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Yvonne Magwas (CDU)

Betrügereien mit Corona immer dreister

Unbekannte geben sich im Vogtland als Impfteam aus

Mit einer neuen betrügerischen Masche versuchen derzeit Unbekannte Zutritt zu Wohnungen und Häusern im Vogtlandkreis zu erhalten. Dies zeigt ein aktueller Fall aus Treuen.

Impfung-Spritze-Corona-VogtlandEin Anwohner meldete sich vor ein paar Tagen telefonisch beim Polizeirevier in Auerbach. Dem Beamten am Telefon schilderte er den Sachverhalt so, dass zwei ihm nicht bekannte Männer am späten Nachmittag an seiner Haustür klingelten. Als der Anrufer die Türe öffnete, gaben die zwei Unbekannten an, dass sie unterwegs seien und Impfungen gegen Corona durchführen.

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Auf den ersten Blick passte das Erscheinungsbild der zwei Männer und lies sich medizinischem Personal zu ordnen. Gekleidet mit weißen Jacken und einem silbernen Koffer konnten sie den Anwohner dennoch nicht vom Einlass in die Wohnung überzeugen. Er wies die zwei nicht bekannten Männer ab. Was die zwei Männer im Schilde führten und welche Absicht diese in den Räumlichkeiten des Treuener Anrufers hatten, lässt sich derzeit nicht näher beschreiben.

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Die Polizei bittet die Bevölkerung um Achtsamkeit und rät, dass bei Besuchen – ohne vorherige Ankündigung – erhöhte Vorsicht an der eigenen Tür geboten ist. Besonders misstrauisch sollte man sein, wenn sich die Personen als medizinisches Personal ausgeben und Zutritt zur Wohnung erbitten. Unter allen Umständen dürfen die Personen nicht ins Haus oder die eigene Wohnung gelassen werden. Um einen Betrugsversuch könnte es sich hinter dem verkleideten Auftritt handeln. Im Zweifelsfall ist die Polizei zu verständigen.

Neuauflage des Enkeltricks in Corona-Variante

Auch der europaweit bekannte Enkeltrick erlebt eine Neuauflage in abgewandelter Form. Im Fokus der Täter stehen auch hier ältere Menschen. Im Zusammenhang mit der derzeitigen Corona-Pandemie und dem veränderten Enkeltrick sind diese derzeit häufig betroffene Opfer. Zunächst geben sich die Unbekannten mittels Anruf als Angehörige oder nahestehende Bekannte aus.

Weiter im Gespräch schildern diese eine Infizierung mit dem Corona-Virus und bitten um finanzielle Unterstützung, da diese dringend benötigt werde für die anstehende Behandlung. Von den Tätern bevorzugt werden Bargeld sowie verschiedenste Wertgegenstände. Aufgrund der vorgeschobenen Erkrankung und der auferlegten Quarantäne sei ein persönliches Erscheinen nicht möglich. Deshalb würde ein guter Freund persönlich vorbeikommen und die Wertgegenstände sowie Bargeld abholen.

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Ein gesundes Misstrauen bei einem Anruf eines Bekannten oder Verwandten, mit der Bitte nach finanzieller Unterstützung wegen einer Covid-19-Erkrankung, kann vor Schaden schützen. Wichtig ist, dass der Anrufer Informationen nach Aufforderung preisgeben muss, die wirklich nur ein der Familie nahestehender Mensch vorweisen kann. Wie ist das Alter oder der Vorname des Kindes, des Enkels oder des Neffen etc.? Oftmals versuchen die Täter durch gezielte Fragen an Informationen zu kommen oder verleiten das spätere Opfer zum Erraten des Namens. Der Enkel oder die Nichte soll den eigenen Namen selber nennen.

Wird der Anrufer im ersten Moment nicht erkannt, kann dieser durch gezieltes Nachfragen nach Umständen, gewissen Begebenheiten oder Dingen aus dem familiären Umfeld, die wiederum nur ein Familienmitglied oder nahestehender Bekannte kennen dürfte, näher identifiziert werden. Durch einen Rückruf bei dem vorgegebenen Bekannten oder Verwandten kann die Echtheit der beschriebenen Geschichte oder wie in diesem Fall, die der Erkrankung an Covid-19 verifiziert werden. Niemals sollte bei einem Telefonat Auskunft über die eigene finanzielle oder familiäre Situation gegeben werden. Bei einer verdächtigen Situation ist es immer ratsam, das örtliche Polizeirevier oder den Polizei-Notruf über 110 zu verständigen.

