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Ratgeber Bildungsgutschein – Förderungen auf berufliche Weiterbildungen

Das Schlagwort Fachkräftemangel begleitet uns medial seit Jahren. Die Bundesregierung will dem mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie entgegenwirken und den Zugang zu geförderter beruflicher Weiterbildung erleichtern. Ein Instrument hierfür ist der Bildungsgutschein.

Bildungsgutschein - Förderungen auf berufliche Weiterbildungen. Foto: monkeybusiness/envato
Bildungsgutschein – Förderungen auf berufliche Weiterbildungen. Foto: monkeybusiness/envato

Bildungsgutschein – Basiswissen

Der Bildungsgutschein ist für Personen vorgesehen, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Letztere wissen oft gar nicht, dass sie die Chance auf einen Bildungsgutschein haben und vergeuden wertvolle Zeit, die sie für eine Weiterbildung nutzen könnten.

Der Bildungsgutschein ist nicht, wie ein Geschenkgutschein über einen gewissen Betrag ausgestellt, sondern definiert sich über ein Bildungsziel. Entsprechend müssen sich Interessenten von vorn herein darüber klar sein, wohin die berufliche Reise gehen soll. Der Vorteil dieser Definition ist der, dass sich Bildungswillige nicht an einen vorgegebenen Träger und dessen Zeit- und Inhaltsvorgaben binden müssen, sondern die freie Wahl haben. Inzwischen haben sich auch Fernakademien zertifizieren lassen, damit Fernlehrgänge mit Bildungsgutscheinen abgerechnet werden können.

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Maßnahmen die über den Bildungsgutschein abgerechnet werden können, müssen eine bestimmte Zertifizierung haben. Bietet ein Bildungsanbieter eine Fortbildung in verschiedenen Zeitmodellen an, so muss jedes Einzelne diese Zertifizierung durchlaufen. Besonders beliebt sind Onlineseminare, die auch berufsbegleitend zu bewältigen sind. Das gibt vor allem Arbeitnehmern die Chance, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, weil ihnen bestimmte Kenntnisse fehlen oder sie aufgrund gesundheitlicher Probleme, die aktuelle Stelle nicht mehr ausfüllen können.

Wo beantragen?

Die ausstellende Stelle ist die Arbeitsagentur oder das Jobcenter. Wer Leistungen bezieht wendet sich an die Stelle, die die Leistungen zahlt. Arbeitnehmer wenden sich an die Arbeitsagentur.

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Der Antrag kann formlos gestellt werden. Er sollte das konkrete Bildungsziel enthalten, idealerweise schon mit Angabe der Wunschfortbildung. Die Begründung sollte hervorheben, dass die Arbeitslosigkeit nur beendet oder vermieden werden kann, wenn bestimmte Kenntnisse vorliegen und die Fortbildung dazu beiträgt, langfristig eine erneute Arbeitslosigkeit abzuwenden.

Der Antrag sollte schriftlich gestellt werden, weil er dann auch schriftlich beantwortet wird. Nur gegen eine schriftlich mitgeteilte Entscheidung können Rechtsmittel eingelegt werden.

Wichtig: Die Antragstellung muss immer vor einer eventuellen Anmeldung zu einem Bildungsangebot erfolgen. Eine Anmeldung vor dem Antrag, schließt eine Bewilligung aus.

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Welche Maßnahmen können gefördert werden?

Wichtig für die Förderfähigkeit ist die entsprechende Zertifizierung. Liegt diese vor, kommt es weder auf die Dauer der Fortbildung an, noch ob sie in einem konkreten Abschluss mündet. Von einem Sprachkurs in Business English bis zu einer Umschulung ist alles möglich. Ob die Zertifizierung vorliegt, ist daran erkennbar, dass der Bildungsanbieter entweder direkt darauf verweist, dass Bildungsgutscheine akzeptiert werden, oder dass der Anbieter und das Angebot nach AZAV zertifiziert sind.

Tipp: Bildungsanbieter haben großes Interesse daran, Seminarteilnehmer zu gewinnen und unterstützen üblicherweise die Antragstellung. Wer sich unsicher ist, sollte ein unverbindliches Beratungsgespräch buchen, was in der Regel kostenlos angeboten wird und um Unterstützung bitten.

