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MAN prüft für Plauen Verkauf oder Schließung

OB von Plauen appelliert an Volkswagen

Die Zukunft des MAN Werkes in Plauen ist weiterhin unklar. Der Standort Plauen steht wie auch Styer nach wie vor zur Disposition, teilt der Konzern mit. Hier prüfe der Vorstand alle Optionen, inklusive die eines Verkaufs oder einer Schließung, heißt es. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Plauen sei bereits ein Angebot zur Weiterbeschäftigung im Volkswagen Werk Zwickau unterbreitet worden. Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer hat sich an die Konzernleitung gewandt.

MAN Werk Plauen
Das MAN Werk in Plauen. Foto: Archiv

Der Vorstand der MAN Truck & Bus SE hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall auf ein Eckpunktepapier zur konsequenten und nachhaltigen Neuaufstellung des Unternehmens geeinigt. Es berücksichtigt sowohl die notwendige Restrukturierung des Unternehmens als auch die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Inhalte dieses Eckpunktepapiers sollen mit einem Zukunftstarifvertrag sowie in betrieblichen Vereinbarungen umgesetzt werden.

Um mittelfristig weiter in wichtige Zukunftstechnologien investieren zu können, ist zunächst eine deutliche Verbesserung der Ertragskraft von MAN Truck & Bus nötig. Im Einzelnen sollen beispielsweise durch zusätzliche Vertriebsleistungen jährlich rund 450 Mio Euro erwirtschaftet werden. Durch innovative Kooperationen mit unseren Zulieferern, die bereits in der Konzeptphase unserer Produkte beginnen, sollen Einsparungen auf der Materialkostenseite in Höhe von rund 700 Mio € erreicht werden. Darüber hinaus ist eine Verbesserung der Sachgemeinkosten und Personalkosten von bis zu 550 Mio Euro geplant.

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Unser Anspruch ist nichts weniger als eine Revolution des Güter- und Personenverkehrs: MAN steht vor einem gewaltigen Wandel. Schon in fünf Jahren wird die Hälfte unserer neuen Busse mit alternativen Antrieben unterwegs sein.

Andreas Trostmann, MAN-Chef

„Unser Anspruch ist nichts weniger als eine Revolution des Güter- und Personenverkehrs: MAN steht vor einem gewaltigen Wandel. Schon in fünf Jahren wird die Hälfte unserer neuen Busse mit alternativen Antrieben unterwegs sein. Bis 2030 werden mindestens 60 Prozent der Verteiler-Lkw emissionsfrei fahren. Bei den Fernverkehrs-Lkw werden es dann schon 40% sein. Automatisierung und Digitalisierung werden unsere Branche umkrempeln. Das alles kostet viel Geld, das wir zuerst haben müssen, um es in die Zukunft des Unternehmens zu investieren“, so Tostmann.

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Einen wichtigen Beitrag zur Kosteneffizienz leistet die Neuaufstellung des Produktions- und Entwicklungsnetzwerks mit starkem Fokus auf Zukunftstechnologien. München bleibt die weltweite Unternehmenszentrale von MAN Truck & Bus. Zudem ist München weiterhin das Hauptproduktionswerk für Lkw mit Fahrerhausausstattung und Montage sowie das Zentrum der MAN-Entwicklung. Hier ist das MAN-Kompetenzzentrum für die Gesamtfahrzeugentwicklung Truck, für Software und Elektrik/Elektronik sowie für die Elektromobilität. Ende 2022 werden 7.500 unbefristete Stammmitarbeiter am Standort beschäftigt sein.

