Plauen bekommt keine Landesausstellung 2018

Stadt hält trotz Absage an Plänen für Elsteraue fest

150408 HempelEnttäuschung in Plauen: Die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, hat der Stadt Plauen mitgeteilt, dass die Hempelsche Fabrik in Plauen nicht für die Leitausstellung der 4. Sächsischen Landesausstellung berücksichtigt werden konnte. Als Gründe wurden teilweise fehlende Raumhöhen, die enge Bebauung des Geländes und vor allem ein aus Sicht des Ministeriums „beachtliches Bauzeitrisiko“ genannt.

„Wir respektieren zwar diese Entscheidung, aber können auch unsere Enttäuschung darüber nicht verhehlen. Alle Beteiligten hier vor Ort sind davon überzeugt, dass unser Bewerbungskonzept gut und umsetzbar war“, sagt Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer.

„Die Ausrichtung der Leitausstellung hätte den Bürgern vor Ort und den Gästen unser reiches industriekulturelles Erbe authentisch und anschaulich vermitteln können. Dies wäre zusammen mit den Investitionen auch ein deutlicher Schub bei der ohnehin geplanten Quartiersentwicklung in der Elsteraue gewesen.“ Die Ministerin selbst hält die Hempelsche Fabrik für einen Standort, „dessen weitere Entwicklung unbedingt lohnt“.

150408 HempelFrau Dr. Stange erneuerte in ihrem Schreiben an den Oberbürgermeister ihre Unterstützung für die Bewerbung Plauens als Nebenort der Landesausstellung – mit dem Weisbachschen Haus. Kulturreferent Dirk Heinze hatte gestern diese Bewerbung in Dresden gegenüber dem Expertengremium noch einmal ausführlich erläutern dürfen. Allerdings ist diese Entscheidung mit der Auflage verbunden, die Maschinen der Schaustickerei sowie der Sammlungen von Spitzen- und Vogtlandmuseum dauerhaft zusammenzuführen. Dies wird von der Stadt Plauen zumindest bis zum Jahr 2018 als nicht umsetzbar angesehen, nicht zuletzt wegen fehlender Drittmittel.

„Wir haben dem Expertengremium einen aus unserer Sicht schlüssigen Vorschlag unterbreitet, wie eine Zusatzausstellung im sanierten Teil des Weisbachschen Hauses aussehen kann. Diese stellt die Plauener Spitze als hochwertiges Designprodukt in den Mittelpunkt“, so der Oberbürgermeister. Die Raumsituation ermöglicht sogar die Einbeziehung zweier historischer Maschinen aus dem Fundus als Anschauungsobjekte. Die vorhandenen Ausstellungen im Spitzenmuseum und in der Schaustickerei blieben unangetastet. Gleichzeitig wird ein Ausblick auf das künftige Spitzenzentrum ermöglicht.

„Wichtig ist mir, dass wir uns von Entscheidungen, die anderswo gefällt werden, nicht in unseren Plänen entmutigen lassen. Die Stadt Plauen steht zu ihrer Verantwortung, ihre reiche Industriekultur insbesondere in der Elsteraue anschaulich und zukunftsweisend zu vermitteln“, sagte Ralf Oberdorfer abschließend. (mar/pl)

2015-04-08, 18:26:16

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