Die richtige Fortbildung finden

Damit die Chancen auf Bewilligung eines Bildungsgutscheins steigen, muss die Fortbildung zu den eigenen Voraussetzungen passen. Je teurer ein Bildungsangebot ist, desto genauer wird geschaut, ob Antragstellende die Bildungsmaßnahme erfolgreich absolvieren können. Gute Chancen haben Antragstellende, die Fortbildungen anstreben, die auf gewonnener Berufserfahrung fußen. Aber auch Arbeitnehmer oder Arbeitsuchende, die bislang ohne Berufsabschluss sind, haben gute Chancen auf Förderung. Maßnahmen, die in der Erlangung von Schul- und Berufsabschlüssen münden, werden nämlich vorzugsweise gefördert.

Passende Fortbildungen sind zu finden, wenn man sich mit Berufen beschäftigt und sich Stellenangebote durchliest. Je häufiger bestimmte Kenntnisse gefordert werden, die einem fehlen, desto wichtiger wäre es, diese zu erlangen. Hilfreich sind auch Videokanäle und TV Angebote zu Berufen.

Kursnet der Arbeitsagentur

Die Arbeitsagentur hat eine eigene Seminardatenbank auf einer ihrer Unterplattformen – das Kursnet. Hier lässt sich in der Suchmaske bereits direkt einstellen, dass nur Angebote mit Bildungsgutschein angezeigt werden. Zudem können Suchabfragen auch nach Berufsbildern erfolgen. Die Themenvorschläge können Unentschlossene inspirieren und helfen, ein konkretes Bildungsziel zu finden.

Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Leider gibt es keinen Rechtsanspruch auf den Bildungsgutschein. Flattert die Absage ins Haus, kann Widerspruch eingelegt werden. Der garantiert zwar nicht, dass danach eine Bewilligung erfolgt, steigert aber die Chancen. Geht ein Antragsteller soweit, dass er vor Gericht geht, muss die ablehnende Stelle gut begründen. Das wollen Arbeitsagenturen sich oft ersparen.

Wer mündlich nachfragt und gleich abgebügelt wird, sollte sich nicht scheuen, den Antrag schriftlich trotzdem zu stellen und ggf. auf abschlägige Bescheide Widerspruch einlegen.

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Erfolgreich das Lernziel erreichen

Es ist kein Geheimnis, dass Lernen einem mit der Zeit immer schwerer fällt. Vor allem, wenn es lange Lernpausen gibt, oder einem das Lernen ohnehin nicht so leichtfällt, sitzt einem die Angst im Nacken, Prüfungen nicht zu bestehen. Wichtig ist es, über die Angst zu sprechen und ggf. um Hilfe zu bitten. Es gibt vorbereitende Bildungsangebote, die zum Ziel haben, Lernmethoden zu vermitteln und Bildungswillige fit machen, dass sie das Internet für Recherchen nutzen und ihr Wissen selbst digital aufbereiten können. Außerdem werden Lerntypentests gemacht und Methoden vorgestellt, die das Lernen erleichtern.

Mit etwas Training fällt es dann auch wieder leichter und der Erfolg einer Bildungsmaßnahme kann leichter erreicht werden.

Besonders gute Argumente für die Begründung

Besonders gute Argumente können dem Qualifizierungschancengesetz direkt entnommen werden. Dort sind die Zielgruppen mit Vermittlungshemmnissen aufgeführt. Wer zu ihnen gehört, kann mit den entsprechenden Argumenten im Antrag die Bewilligung ggf. positiv beeinflussen.

Werden gesundheitliche Gründe angeführt, müssen diese belegt werden. Die finanzierenden Stellen erkennen aussagekräftige Atteste von Fachärzten nicht immer an. Es ist anzuraten, direkt eine schriftliche Erklärung zur Entbindung von der Schweigepflicht der behandelnden Ärzte beizulegen. Der Vorgang kann beschleunig werden, wenn den Ärzten eine Kopie zugestellt wird und dies im Antrag erwähnt wird.

Drohende Arbeitslosigkeit kann sich im Wegfall der Stelle begründen, wenn die Kündigung ausgestellt wird, das Unternehmen schließt oder umsiedelt. Die Digitalisierung schreitet auch in der Wirtschaft voran, so dass es auch vorkommen kann, dass Stellen wegfallen, weil modernisiert wird und entweder Maschinen die Arbeit übernehmen oder den Mitarbeitern die Kenntnisse fehlen, mit digitalen Geräten zu arbeiten.

Fazit: Der Bildungsgutschein soll helfen, Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Er richtet sich nicht nur an Arbeitsuchende, sondern auch an von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer. Eine gute Begründung erhöht die Chancen auf Bewilligung. Einen Rechtsanspruch auf den Bildungsgutschein gibt es nicht. Auf schriftliche Entscheide können Rechtsmittel eingelegt werden.

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