Arbeit im Homeoffice: Betrug durch angebliche Microsoft-Angestellte

Eine Vielzahl an Deutschen arbeiten seit einigen Monaten im Home-Office. Bei der Arbeit von zuhause aus ergibt sich für Kriminelle und Telefonbetrüger eine neue Möglichkeit, bei dem in die Jahre gekommenen Betrugsversuch – dem Anruf eines angeblichen Mitarbeiters von Microsoft. Dabei spielt den kriminellen Anrufern die derzeitige Home-Office-Situation durch Corona in die Hände.

Der kriminelle Anrufer schlüpf in die Rolle eines Microsoft-Mitarbeiters und gibt an, dass er Mitarbeiter von “from my Company“ oder “My IT Department“ sei. Bei dieser Masche ist besonders häufig, dass der Anrufer englisch spricht mit einem auffällig indischen Akzent. Ziel der Betrüger ist es hier, das angerufene Opfer zu überreden, eine Software für Fernwartung oder andere Möglichkeiten für den Zugriff aus der Ferne auf dem heimischen Rechner zu installieren. So erlangen, die meist im auslandsitzenden Betrüger Zugriff auf Bankkonto und andere vertrauliche Daten.

Sich und seine Daten vor Dritten zu schützen ist dabei nicht so schwer. Unternehmen nehmen ungefragt generell keinen Kontakt zum Endkunden auf. Ebenso wichtig ist, dass Fremden niemals der uneingeschränkte Zugriff auf den eigenen Rechner gewährt werden darf. Durch das gezielte Einsetzen psychologischer Mittel fallen dennoch immer wieder Menschen auf den telefonischen Trick-Betrug rein.

Sollte eine solche Software bereits auf dem eigenen Rechner installiert worden sein, dann ist sofort der Computer vom Internet zu trennen und danach auszuschalten. Die betroffenen Passwörter für Kontozugang, Aktiendepot etc. sind neuanzufordern und wo es möglich ist – bei einem vertrauenswürdigen Familienmitglied oder Bekannten über einem anderen Internet-Zugang – selbst die Sicherheitsabfragen und Codes abzuändern. Unbedingt ist eine Mitteilung direkt an Microsoft unter www.microsoft.com/de-DE/concern/scam und eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

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Falsche Beamte und Mitarbeiter des örtlichen Gesundheitsamtes

Das Telefon ist in dieser Betrugsart ebenfalls erste Wahl. Dabei wird der Betrüger telefonisch vorstellig als angeblicher Mitarbeiter des ortsansässigen Gesundheitsamtes. Im weiteren Gesprächsverlauf erfolgt die Aufforderung zur Durchführung eines Corona-Test zum Endpreis von zirka 5.000 bis 7.000 Euro. Dieses betrügerische Vorgehen gibt es in abgewandelter Form auch zuhause vor Ort. Mit nahezu gleichem Gesprächslaut ersuchen die Täter mittels persönlicher Vorsprache an der Haustür Zutritt zum Gebäude oder Wohneinheit zu erhalten.

Eine Nachfrage beim eigenem Hausarzt oder dem zuständigen Gesundheitsamt bringt schnell Klarheit, ob der Test von Amtswegen angeordnet und demzufolge überhaupt kostenpflichtig ist. Auf keinen Fall Geld oder andere Wertgegenstände an der Haustür übergeben und niemals unbekannten oder gänzlich fremden Personen Zutritt zu den eigenen vier Wänden gewähren. Das Hinzuziehen einer weiteren Vertrauensperson schafft Sicherheit im Umgang mit einer derartigen Situation.

Durch eine energische Abwehr und ein Vertrösten auf einen späteren Zeitpunkt wird Zeit gewonnen in der, wie bereits erwähnt, eine weitere vertrauenswürdige Person hinzugezogen werden oder durch Rückruf gegeben falls die Echtheit der Situation aufgeklärt werden kann. Im akuten Bedrohungsfall ist eine laute Aussprache und der Ruf nach Hilfe unabdingbar. Umgehend sollte in einem solchen Fall die Polizei verständigt werden.

