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Dr. Bernd Märtner bekommt Stadtplakette Plauen

Die Stadt Plauen ehrt jährlich Bürger, die sich in besonderer Weise für das Ansehen und die Entwicklung der Stadt Plauen ausgezeichnet haben. Unsere Fraktion hat dafür Dr. Bernd Märtner vorgeschlagen und heute soll dieser Vorschlag in die Realität umgesetzt werden.

Schaut man in den Lebenslauf von Bernd Märtner oder in das “Who is who”, dann gewinnt man rasch das Gefühl, dem personifizierten Hans Dampf in allen Gassen zu begegnen. Und ganz kann man sich auch dieses Eindrucks nicht erwehren, wenn man sich mit Bernd Märtner unterhält. Seine Rede ist spontan, klar, überlegt, schnörkellos ohne lange Kunstpausen oder zeitschindendes “äh” und “ehem”. Und so hatten wir eigentlich in einer knappen Viertelstunde all das ehrenamtliche Engagement “abgearbeitet”, das in der Auflistung locker eine DIN A4-Seite füllt. Diesen Hans Dampf weist er jedoch entschieden zurück.

Eigentlich ist alles ganz einfach: Zum Förderverein des Lessinggymnasiums kam es, weil sein Vater mal dort Lehrer war. Und weil seine Großmutter am Bau der Plauener Hütte mitgewirkt hatte, mündete das irgendwann eben in der Liebe zu den Bergen und seinem Engagement im Alpenverein. Und weil er schon seit fast 40 Jahren aktiv im SV04 Oberlosa Handball spielt, wundert es nicht, dass er heute der erste Mann im Verein ist. Und so könnte man weitermachen.

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Was er anpackt, macht er gründlich. Wenn er sich einmal entschieden hat, es zu machen. So wie beim SV04. Er führte den Verein nicht nur aus dem finanziellen Desaster sondern auch zu mittlerweile über 500 Mitgliedern. Oder auch bei seinem Interesse am Thema Umwelt, das schon während seines Studiums zu einer Umorientierung führte und in der Promotion und letztlich der Firmengründung von M&S Umweltprojekt mündete.

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Das wohl typischste Beispiel für diese Entschlossenheit ist sein Engagement für das Freibad Haselbrunn. Bernd Märtner, der als Jugendlicher zu Beginn der Badesaison mit der Luftmatratze unter dem Arm gewissermaßen von zu Hause ins Freibad zog, um als Rettungsschwimmer Dienst zu tun, er wollte sich einfach nicht damit abfinden, dass trotz sprudelnder Fördermittel und Sportentwicklungsplan Ost das Schwimmstadion außen vor bleiben sollte. Also: Gleichgesinnte finden, Verein gründen, Unterschriften und Geld sammeln, Fördermittel auftreiben, Umweltbälle zugunsten des Freibades organisieren und und und…

Das Bemerkenswerte ist eben, dass die Stadt Plauen immens und unmittelbar von seinem Engagement profitiert. Das Freibad Haselbrunn ist ein Beispiel. Oder auch sein wirtschaftliches Engagement im Baltikum, das letztlich in die partnerschaftliche Beziehung zu Siauliai mündete. Und auch das Engagement im Verein der Freunde Plauens, das hauptsächlich deswegen entstand, weil er nicht wollte, dass die Weberhäuser plattgemacht werden, sondern Bestandteil der Elsteraue bleiben.

Apropos Elsteraue: Sichtbares Zeichen des Engagements ist der neue Firmensitz von M&S im zu entwickelnden Mischgebiet Elsteraue. Er gerät fast ins Schwärmen: Die Firma – sein Zentrum und keine verlängerte Werkbank – im Zentrum der Stadt – an einer Stelle, wo vermutlich seit über 1000 Jahren Bebauung zu wirtschaftlichen Zwecken existierte. Die Frage nach dem heimlichen Hobbyhistoriker verneint er, der Stolz auf seine Stadt Plauen ist aber unüberhörbar.

Was ist ihm wichtig: Menschen, die nach Plauen kommen, finden die Stadt schön. Warum um alles in der Welt reden wir alles immer so schlecht. Plauen hat viel mehr Chancen als Risiken. Und Ideen gibt es weit mehr als das neue Tourismuskonzept vermuten lässt. Plauen ist mehr als Plauener Spitze und Erich Ohser, sagt Bernd Märtner und schiebt flugs zwei Beispiele nach: Wer hat schon mitten im Stadtzentrum ein Besucherbergwerk mit riesigem Potential, weil erst zu einem geringen Teil erschlossen. Oder wer kennt eigentlich noch die Bezeichnung Dobenau und weiß, was sich dahinter verbirgt. Da war er wieder, der heimliche Historiker, der eigentlich nur ein geschichtsbewusster Vogtländer ist.

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Was wünscht sich Bernd Märtner? Die Antwort kam spontan im Bruchteil einer Sekunde: Studenten. Wir brauchen viel mehr als angedacht und die Region hat genügend Potential für Zukunftstechnologien, die neue Studienrichtungen generieren. Die BA mit 600 Studenten ist ein richtiger Anfang – aber eben auch nur ein Anfang. Es reicht nicht, wenn wir uns mit der Ausgewogenheit von Zu- und Wegzügen begnügen und den demographischen Faktor hinnehmen. Wir müssen dem entgegensteuern. Und wir können viel mehr erreichen, wenn wir die Leute mitnehmen, wenn wir mehr Emotion und Identifikation für unsere Stadt generieren, wenn wir den Stolz der Plauener auf ihre Stadt in Energie umwandeln. Die Zeit bis zur Grundsteinlegung zum Wendedenkmal hat deutlich gezeigt, was Plauener können.

Die Stadtplakette für Bernd Märtner ist mehr als die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements. Sie ist auch der Dank, dass er uns zeigt, wie’s geht.

Laudatio: Stadtrat der SPD, Ronny Stieber

2009-10-15

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