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Plauen taucht mit U36 ab

Spitzenstadt tauft U-Boot und wird Partnerstadt

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Mit einer militärischen Zeremonie ist in Kiel am 15. Mai das sechste und vorerst letzte Unterseeboot der Deutschen Marine getauft worden. Die Patenschaft für die Erstbesatzung von U36 übernimmt Plauen. Das Wappen des U-Bootes wurde an die Farben des Plauener Stadtzeichens angelehnt.

Ein dumpfer Knall und schon war der Moment vorüber, auf den die gut 350 geladenen Gäste in der Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) gewartet hatten. Während sich der Wohlgeruch aus der am Schiffsrumpf zerbrochenen Champagnerflasche verbreitete, gab es einen kräftigen Applaus und das Musikkorps der Bundeswehr spielte die Nationalhymne an. Das U-Boot 36 wurde erfolgreich getauft.

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Ein besonderes und seltenes Ereignis für Marine, Werft und vor allem für die Stadt Plauen. Sie wurde ausgewählt, die Partnerstadt des Unterseebootes zu sein. Seit fünf Jahren bereits wird an U36 gebaut. Gestern konnte mit einer großen militärischen Zeremonie das Schiff getauft werden. Der 15. Mai 2013 dürfte seinen Platz in den Geschichtsbüchern damit sicher haben.

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Traditionell werden die Schiffe von den Partnerinnen der Oberbürgermeister aus den Partnerstädten getauft. Silke Elsner, Lebensgefährtin von Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer durfte daher den festlichen Akt übernehmen. Die Nacht zuvor war kurz: „Ich habe vor Aufregung wirklich schlecht geschlafen“, sagte die Taufpatin. „Es war aufregend, einmalig und großartig.“

Auch wenn extra für die Garantie, dass die Flasche auch wirklich beim ersten Mal zerspringt, eine spezielle Vorrichtung installiert wurde, sei es nicht leicht gewesen. „Man muss schon ein wenig Kraft aufwenden für den Seilzug.“ Ralf Oberdorfer war sichtlich stolz über seine Frau. Er strahlte übers ganze Gesicht. „Jetzt ist die Aufregung vorbei. Es war hier ein sehr familiärer und herzlicher Empfang“, lobte er. Für beide war die Taufe eine absolute Premiere. „Wir haben uns gefragt, wie ist das überhaupt. Wir hatten da ja keine Vorstellungen“, so der OB.

Mehrere Gründe gebe es laut Oberdorfer, die für die Patenschaft sprechen. Neben der Tatsache, dass es mit zwei Talsperren und der Weißen Elster auch im Vogtland genügend Wasser gibt, will Plauen in erster Linie auf sich aufmerksam machen. Es sei ein Werbeträger, so Oberdorfer. Plauen hat außerdem eine starke Marinekameradschaft und eine traditionsreiche Seefahrergeschichte beim Blick in die Vergangenheit, meinte der Stadtchef bei seiner Rede. Zudem sei es nach der Abschaffung der Wehrpflicht auch wichtig, dass das Bewusstsein unter der Bevölkerung zur Bundeswehr aufrechterhalten wird.

Oberdorfer fragte 2004 bei der Marine an, ob die Stadt die Patenschaft für ein Schiff übernehmen könnte. Mit dem ehemaligen Plauener Korvettenkapitän Werner Hartenstein habe die Bewerbung aber nichts zu tun gehabt, sagte Oberdorfer. Dieser Grund sei weit hergeholt. Die U-Boot-Taufe durchaus auch kritisch sieht SPD-Stadtrat Thomas Fiedler. „Ich weise darauf hin, dass es sich um eine Angriffswaffe handelt, um sich lautlos anzuschleichen.“ Dies passe nicht zum defensiven Verteidigungscharakter der Bundeswehr, meint Fiedler. Er reiste stellvertretend für die SPD-Fraktion mit nach Kiel.

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Von der CDU waren Prof. Dr. Lutz Kowalzick und Fraktions-Chef Hansjoachim Weiß dabei. Linke und Grüne schickten keine Vertreter. Nach der Schiffstaufe bekam Taufpatin Silke Elsner den Korken der Champagnerflasche überreicht und als eine der ersten das Wappen des U-Bootes. Es wurde mit den Farben des Plauener Stadtzeichens gestaltet und soll auch daran erinnern.

Von der Marine bekam die Stadt zusätzlich noch einen Spendenscheck in Höhe von 3500 Euro. Die Summe soll der Plauener Kindertagesstätte Teddy und der Lernförderschule Käthe-Kollwitz zugute kommen. (Martin Reißmann)

2013-05-24

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