Anzeige

963 Corona-Tote im Vogtland seit Beginn der Pandemie

Sachsenweit im Vogtland höchste Impfquote mit mehr als 70 Prozent

Das Infektionsgeschehen im Vogtland ist seit Mitte Oktober extrem gestiegen und hat am 16.12.2021 mit einer 7-Tage-Inzidenz von 1.430,5 den bisher absoluten Höchststand erreicht. Es ist zuletzt wieder etwas gesunken, befindet sich jedoch noch immer auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Pandemie sind nach Angaben des Landratsamtes in Plauen im Vogtland 963 Menschen in Zusammenhang mit Corona gestorben.

Ringimpfung im Vogtland im Gespräch
Ein Schild in einem Einklaufszentrum in Plauen wirbt für kostenlose Schnelltest. Foto: Spitzenstadt.de/Archiv

Die aktuelle Lage mit allen Zahlen können Sie für den Vogtlandkreis hier nachlesen…

Dass der Anteil der positiv getesteten Personen bei den Antigen-Schnelltestungen seit Ende November wieder deutlich sinkt und seit Tagen auch die Zahl der positiven PCR-Testungen, gibt Hoffnung, dass die Infektionswelle zunächst weiter nachlässt.
Die neue Omikron-Variante spielt bisher noch keine wesentliche Rolle. Bislang gibt es keinen bestätigten Fall, jedoch inzwischen insgesamt elf Verdachtsfälle. Die Auswertung der PCR-Testergebnisse aus dem Referenzlabor dauert an.

Anzeige

Wo ist das Infektionsgeschehen auszumachen?

Dabei sind keine direkten Hotspots auszumachen. Vielmehr verteilen sich die nachgewiesenen Infektionen über den gesamten Landkreis hinweg. Ein Schwerpunkt sind dabei auch die Schulen und Kindergärten. Jedoch hat auch in den Pflegeeinrichtungen das Infektionsgeschehen wieder zugenommen.

Anzeige
Die Plauener Tanznacht

Warum steigen die Infektionszahlen im Vogtlandkreis, obwohl die Zahlen in anderen sächsischen Landkreisen sinken?
Entgegen dem Sachsentrend sind die Infektionszahlen im Vogtlandkreis allgemein auch deutlich später angestiegen. Dadurch fallen diese beim natürlichen Verlauf der Infektionswelle auch später wieder ab. Wie auch beim Verlauf der Grippe-Epidemie jeden Winter beobachtet werden kann, ist eine regional verschiedene Entwicklung bei Infektionskrankheiten völlig normal.

Warum ist die Inzidenz so hoch, obwohl die Impfquote im Vogtlandkreis bei über 70 Prozent liegt?

Die Impfquote ist im Vogtlandkreis im sachsenweiten Vergleich mit 71,9% am höchsten. Dies reicht einerseits jedoch noch nicht aus, da das Ziel einer Impfquote von mindestens über 80%, besser über 90% ist. Auf der anderen Seite lässt der Impfschutz relativ schnell wieder nach, sodass bereits nach sechs Monaten die Auffrischungsimpfung empfohlen ist. Hinzukommt, dass die neuen Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 wesentlich ansteckender als die vorherigen sind.

Dass die Zahl der Infektionen dennoch so extrem gestiegen ist, lässt sich demnach auch damit begründen, dass bei vielen geimpften Vogtländerinnen und Vogtländern der Impfschutz nicht mehr ausreichend vorhanden war bzw. ist, weil sie bereits zeitig im Frühjahr geimpft werden konnten.

Hintergrund ist eine Impfaktion vom März dieses Jahres. Mit Aufhebung der Impfpriorisierung konnten sich damals bereits alle Vogtländerinnen und Vogtländer ab 18 Jahren impfen lassen. In der Folge kamen damit die wichtigen Auffrischungsimpfungen für unseren Landkreis zu spät. Zudem wurde damals im Rahmen des Modellprojektes vermehrt mit dem Impfstoff AstraZeneca geimpft, dem im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen eine geringere Wirksamkeit zugeschrieben wird.

Anzeige
Anzeige

vorherigen Artikel lesen

Störungen im Bahnverkehr im Vogtland durch abgeschnittenes Signalkabel

nächsten Artikel lesen

Roboter ersetzen immer öfter Arbeitskräfte