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Spitzenfest backstage: So wird der Festumzug organisiert

Hinter den Kulissen des Spitzenfest-Festumzuges

 

Die Veranstalter des Plauener Spitzenfestes blicken hinter die Kulissen des bekannten Stadtfestes. In der Serie "Spitzenfest backstage" geht es diesmal um den Jubiläumsfestumzug zum 60. Spitzenfest. Organisiert durch den Verein Plauener Spitzenfest e.V., den Dachverband Stadtmarketing Plauen e.V. und die Stadt Plauen begeisterte das Spitzenfest 2019 bereits im Vorfeld viele interessierte Besucher.

 

Spitzenfest backstage: So wird der Festumzug organisiert

 

Denn mit diversen Ausstellungen zum Thema „Plauener Spitze früher und heute“ durften sich die Plauenerinnen und Plauener schon auf das 3-tätige Stadtfest einstimmen lassen. Außerdem konnte man, wie seit 1955 üblich, auch im Jahr 2019 das begehrte Spitzenfestabzeichen erwerben. Der Förderverein Plauener Spitzenmuseum e.V. präsentierte diesbezüglich wieder eine limitierte Auflage von 1.000 Stück. Der Siegerentwurf dieses Sammlerstücks stammte in diesem Jahr von Nicole Groß, welche als Produktgestalterin der Firma Otto Dotzauer KG tätig ist.

 

Wusstet Ihr, dass im Rahmen dieses Festumzugs ganze 85 Schaubilder gezeigt wurden, an welchem mehr als 2.000 Akteure beteiligt waren? Hierzu zählten regionale Vereine sowie Firmen und Institutionen, welche das Leben in Plauen und im Vogtland bunt und kreativ darstellten. Und mit ca. 20.000 Zuschauern bekam diese Veranstaltung natürlich noch das entsprechende Flair, welches in den Köpfen aller Beteiligten bis heute präsent geblieben ist. WOW!

 

Ein entscheidender Akteur dieses Festumzugs war auch die Plauener Straßenbahn GmbH. Als umweltfreundliches und sicheres Verkehrsmittel gehört die Straßenbahn fest in Plauens Stadtbild und auch ins öffentliche Leben. Außerdem wurde im Jahr 2019 ein doppeltes Jubiläum gefeiert, denn zum 60. Spitzenfest hieß es auch „125 Jahre Plauener Straßenbahn“! Somit durfte sie zu diesem besonderen Anlass natürlich nicht fehlen.

 

Plauener Straßenbahn zeigt Fuhrpark

Wie bereits zu Beginn erwähnt, waren zum Festumzug sechs verschiedene Fahrzeugtypen vertreten. Neben den vier historischen Fahrzeugen waren noch ein KT4D (Typenbezeichnung für einen Einrichtungs-Kurzgelenktriebwagen des tschechoslowakischen Straßenbahnherstellers ČKD Tatra) sowie ein NGT6 (Niederflurgelenktriebwagen mit 6 Achsen) im Einsatz.

 

Hierzu eine kleine Zeitreise: Im Jahr 1904 bestellte die Plauener Straßenbahn eine Serie von 14 Triebwagen (TW Nr. 21-34) bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN). Die ersten drei wurden 1905 ausgeliefert, die restlichen folgten im Laufe des Jahres in den Sachsenfarben Weiß-Grün. Die Bestellung war zu dieser Zeit dringend notwendig, da das Liniennetz in Plauen schnell erweitert werden sollte. Die Hauptstrecke des TW 21 war folglich die „neue rote Linie“ vom Dittrichplatz zum Preißelpöhl. Bis zum Winter 1929/30 fuhren die Bahnen noch mit offenen Plattformen, welche jedoch aufgrund des besonders kalten Winters zu dieser Zeit in halbgeschlossene Glasvorbauten umgewandelt wurden. Des Weiteren wurden bei allen 14 Wagen dieser Serie die beweglichen Lenkachsenfahrgestelle, die einen unruhigen Lauf hervorriefen, starr miteinander verbunden.

 

 

Wenn wir auf unserer kleinen Zeitreise ein Stück weitergehen, dann müssen wir am 19.03.1945 Halt machen. An diesem Tag musste der gesamte Betrieb der Plauener Straßenbahn eingestellt werden. Grund hierfür waren die Bombenangriffe, welche weitreichende Zerstörungen verursachten. Der TW 21 sowie der TW 24 und TW 25 fuhren erst am 12.11.1945 als erste Fahrzeuge wieder durch die von Ruinen umsäumten Straßen unserer Stadt.

 

Im Jahr 1974 wurde der TW 21 dann erstmalig als älteste Straßenbahn zum Festumzug des Plauener Spitzenfestes vorgestellt. Dies war auch der Anlass, dass man sich entschied, dieses Fahrzeug der Nachwelt zu erhalten. In der betriebseigenen Werkstatt erhielt der TW 21 deshalb sein ursprüngliches Aussehen aus dem Jahr 1905 zurück. In den Farben Weiß und Grün sowie mit offenen Plattformen, ist uns dieses Glanzstück der „historischen Plauener Straßenbahnen“ bis heute bekannt.

 

Plauens rollende Gaststätte

Weiterhin gehört zum historischen Fuhrpark unserer Plauener Straßenbahn GmbH der Triebwagen Nr. 51. Im Jahr 1928 kamen mit der Triebwagenserie Nr. 50 -56 erstmals Straßenbahnen mit höherer Platzkapazität nach Plauen. Sie wurden somit hauptsächlich auf der meist frequentierten Linie 1 eingesetzt. Der letzte Einsatz der Bahn im Personenverkehr war im Jahre 1975. Nach einem Aufenthalt im tschechischen Museum Brno traf der Wagen 1989 wieder in Plauen ein und ist seit 1991 als historischer Triebwagen im Einsatz.

 

Nicht aus unserem Stadtbild wegzudenken ist natürlich auch die berühmte „Bier-Elektrische“ – auch bekannt als „Die rollende Gaststätte des Vogtlandes“. Von 1966 – 1988 war sie als Triebwagen Nr. 78 im Einsatz und wurde dann in Zusammenarbeit mit der Sternquell-Brauerei GmbH zum Salonwagen umgebaut.

 

Die Bahn steht heute für Sonderfahrten zu privaten Anlässen oder eben zu Feierlichkeiten, wie dem Festumzug des Plauener Spitzenfestes zur Verfügung. Außerdem ermöglicht es die treue Partnerschaft mit der Plauener Straßenbahn GmbH, dass zum Spitzenfest jedes Jahr samstags und sonntags Stadtrundfahrten in der Bier-Elektrischen angeboten werden können. Natürlich sind wir Plauenerinnen und Plauener stolz darauf, dass wir unsere historischen Straßenbahnen als über 100-jähriges Vermächtnis unserer Stadtgeschichte noch immer nutzen können und somit auch die Kleinsten hierfür begeistern dürfen. (mar, stadtmarketing-plauen, foto: o.orgs)

 

2020-10-05



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