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Vogtland Nachrichten
  • Sonntag, 31 August 2025, 09:17 Uhr | Lesezeit ca. 3 Min.

Lenny Roth: Jüngster Kreis- und Stadtrat im Vogtland zieht Bilanz

Politik beginnt vor der Haustür – und manchmal in jungen Jahren

Seit knapp einem Jahr ist Lenny Roth das jüngste Mitglied im Stadtrat der Stadt Auerbach und gleichzeitig der jüngste Kreisrat des Vogtlandkreises – mit gerade einmal 23 Jahren. Er hat sich fest vorgenommen, nicht „still in der Ecke zu sitzen“, sondern Politik aktiv zu gestalten. Schon bei seiner Wahl 2024 überzeugte er rund 1.600 Wähler – ein starkes Signal für mehr Jugend und Erneuerung in der Kommunalpolitik.

„Ich bin angetreten, um nachzufragen, aufzurütteln und eingefahrene Prinzipien zu hinterfragen.“

Lenny Roth

Bürgerumfrage als Entscheidungsgrundlage

Besonders wichtig ist ihm die direkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Mit einer eigenen Umfrage zum geplanten Vollsortimenter in Auerbach erreichte er fast 900 Menschen. Deren Rückmeldungen flossen direkt in sein Abstimmungsverhalten ein. Für Roth ist dies ein Beispiel moderner Bürgerbeteiligung: „Nicht nur ankündigen – sondern auch umsetzen.“

Junge Stimmen im Stiftungsrat

Ein weiterer Erfolg: Auf seine Initiative hin wurden im neu aufgestellten Stiftungsrat der Stadt Auerbach erstmals auch junge Menschen vertreten. Damit soll die Zukunftsgestaltung generationenübergreifend erfolgen. Für Roth ein wichtiges Zeichen: „Wer über die Zukunft redet, muss alle Generationen einbinden.“

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Klartext beim Tierschutz und in der Vereinsarbeit

Auch in Themenfeldern wie Tierschutz im Göltzschtal oder der Förderung von Vereinen hat sich Roth klar positioniert. Sein Vorschlag, die finanzielle Unterstützung für den Tierschutz zu erhöhen, wurde zwar nicht beschlossen, aber immerhin intensiv diskutiert. Zudem konnte er erreichen, dass ein bedrohtes Vereinsangebot weiter gefördert wird. „Unsere vielfältige Vereinslandschaft verdient nachhaltige Unterstützung“, betont Roth.

Blick auf die Landesgartenschau 2029

Als Mitglied im Ausschuss zur Vorbereitung der Landesgartenschau 2029 in Auerbach mahnt er Augenmaß an. Euphorie sei wichtig, aber jeder Euro müsse sorgsam eingesetzt werden. „Die Gartenschau darf kein finanzieller Selbstläufer werden“, so der Kreisrat.

Anfragen, Transparenz und offenes Ohr

Mit zahlreichen schriftlichen Anfragen zu Verwaltung, Digitalisierung, Haushaltsfragen und Förderprogrammen hat Roth Bewegung in Abläufe gebracht. Besonders freut ihn, dass viele Bürgerinnen und Bürger – ob jung oder alt – das Gespräch mit ihm suchen. Durch regelmäßige Veranstaltungsbesuche will er weiter nahbar und ansprechbar bleiben.

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Nacht der Kerzen 2025

Verantwortung im Kreistag

Im Vogtland-Kreistag stand zuletzt der Haushalt im Fokus. Roth stimmte gemeinsam mit den Fraktionen zu und lobte die offene Arbeit von Landrat Thomas Hennig. „Verantwortung heißt, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und nicht parteipolitische Spielchen zu spielen.“

Politisches Signal über die Region hinaus

Für Schlagzeilen sorgte auch seine Kandidatur gegen den erfahrenen Ex-Bundestagsabgeordneten Robert Hochbaum um das CDU-Bundestagsmandat. Mit 22 Jahren trat Roth gegen den 71-Jährigen an – und zeigte damit, dass junge Stimmen auch auf Bundesebene Gewicht haben können. Zwar unterlag er intern, erhielt aber viel Rückhalt für seinen Mut.

„Kommunalpolitik braucht Erfahrung und Erneuerung“

Am Ende seiner Bilanz blickt Lenny Roth nach vorn. Er wünscht sich, dass in Zukunft mehr junge Menschen unter 25 Jahren in die Stadträte und den Kreistag einziehen. „Kommunalpolitik braucht Erfahrung – aber auch Erneuerung. Dafür setze ich mich ein.“

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