sich die Wetterlage nun entspannt, werden derzeit Erkundungsfahrten auf allen Strecken durchgeführt. Soweit sich dabei herausstellt, dass die Strecken sicher befahrbar sind, wird der Verkehr wieder aufgenommen. Am Abend rollten die meisten Züge bereits wieder. Nach derzeitigem Kenntnisstand verkehren die Züge in allen Regionen der Länderbahn ab Freitagmorgen zum Großteil wieder planmäßig. „Unseren Fahrgästen empfehlen wir dennoch sich vor Fahrtantritt über die gängigen Online-Medien zu den geplanten Reiseverbindung zu informieren“, heißt es in einer Mitteilung.

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