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Ein Bär macht Plauen unsicher

Spitzengeschichte 02
Die Artisten in ihren glitzernden Kostümen, die afrikanischen Löwen mit ihren riesigen Mähnen und gewaltigen Pranken, die gutmütig trottenden grauen Elefantenkolosse, die herausgeputzten Pferde des Zirkus’ Barnum & Bailey.
 

Nachmittags und abends fanden die Vorstellungen statt, mit 400 Pferden, 20 Elefanten, zwölf Kamelen und Dromedaren und einer großen Zahl von Raubtieren. Auf dem Schützenplatz standen drei Manegen, zwei Bühnen und eine Rennbahn. Obwohl die Preise gesalzen waren, strömten Massen in den Zirkus Maximus. Sonderzüge brachten die Besucher aus allen Richtungen nach Plauen.

 

Zirkus in Plauen

40-Spänner vor dem Prunkwagen: Der Zirkus Barnum & Bailey brachte beim Umzug durch Plauen am 30. Juni 1900 Glanz und einen Hauch von fremdländischem Abenteuer in die Stadt. Foto: www.ak-ansichtskarten.de
 

In der Arena ging fast zwei Wochen lang alles glatt, das Malheur passierte erst bei der Weiterreise (in vier Sonderzügen nach Leipzig). Als am 12. Juli die Tiere am Unteren Bahnhof verladen wurden, nutzte ein großer Bär eine Unachtsamkeit seiner Wärter und machte sich davon. Der Petz flüchtete in Richtung Drei Bergen und dann weiter hinunter zur Elster. Ausgerechnet beim Damenbad (später Zellwollbad) sprang der Ausreißer in den Fluss. Unter den planschenden Damen machten sich jäher Schrecken und Angst breit. Zum Glück war der zahme Bär Menschen gewöhnt und blieb friedlich, so dass es den verfolgenden Zirkusleuten bald gelang, den Flüchtling wieder einzufangen.

Die Spitzengeschichten werden Ihnen präsentiert vom Historikus Vogtland. >> zum Historikus Vogtland

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