Arbeitslosigkeit im Vogtland steigt deutlich

Verstärkte Zugänge aus Verarbeitendem Gewerbe, Handel sowie Verkehr- und Logistikbereich

Im Vogtland waren im Januar 6.818 arbeitslosen Frauen und Männer gemeldet, 852 oder 14,3 Prozent mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 498 Personen oder 7,9 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,0 Prozent. Der vogtländische Arbeitsmarkt zeigt sich in der Krise weiter erfreulich robust und das ausgezahlte Kurzarbeitergeld sichert Beschäftigungsverhältnisse.

Arbeitsagentur - Die Agentur für Arbeit in Plauen im Vogtland.
Die Agentur für Arbeit in Plauen im Vogtland. foto: sebastian höfer

„Im Vogtland ist die Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn deutlich gestiegen. Der Anstieg von rund 850 Personen erscheint auf den ersten Blick hoch, dennoch ist dies zum Jahresanfang eine typische Entwicklung für unsere Region. Auch der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist mit Blick auf die Rahmenbedingungen nicht besorgniserregend“, konstatiert Agenturchefin Petra Schlüter.

„Kennzeichnend sind saisonal bedingte Arbeitslosmeldungen. Aber auch Beschäftigungsverhältnisse, die zum Quartals- oder Jahresende ausgelaufen sind, werden erst in diesem Monat in der Arbeitsmarktstatistik abgebildet. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft vorrangig den Bereich der Arbeitslosenversicherung und damit der Arbeitsagentur. Er zieht sich durch alle Personengruppen. Betroffen waren hauptsächlich Männer aus dem Baugewerbe. Wir verzeichnen aber auch verstärkte Zugänge aus dem Verarbeitenden Gewerbe, der Arbeitnehmerüberlassung, dem Handel sowie aus dem Verkehr und Logistikbereich.“

Die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt bleiben bestehen und werden nicht geringer. Kurzarbeitergeld sichert nach wie vor viele Beschäftigungsverhältnisse in der Region. Im Januar wurde von 368 Unternehmen Kurzarbeit für fast 2.400 Arbeitnehmer neu angezeigt. Qualifizierungsmaßnahmen bieten gute Ansätze, sich während des Bezuges von Kurzarbeitergeld weiterzubilden und so neue Kompetenzen zu entwickeln. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im gemeinsamen Arbeitgeberservice stehen als Ansprechpartner zur Verfügung beraten die Unternehmen zu möglichen Maßnahmen“, betont Petra Schlüter.

Im letzten Jahr konnte ein Corona-Jahrgang auf dem Ausbildungsmarkt vermieden werden. „Der Blick auf den Ausbildungsstart bereitet mir Sorgen. Gerade jetzt, da viele Maßnahmen zur Berufsorientierung durch die Pandemie nicht durchgeführt werden können, besteht ein großer Informationsbedarf bei Jugendlichen und Eltern rund um die Berufswahl und den Ausbildungsstart im Sommer.

Ich appelliere an Schüler, Eltern und Lehrer, trotz der Einschränkungen Kontakt zur Berufsberatung aufzunehmen und zu halten. Bereits jetzt stehen uns über 1.000 freie Ausbildungsstellen zur Besetzung zur Verfügung. Der konkrete Fahrplan zum Berufsstart sollte mit unseren Berufsberatern frühzeitig besprochen werden, um die erforderliche Unterstützung leisten zu können. Wir sind für die Jugendlichen und Eltern telefonisch, online und auch mit Videoberatung da. Wenn erforderlich sind wir nach Terminvereinbarung auch persönlich erreichbar“, so Petra Schlüter abschließend. (text:arbeitsagentur/foto:sebastian höfer)

Arbeitslosenzahl im Januar: 6.818

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich: + 852 oder + 14,3 Prozent

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 498 oder + 7,9 Prozent

Arbeitslosenquote im Januar: 6,0 Prozent

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