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Die Straßenbahn Plauen – Stirbt die Tradition?

Stadtverkehr Plauen Vor rund 114 Jahren wurde die Plauener Straßenbahn mit der Inbetriebnahme des Streckenabschnittes Oberer Bahnhof – Neustadtplatz zum Leben erweckt. Seitdem änderten sich die Wagentypen einige Male. Im Zweiten Weltkrieg wurden Wagen, Gleise und Oberleitungen zerstört und schnellstens wieder aufgebaut.

 

Etwas blieb immer gleich. Die Plauener Straßenbahn gehörte zum Stadtbild. Wenn man nun die Stadtbusse auf den seit 2007 bestehenden vier Linien betrachtet, dann kann einem schon angst und bange werden. Der Kilometer Straßenbahn ist dreimal so teuer wie der Kilometer Bus, so heißt es beim PSB. Im Januar 2008 wurden 6 Mitarbeiter des Straßenbahnfahrdienstes zu Busfahrern ausgebildet.

 

Der Grund soll die Baustelle auf der Neundorfer Straße sein. Der Betriebshof in der Wiesenstraße wird für 17 Mio. Euro, wovon das Straßenbahnunternehmen rund 3,8 Mio. Euro bezahlt, umgebaut. Die PSB teilt mit, dass damit eine weitere Voraussetzung für den Einsatz von Niederflurstraßenbahnen geschaffen wird. In der neuen Halle sollen fünf Abstellgleise mit einer Länge von 175 Metern für rund 20 Fahrzeuge Platz bieten. In drei Bauphasen wird das ganze Gelände samt Wiesen- und Grünwaldstraße ausgebaut. Sogar die Büroräume wandern ab sofort in den Komplex.

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Die 133 Mitarbeiter des Unternehmens können sich auf ein hochmodernes Betriebsgelände, was Ende nächsten Jahres fertig werden soll, freuen. Trotzdem bekommen manche Straßenbahnliebhaber ein mulmiges Gefühl. Immerhin fahren schon zahlreiche Busse tagsüber durch die Spitzenstadt. Ab 20.30. Uhr sieht man dann nur noch die so genannten Nachtbusse. Wird so die Straßenbahn nach und nach abgeschafft? Mag sein, dass eine Stadt wie Plauen nicht unbedingt eine Straßenbahn benötigt, wo sogar manche Streckenabschnitte extern der öffentlichen Straßen verlaufen.

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Doch Busse können eigentlich auch nicht die Lösung sein. Trotz geringerer Ausgaben behindern Busse den Straßenverkehr und blasen viele Abgase in die Stadtluft. Aber sie sind eben billiger. Des Weiteren hat die kreisfreie Stadt Plauen bisher Schlüsselzuweisungen vom Freistaat Sachsen für den ÖPNV erhalten. Dieser Punkt steht nun in den Geschichtsbüchern.

 

Direkte Zuweisungen bekommt nur noch der Landkreis für den Gesamt-ÖPNV. Folglich ist es für die Spitzenstadt unmöglich 3 Mio. Euro einfach aus den Haushaltseinnahmen zu bezahlen. Plauen und somit die Plauener Straßenbahn ist von der Verbandsversammlung abhängig. Dass auf vogtländischen Entscheidungsebenen nicht alles nach dem Willen von Plauen läuft, haben die Kreisräte der Stadt erst kürzlich schmerzlich erfahren müssen. Die Tradition der Straßenbahn, die Tradition eines festen Bestandteils des Plauener Stadtbildes steht nun doch auf dem Spiel. (ce)

 

09.09.2008 Foto: www.stadtverkehr-plauen.de

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