Nürnberg wird das MAN-Kompetenzzentrum für die Entwicklung neuer Antriebstechnologien (z.B. E-Mobilität, Wasserstoffantrieb). Es bleibt zudem verantwortlich für die Weiterentwicklung konventioneller Antriebe. Nürnberg ist zudem das Leitwerk für die Produktion konventioneller und alternativer Antriebe. Ende 2022 werden 3.100 unbefristete Stammmitarbeiter am Standort beschäftigt sein. Salzgitter bleibt der Montagestandort für nichtangetriebene Achsen der TRATON GROUP in Europa. Zudem ist es der MAN-Standort für die globalen Logistikaktivitäten. Ende 2022 werden 1.900 unbefristete Stammmitarbeiter am Standort beschäftigt sein. Wittlich wird verkleinert, bleibt aber für die Modifikation von Lkw erhalten. Ende 2022 werden 60 unbefristete Stammmitarbeiter am Standort beschäftigt sein.

Im Rahmen der Restrukturierung haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite auf den Abbau von rund 3.500 Stellen in Deutschland geeinigt. Diese Zahl umfasst neben der Stammbelegschaft auch Leiharbeitnehmer und Mitarbeiter mit befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Der sozialverträgliche Stellenabbau soll durch die verstärkte Nutzung von Altersteilzeitregelungen, das Auslaufen befristeter Beschäftigungsverhältnisse, den Abbau von Leiharbeitnehmern sowie durch freiwillige Abfindungsangebote erzielt werden. Zudem bietet das Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Wechselmöglichkeiten innerhalb des Volkswagen Konzerns an.

OB von Plauen richtet Appell an Volkswagen

Das MAN Bus Modification Center Plauen erhalten

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Mit einem nachdrücklichen Appell für den Erhalt des Busbaus am Standort Plauen hat sich Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer an den Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG in Wolfsburg, Dr. Herbert Diess, gewandt: „Ich appelliere an Sie als verantwortungsvollen Unternehmer und Vorstandsvorsitzenden eines der bedeutendsten Unternehmen Deutschlands zum Fortbestand des Standortes beizutragen. Lassen Sie keine Industriebrache zurück! Es geht mir um den Erhalt dieser für unsere Stadt Plauen so wichtigen Industriearbeitsplätze. Bitte arbeiten Sie mit uns und vor allem mit der sächsischen Landesregierung an einer akzeptablen Lösung für den Standort mit …“, heißt es in dem Schreiben.

Als manroland AG Werk Plamag Plauen hat faktisch MAN die traditionsreiche Druckmaschinenfabrik in Plauen abgewickelt. Das Herzstück unserer Stadt, der Stolz vieler Plauener, der größte und bedeutendste Arbeitgeber. Das Unternehmen meldete im Dezember 2011 Insolvenz an.

Ralf Oberdorfer, OB in Plauen

Zuvor erinnerte der OB an die Rolle von MAN in Plauen und schreibt: „… Als manroland AG Werk Plamag Plauen hat faktisch MAN die traditionsreiche Druckmaschinenfabrik in Plauen abgewickelt. Das Herzstück unserer Stadt, der Stolz vieler Plauener, der größte und bedeutendste Arbeitgeber. Das Unternehmen meldete im Dezember 2011 Insolvenz an. …. Die MAN Bus & Truck AG verkündete im Jahr 2014 den MAN Standort Plauen schließen zu wollen, den Bau von Bussen am Standort einzustellen. Nach langen Verhandlungen wurden 140 Arbeitsplätze …. erhalten.“ Mehr als 1000 Arbeitsplätze seien durch Entscheidungen von MAN in beiden Unternehmen in Plauen weggefallen.

OB: Schließung des Standortes Plauen scheint unverhandelbar

„Heute, im Jahr 2021, scheint die finale Schließung des Standortes Plauen unverhandelbar. Wiederum wäre MAN verantwortlich für das Verschwinden eines mehr als 100 Jahre alten Unternehmens, das für die Plauener einen sehr hohen Stellenwert genießt ….“ Zudem habe der Freistaat Sachsen das Unternehmen immer wieder mit Fördermitteln unterstützt. Die Stadt Plauen habe Straßenbaumaßnahmen auf die Standorte abgestimmt und habe immer wieder helfen können den geschäftlichen Erfolg zu befördern, „…insbesondere die großen Investitionen im Jahr 2011 in das Buswerk zu ermöglichen.“ (mar, man, pl)

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