DGB: Sonntagsöffnungen generell stärker begrenzen

Zum Streit zu den Ladenöffnungszeiten in Sachsen und in Plauen an den Adventssonntagen erkärt die Vorsitzende der DGB Region Südwestsachsen, Sabine Zimmermann:

„In den letzten Jahren erfolgte eine massive Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Die Ankündigung einiger sächsischer Städte, wie zum Beispiel Plauen, jetzt auch an allen vier Adventssonntagen die Geschäfte öffnen zu lassen halten wir für sehr bedenklich und auch nicht notwendig. Vor allem die Beschäftigten im Einzelhandel werden darunter zu leiden haben, wenn sie keinen einzigen Adventssonntag im Kreis ihrer Familie verbringen können. Der Vorstoß zeigt aber, wo die Entwicklung nach Ansicht mancher Arbeitgeber hingehen soll: nämlich Arbeit zu jeder Zeit als Normalzustand zu etablieren. Der DGB fordert, die Sonntagsöffnungszeiten generell zurück zu fahren bzw. ganz auf die Sonntagsöffnung zu verzichten, um wenigstens einen Tag in der Woche als Ruhepol in der Arbeitsgesellschaft zu erhalten.“

Das Ladenöffnungsgesetz in Sachsen erlaubt Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 06.00 bis 22.00 Uhr. An 5 Werktagen im Jahr dürfen die Geschäfte rund um die Uhr öffnen. Darüber hinaus sind 4 verkaufsoffene Sonntage möglich.

Vor diesem Hintergrund der enormen Erweiterung der Einkaufsmöglichkeiten im Vergleich zu den letzten Jahren dürfte es nach Ansicht des DGB den Bürgerinnen und Bürgern möglich sein, ihre Einkäufe auch an einem anderen Tag als unbedingt an einem Sonntag zu erledigen und mit Sicherheit auch keine zwingende Notwendigkeit besteht, die Geschäftigkeit an Adventssonntagen zu erhöhen. Insbesondere die Weihnachtsmärkte bieten ohnehin ein umfangreiches Spektrum an Waren an.

„Wir plädieren dafür, in unserer beschleunigten und stressgeplagten Zeit zumindest Sonn- und Feiertage als grundsätzlich freie Tage und Ruhepole zu erhalten. Der DGB stellt sich den Versuchen vieler Arbeitgeber, in fast allen Wirtschaftsbereichen, entgegen, die normale Arbeitszeit auf jeden Tag und rund um die Uhr auszuweiten, um damit letztendlich auch Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge einzusparen“, meint die Gewerkschafterin.

2009-10-30

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