Neonazis „spazieren“ durch Asylbewerberheim Plauen

Sympathisanten der Organisation „Der Dritte Weg“

Neonazis mit dem Slogan „national, revolutionär, sozialistisch“ auf der Jacke sind durch das Asylbewerberheim in Plauen spaziert. Die Türen öffnete die Stadtverwaltung selbst. Im Ausschuss für Bildung und Soziales stand im öffentlichen Teil ein Rundgang durch das Heim auf der Tagesordnung.

Diesen wollte sich auch NPD-Stadtrat Thomas Lauter nicht entgehen lassen. Doch er kam nicht allein. Er habe vier Sympathisanten der Organisation „Der Dritte Weg“ mit dabei gehabt, die durch das Heim marschierten und Fotos anfertigten. Stefan Postier vom Aktionsbündnis „Vogtland gegen Rechts“ ist mehr als empört. Vor dem Rundgang redete sich der NPD-Stadtrat im Ausschuss auch noch in Rage. Keiner der Politiker, außer ein junger CDU-Stadtrat, reagierte jedoch darauf.

„Das sind Leute einer Organisation, die sich als Ausweichtruppe des seit 2014 verbotenen Freien Netz Süd zusammengetan haben. Dritter Weg klingt bewusst nach III. Reich und auch deren Programm ist an das Parteiprogramm der früheren NSDAP angelehnt. Diese Leute haben enge Kontakte im ganzen Land, sogar nach Ungarn zu den Nazis dort und bis zu Faschistengruppen in Griechenland“, sagt Stefan Postier im Interview mit dem Vogtland-Anzeiger.

„Der Besuch von Kameraden der rechtsextremistischen Szene im Asylbewerberheim in Plauen hat uns sehr schockiert. Besonders die Umstände, die es Personen mit menschenverachtender Ideologie, ermöglicht haben, das Heim zu besuchen. Fehler wie diese dürfen nicht noch einmal passieren“, sagt die Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Linken im Vogtland, Janina Pfau. (mar/linke)

2015-02-24

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