Netzüberlastung: Kontakt durch vermeintliche Mitarbeiter von Telekommunikationsanbietern

Aktuell häufen sich Fälle, bei denen verschiedenste Personenkreise bezüglich einer Netzüberlastung telefonisch kontaktiert werden. Die Betrüger geben sich hierbei als Mitarbeiter diverser Telekommunikationsdienstleister aus und erklären dem Angerufenen, dass die Netze aufgrund von Lockdowns, Quarantäne und anderen derzeitigen Maßnahmen überlastet seien, da vermehrt Menschen zuhause sind als dies vor der Pandemie der Fall war. Durch die bestehende Corona-Pandemie seien die Anbieter der Telekommunikationsbranche gezwungen die Leitungen zu erneuern und den Router gegen ein besseres Gerät auszutauschen. Aus diesem Grund würde zeitnah ein Mitarbeiter vor Ort vorbeikommen und die beschriebenen Tätigkeiten ausführen.

Durch das Vortäuschen der Dringlichkeit der Leitungserneuerung und die auf den ersten Blick plausible Aussage, dass es zu erhöhtem Anrufer Aufkommen wegen Corona kommt, versuchen die unbekannten Betrüger Zutritt zu den Wohnungen ihrer Opfer zu erhalten, um anschließend an brauchbares Hab und Gut sowie Wertgegenstände oder auch Bargeld zu gelangen.

In solch einem Fall ist ein Rückruf beim vormals genannten Telekommunikationsunternehmen unverzichtbar. Schon durch den Anruf der entsprechenden Hotline kann Auskunft erlangt werden. Die Nummer dazu befindet sich auf Geschäftspapieren aus dem Briefverkehr. In einer Rechnung oder anderen Mitteilungen seitens des Unternehmens ist meist die jeweilige Hotline-Nummer niedergeschrieben.

Auch im Vertrag eines Telefonanbieters ist die Durchwahl zum zuständigen Kundenservice aufgeführt. Oftmals kann ein Telefontermin vereinbart oder eine Rückruf-Bitte abgesetzt werden. Im persönlichen Gespräch am Telefon kann der vorgebrachte Sachverhalt geschildert und eine etwaige Erneuerung der Leitungen ausgeschlossen werden.

Wie in allen Betrugsfällen gilt auch in diesem, dass auf keinen Fall Geld oder andere Wertgegenstände an der Haustür übergeben werden dürfen und niemals unbekannten oder gänzlich fremden Personen Zutritt zu den eigenen vier Wänden gewährt werden darf. Das Hinzuziehen einer weiteren Vertrauensperson schafft Sicherheit im Umgang mit einer derartigen Situation.

Durch eine energische Abwehr und ein Vertrösten auf einen späteren Zeitpunkt wird Zeit gewonnen in der, wie bereits erwähnt, eine weitere vertrauenswürdige Person hinzugezogen werden kann oder durch Rückruf (unter der regulären Nummer) gegeben falls die Echtheit der Situation aufgeklärt werden kann. Im akuten Bedrohungsfall vor Ort ist eine laute Aussprache und der Ruf nach Hilfe unabdingbar. Umgehend sollte in einem solchen Fall die Polizei verständigt werden. Beim Vergewissern durch Rückruf niemals die Taste für den Rückruf benutzen, sondern die bekannte oder im Speicher des Telefons hinterlegte Telefonnummer anrufen.

Im Wesentlichen ähneln sich die Vorgehensweisen der einzelnen Betrugsmaschen. Oftmals reicht eine kurze Überlegung, ob der geschilderte Sachverhalt so überhaupt möglich sein kann. Mit einer gesunden Portion Skepsis und Misstrauen bewahrt man sich und andere womöglich vor solchen Betrügereien. Eine Mitteilung an die örtliche Polizei ist auch in einem abgewehrten Versuch eines Betruges ratsam. So können weitere Personen geschützt und eventuell weitere Ermittlungen aufgenommen werden. (text:seb/foto:pixabay)

2021-01-03

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