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“Ausdauer-Sau” aus Plauen läuft 24 Stunden

Spendenlauf: 350 Runden im Plauener Vogtlandstadion absolviert

Plauen. Alles gut gelaufen: Christin Ziehr aus Plauen ist Ultrawanderin und Weltmeisterin im Wandern. Nach erfolgreichen Non-Stop-Wanderungen unter anderem von Dresden nach Plauen, stand jetzt das nächste rekordverdächtige Event ihrer Karriere auf dem Plan. Im Plauener Vogtlandstadion lief die 37-Jährige 24 Stunden für das Kinderhospiz „Nächstenliebe“ in Auerbach.

Kein Tag ohne Bewegung

Bei besten Wetterbedingungen startete Christin Ziehr am Freitag zu ihrem 24 Stunden-Lauf. Eher durch Zufall kam ihr Wochen vorher der Gedanke dazu, den sie selbst als „Schnapsidee“ bezeichnet. VFC-Präsident Thomas Fritzlar ermöglichte Trainingseinheiten im Vogtlandstadion, da Christin’s Laufband nicht mehr funktionierte und so reifte die Idee bis hin zur Ausführung. Um den Vorhaben einen sozialen Sinn zu geben, rief die Mutter eines Kindes zu Spenden – für jede gelaufene Runde – auf. Nahezu der komplette Alltag im Leben der 37-Jährigen dreht sich um Bewegung. Angefangen bei morgendlichen 90 Minuten Laufband, geht es auch während der Arbeit im familiengeführten Pflegedienst, sportlich einher. Während Christin oberhalb Dienstpläne und sonstige Verwaltungsarbeiten bewältigt, werden rund anderthalb Meter weiter unten, Kilometer gemacht. Vom Laufband runter, geht es dann meistens noch zu einer Afterwork-Einheit. „Ich bin eine Ausdauer-Sau“, beschreibt sich Christin Ziehr bereits vor dem Start im Vogtlandstadion selbst.

Ohne Selbstdisziplin geht es nicht

Um die 35.000 Schritte pro Tag legt Christin Ziehr im Alltag und Training zurück. Selbstdisziplin und Organisation sind wesentliche Bestandteile ihres Erfolges. Nach persönlichen Höchstleistungen folgte jetzt der nächste Härtetest. Am Freitag pünktlich um 13 Uhr lief die Ausdauerläuferin los. An ihrer Seite zur moralischen Unterstützung war Papa Gert. Das Oberhaupt der Familie Ziehr unterstützt das außergewöhnliche Hobby seiner Tochter. Während sich Mutter Kerstin auf dem Grundstück der Tochter einbrachte, ist Papa Gert auch bei diesem Lauf vor Ort. „Auch wenn wir nicht dabei sind, wir haben eine App und schauen immer auf’s Handy, wo wir genau wissen wie viel Runden es schon sind. Es macht uns einfach stolz“, erzählt Gert Ziehr im Gespräch mit Regionalspiegel-Redakteur Sebastian Höfer.

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Zum Frühstück eine Salzbrezel

In der Nacht etwas fröstelnd kam die 37-jährige Ultraläuferin gut durch die Distanz. Gegessen und getrunken wurde im Laufen und zum Frühstück gab es eine Salzbrezel – Eines von einigen Highlights, die sich Christin als Etappenziele setzte. „Die Motivation ist schnell in sein Bett zu kommen. Bei den 24 Stunden-Läufen ist das meistens ein Rundweg und man muss sich extrem motivieren und selber Ziele stecken. Sonst hört man irgendwann auf“, erklärt Christin Ziehr ihre Motivation.

Im Verpflegungskorb (auf der Bank) hat Christin ausreichend Wasser und Nahrung dabei. Als Highlight gab es eine Salzbrezel zum Frühstück. Foto: Sebastian Höfer

24 Stunden erfolgreich gemeistert

Auf den letzten Runden begleiteten Freunde, Familienmitglieder und von der Aktion Begeisterte die Ausdauerläuferin. Punkt 13 Uhr lief die Plauenerin ihre 350. Runde zu Ende, was eine Laufleistung von insgesamt 140 Kilometern bedeutete. Überglücklich und von Gratulanten umgeben, nahm Christin Glückwünsche und Blumen entgegen.

Die letzten Meter beim 24 Stunden-Lauf hatte Christin Ziehr mehrere Begleiter. VFC-Vorstand Lennard Schorch mit Blumen auf der Zielgeraden. Auch Christin’s Sohn Mats lief die letzte Runde mit seiner Mama (schwarzes Outfit). Selbst VFC-Präsident Thomas Fritzlar ließ es sich nicht nehmen und begleitete die Ausnahmeläuferin ins Ziel. Foto: Sebastian Höfer

Auf die Frage hin, auf was sie sich jetzt am meisten freut. Gab die geschaffte, aber stolze Läuferin eine konkrete Aussage: „Auf eine Dusche und mein Bett“. Nach fünfzehn Stunden Schlaf stand Christin am Sonntag schon wieder auf den Beinen. Aktuell gehen noch Spenden für die Aktion ein. In den kommenden Tagen wird der Gesamterlös der Spendenaktion dann verkündet. Die kompletten Spendeneinnahmen gehen an das Kinderhospiz „Nächstenliebe“ in Auerbach.

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