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Vogtland Nachrichten
  • Samstag, 29 November 2025, 08:15 Uhr | Lesezeit ca. 3 Min.

Rodewisch: Die Rückkehr der Pyramide – eine Tradition erwacht zu neuem Leben

Ein neuer Verein bringt ein lange vermisstes Stück Stadtgeschichte zurück auf die Schlossinsel

In Rodewisch kehrt eine vertraute Weihnachtstradition zurück: Die historische Pyramide, deren Verbleib über Jahre ungeklärt blieb, wird wieder aufgestellt und feierlich in Bewegung gesetzt. Ein neu gegründeter Verein hat dies mit großem Engagement möglich gemacht.

Ein Symbol kehrt zurück

In vielen Familien der Region sind die Erinnerungen an das Museum Göltzsch und seine Weihnachtsausstellung noch lebendig. Über Jahre prägte auch die davor stehende Pyramide das winterliche Stadtbild. Nach dem Ende der Ausstellung blieb sie nach ersten Angaben noch bis in das Jahr 2018 an ihrem Platz – und verschwand dann plötzlich.

Rasch machten Gerüchte die Runde. Von einem möglichen Verkauf oder einer Verschenkung war die Rede, und selbst aus der Stadtverwaltung kamen längere Zeit keine eindeutigen Informationen. Für viele Einwohnerinnen und Einwohner fühlte sich dies an, als sei ein Stück lokaler Identität ohne Erklärung verloren gegangen.

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Neue Initiative, neues Engagement

Gerade diese Unklarheit führte in diesen Tagen zur Gründung des Traditions-, Kultur- und Kunstfördervereins Museum Göltzsch Rodewisch. Die Mitglieder setzten sich das Ziel, die Pyramide zurück nach Rodewisch zu holen und wieder sichtbar zu machen.

Über Jahre hinweg war das Objekt im Stadtbauhof eingelagert worden – die Figuren in Plastik gehüllt, mit deutlichen Spuren der ungeeigneten Unterbringung. Wie Vereinsmitglied Susan Petermann berichtet, habe die Farbe darunter gelitten. Umso größer war der Einsatz, mit dem der Verein Spenden sammelte und freiwillige Helfer mobilisierte, die schließlich die Wiederaufstellung ermöglichten.

Restaurierungsbedarf nach langer Lagerzeit

Auch wenn die Pyramide nun wieder sichtbar ist und sich drehen wird, steht fest: In den kommenden Monaten wird eine umfassende Generalüberholung notwendig sein. Insbesondere die Figuren zeigen Schäden, die nur durch fachkundige Restaurierung behoben werden können.

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Der Verein hat die Pyramide als Dauerleihgabe übernommen und möchte sie langfristig bewahren. Damit soll ein Stück Stadtgeschichte erhalten werden, das viele Menschen über Generationen begleitet hat.

Offizielles Andrehen auf der Schlossinsel

Auf der Schlossinsel wird die Pyramide in dieser Woche feierlich angeschoben. Besucher können sich auf ein stimmungsvolles Bild freuen, wenn sich die Figuren erneut drehen und die Schlossinsel für ein Wochenende in weihnachtliches Flair tauchen.

Neben der Pyramide steht eine kleine Bude, an der – solange der Vorrat reicht – kostenlos Glühwein ausgeschenkt wird. Für zwei Tage werden die Gäste die Gelegenheit haben, die wiedererwachte Tradition aus nächster Nähe zu erleben.

Blick in die Zukunft

Der neu gegründete Verein plant bereits weitere Aktivitäten. Erste kulturelle Veranstaltungen, darunter eine Lesung, wurden erfolgreich umgesetzt. Künftig möchte man verstärkt Projekte rund um das Museum Göltzsch und die historische Weihnachtsausstellung fördern, die einst ein fester Bestandteil des städtischen Lebens war.

Mit der Rückkehr der Pyramide setzt Rodewisch ein Zeichen: Traditionen können bewahrt werden, wenn eine Gemeinschaft entschlossen zusammenarbeitet.

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