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Eisenbahntheater „Das Letzte Kleinod“ in Plauen zu erleben

Eisenbahntheater über die Flucht in den Westen

Theater in der Eisenbahn: In Plauen gastiert heute noch am Oberen Bahnhof das einmalige Eisenbahntheater „Das Letzte Kleinod“. Gezeigt wird 18 Uhr ein Stück über die Flucht von Prag in den Westen nach Hof. Plauen steht auf dem Spielplan, weil die Ausreisezüge auch durch die Spitzenstadt fuhren. Wir waren bei einer der Aufführungen dabei.

Mehr dazu im Reel:

Die Vorstellung am 4. Juli 2024 beginnt um 18 Uhr, dauert ca. 90 Minuten und ist eingeschränkt barrierefrei. Festes Schuhwerk und wettergemäße Kleidung werden empfohlen.

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Das Eisenbahntheater Das Letzte Kleinod greift in diesem Sommer ein besonderes Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte wieder auf. Die Ereignisse in der bundesdeutschen Botschaft von Prag veränderten vor fünfunddreißig Jahren die Welt: Im Herbst 1989 kletterten Tausende von Zufluchtssuchenden aus der DDR über den Zaun des Botschaftsgeländes, um damit ihre Ausreise durchzusetzen.

Zwei Monate später fiel die Mauer. Das Eisenbahntheater Das Letzte Kleinod erzählt diese Geschichte in einer reisenden Aufführung im Ozeanblauen Zug an Bahnhöfen in Sachsen und Bayern. Das Stück wird auf den originalen Bahnhöfen gespielt, welche die Ausreisezüge damals passierten.

Eisenbahntheater über die Flucht in den Westen. Foto: S. Höfer
Eisenbahntheater über die Flucht in den Westen. Foto: S. Höfer

Zuerst waren es nur ein paar Dutzend DDR-Bürger, die ihre Ausreise in die Bundesrepublik erzwingen wollten. Nach und nach kletterten immer mehr Menschen über den Zaun der Deutschen Botschaft in Prag. Die Botschaft verwandelte sich innerhalb weniger Tage in ein Flüchtlingslager. Frauen und Kinder wurden in den Räumen der Botschaft untergebracht, für die Männer stellte das Rote Kreuz Klappbetten unter freiem Himmel auf. Die Lage spitzte sich zu, am Ende kampierten 4.000 Personen auf dem Anwesen der Botschaft.

Schließlich gab die DDR-Regierung nach und gestattete die Ausreise nach Westen mit der Reichsbahn. Zahlreiche Menschen säumten die Gleise. Immer wieder wurde der Zug an Bahnhöfen und Übergängen gestoppt, Einzelnen gelang es sogar, in den Zug zu steigen. Unter Tränen und Jubel fuhren die Züge schließlich im Bahnhof der damaligen Grenzstadt Hof ein.

Das Theaterprojekt setzt sich mit einer Geschichte auseinander, welche maßgeblich zur Öffnung der Grenzen und zum Fall der Mauer beigetragen hat.

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Die dokumentarische Theatervorstellung wird nach den Erzählungen von Zeitzeug:innen entwickelt. Geflüchtete, Botschaftsangehörige, Rote-Kreuz-Helferinnen, Nachbarn des Botschaftsviertels und Eisenbahner erinnerten sich an die Geschehnisse dieses Spätsommers. Die Zuschauenden werden in Gruppen von Spielort zu Spielort und durch den Theaterzug geführt. Die Bühnenbilder sind mit authentischen Objekten aus der damaligen Zeit gestaltet, auf einem der Waggons wird sogar ein Trabi mitgeführt. Das Projekt geht mit dem Ozeanblauen Zug auf die Reise, im weltweit einzigen Theaterzug sind Bühnenräume, Unterkünfte und Werkstätten untergebracht.

Mehr dazu erfahren Sie hier…

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