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Asyl: Vogtlandkreis schafft weitere Notunterkünfte

Zahl der Asylbewerber im Vogtland steigt

Der Vogtlandkreis hat derzeit 1.789 Asylbewerber untergebracht, davon 408 in Wohnheimen. Bis Ende Dezember sollen dem Vogtlandkreis weitere 1.078 Asylbewerber zugewiesen werden. Dafür muss sich der Landkreises mit seinen Kommunen mit ausreichenden Unterbingungskapazitäten rüsten.

Vordringlichste Aufgabe ist Notunterkünfte zu schaffen, um die jederzeit eintreffenden Menschen unterbringen, versorgen und betreuen zu können. Jedes Dezernant weiß was zu tun ist, das Engagement ist enorm, schätzt Landrat Rolf Keil das Arbeitspensum seiner Mannschaft. In einer internen AG laufen die Fäden zusammen, wird koordiniert, beraten, entschieden, umgesetzt – einen zeitlichen Puffer gibt es angesichts der angekündigten Zahlen nicht mehr.

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Mit der LIGA der Wohlfahrtsverbände wurde die soziale Betreuung abgestimmt. „Diese Aufgabe wird durch die LIGA schnell und unkompliziert durch Sozialarbeiter und mobile Teams abgesichert. Das ist eine wertvolle Unterstützung“, bedankt sich der Landrat.

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Für den Sofortbezug mögliche Notunterkünfte werden in den nächsten Tagen nochmal sondiert und bei Eignung dann unverzüglich in Abstimmung mit den Bürgermeistern für die Nutzung vorbereitet. Dazu zählt der „Ellefelder Hof“ der mit nachverhandelten Konditionen für 18 Monate angemietet wird. Ab 1. Dezember sollen dort 40 Personen untergebracht werden und ab Januar weitere 40 Unterbringungen möglich sein.

Ab 30. November geht die stillgelegte Turnhalle in Rodewisch in Betrieb. Es war die erste, bereits im März, ins Auge gefasste Notunterkunft, in der notwendige Reparaturen durchgeführt wurden. Bis maximal 100 Personen können hier untergebracht werden.

Noch vor Weihnachten soll eine ehemalige Speditionshalle in Obermylau bezugsfertig sein. Vorgesehen für eine zweijährige Nutzung erfolgt ein Umbau für maximal 150 Asylbewerber. Die L-Schule in Oelsnitz kann nach jetziger Planung frühestens Ende Januar 2016 genutzt werden.

Weitere Informationen hat das Landratsamt unter www.vogtlandkreis.de/asyl zusammengefasst. Über weitere Immobilien, die als Notunterkünfte vorbereitet werden, informiert der Vogtlandkreis, sobald die definitiven Entscheidungen getroffen sind.

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Asyl: Weiteres Spitzengespräch des Landrates mit Bürgermeistern und den Fraktionsvorsitzenden des Kreistages

Die den sächsischen Landkreisen zugewiesene Asylbewerbern werden deutlich steigen. Das geht aus der heutigen Übersicht der LD Chemnitz zur landesinternen Verteilung hervor.

„Schon ab nächste Woche steigt die Zahl von wöchentlich 49 Personen auf durchschnittlich 147 Personen und Mitte Dezember und Januar auf wöchentlich 196 Personen“ informierte der Landrat die Fraktionsvorsitzenden des Kreistages und die Bürgermeister. In den nächsten zwei Monaten wird man demnach so viele Menschen aufnehmen müssen wie bisher insgesamt. Das heißt für die kommunale Familie nicht nur die wichtige Frage der Unterbringung sondern auch die gesamte Logistik der Versorgung, Betreibung, Wachschutz etc. bereitzustellen. Dabei ist der Landkreis mit seinen Kommunen im Gesetzesvollzug, appellierte der Landrat an alle Bürgermeister mitzuhelfen.

Die Turnhallen der Schulen sind zunächst nicht im Blick, machte der Landrat deutlich. Er möchte den vollen Schulbetrieb auch weiterhin gewährleisten.

In erster Linie gilt es jedoch weitere Unterkünfte zu aquirieren. „Trocken, warm, satt“ heißt die zu lösende Aufgabe. Gesucht werden weiterhin Wohnungen und verstärkt leerstehende Gewerbeimmobilien und beheizbare Hallen. „Alle Optionen werden aufgerufen“ bat der Landrat die Bürgermeister um Unterstützung, geeignete Kapazitäten zu finden. Keil blieb nicht nur bei der Bitte, sondern bedankte sich auch für das bisher Geleistete. „Das Konzept der dezentralen Unterbringung ging bisher auf“ verwies er auf Plauen, die mit den beiden Wohnheimen, rund 270 Wohnungen und der Erstaufnahmeeinrichtung die meisten Kapazitäten zur Verfügung stellen. „Wir müssen zusammenstehen und Mut machen“, warb OB Ralf Oberdorfer für ein abgestimmtes und geschlossenes Handeln.

Mit den anwesenden Dezernenten und der Beigeordneten wurde deutlich, dass in der Kreisverwaltung viele Bereiche involviert sind, die Aufgaben beherrschbar zu organisieren. Auch die als Puffer seit September ausgewiesene Kapazität an Notunterkünften schmilzt mit den neuen Zahlen und muss ebenso hochgefahren werden.

Mit der Unterbringungskapazität ist auch das Personal zu klären. Schon jetzt hat der Landkreis befristet und unbefristet zusätzliche Stellen besetzen müssen. Die Bürgermeister wurden heute ebenfalls gebeten Mitarbeiter befristet abzustellen u.a. für die Beurteilung des Brandschutzes bei anzumietenden Immobilien, für die Bearbeitung in der Ausländerbehörde, in der Kasse sowie Pädagogen oder Erzieher in der Betreuung.

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Hinzu kommt die gesonderte Unterbringung und Betreuung von minderjährigen Flüchtlingen (Uma), die einen besonderen Schutz bedürfen. Hier hat die Verwaltung bisher 103 Vorgänge bearbeitet und aktuell 61 junge Männer unter 18 Jahren sind in verschiedenen Kinder- und Jugendeinrichtungen untergebracht. Auch hier ist im nächsten Jahr eine Kapazität von 117 Plätzen zu stemmen bei einem Betreuungsschlüssel von einem Sozialarbeiter für 25 Uma`s.

Bei all den Aufgaben wurde auch die Frage der Finanzierung laut. Es geht nicht um die Pauschale für Asylleistungen sondern um die Erstattung aller – sprich auch der Verwaltungs- und aller Nebenkosten. „Die Zahlen werden erfasst“, fordert der Landrat weiterhin eine vollständige Deckung der Ausgaben. „Ebenso erwarten wir ein konsequentes Handeln in Sachen Abschiebung“ hieß es weiterhin bei der für den Vogtlandkreis zu Buche stehenden Zahl von vier Fällen.

Landrat und Bürgermeister vereinbarten sich in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin die Lage sachlich darzustellen, vor welchen Herausforderungen Landkreis und Kommunen stehen. (vl)

2015-11-18

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