Heute aktuell, morgen überholt: Lohnen sich Geräte der neuesten Generation?

SmartphoneBereits 1965 formulierte Gordon Moore das nach ihm benannte Gesetz, nach dem sich die Rechenkapazität von integrierten Schaltungen alle ein bis zwei Jahre verdoppelt. Obwohl bereits seit den 90er Jahren immer wieder angekündigt wurde, dass physikalisch keine Steigerung mehr möglich sein würde, wurden die Grenzen bislang immer durch neue Technologien überwunden.

Die Performance von Prozessoren nimmt weiterhin zu. Allerdings steigen auch die Entwicklungskosten kontinuierlich an. Für den durchschnittlichen Nutzer stellt sich deshalb die Frage, ob sich die Investition in neue Technik wirklich noch lohnt.

Der Wertverfall ist enorm

In keiner anderen Branche verläuft der Wertverlust von Neuware derart rapide wie in der Hochtechnologie. Bei einem Neuwagen beträgt er beispielsweise im ersten Jahr rund 25 Prozent – in allen darauf folgenden hingegen nur noch 5 Prozent. Ein Tablet PC, Smartphone oder Laptop erzielt hingegen gebraucht und in perfektem Zustand bereits nach einem Jahr oft nur noch den halben Kaufpreis.

Modelle mit einem Alter von mehr als vier Jahren gelten schon als vollkommen veraltet – sie werden zu einem Bruchteil ihres Anschaffungspreises gehandelt. Problematisch ist dabei nicht allein die Hardware, sondern bei vielen Geräten auch das Betriebssystem. So bietet beispielsweise wegen des hohen Aufwands kein Hersteller Aktualisierungen für Telefone an, die älter als zwei oder drei Produktgenerationen sind. Neue Funktionen lassen sich deshalb nur durch inoffizielle Updates oder einen Neukauf nutzen.

Altgeräte sind für viele Anwendungen geeignet

Die aktuelle Situation stellt den Verbraucher vor ein Dilemma. Einerseits sind ältere Geräte günstig verfügbar, andererseits muss er bei ihnen auf gewisse Eigenschaften verzichten. In vielen Fällen ist diese Einschränkung allerdings kaum zu spüren. Zwar besitzen die neuesten Geräte eine höhere Performance, diese wird meist aber nur unter gewissen Bedingungen wirklich benötigt.

Es sind in erster Linie die neuesten Spiele, die eine extrem hohe Grafikbeschleunigung und Prozessorleistung erfordern. Für viele alltägliche Anwendungen wie etwa das Surfen im Internet oder das Betrachten von Videos sind hingegen auch ältere Geräten uneingeschränkt geeignet. Der größte Nachteil dabei ist, dass hier gewisse Annehmlichkeiten entfallen. So wurde beispielsweise die Bildschirmauflösung von Smartphones innerhalb der letzten Jahre vervielfacht.

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Selbst auf einem Display von wenigen Zoll können Details dargestellt werden, die mittlerweile die Sehfähigkeit eines menschlichen Auges übersteigen. Die Frage bleibt jedoch, ob diese Genauigkeit im praktischen Umgang auch erforderlich ist – Texte, Bilder und Videos leiden unter einer deutlich niedrigeren Punktdichte nur wenig oder gar nicht.

Neugerät oder ein günstiger Preis

Gerade Telefone und Tablet PC werden häufig in Verbindung mit entsprechenden Verträgen von Mobilfunkanbietern in regelmäßigen Abständen – meist 12 bis 24 Monaten – gegen neue Modelle ersetzt. Die Kosten dafür werden allerdings über die Vertragsgebühr auf die monatliche Rechnung umgelegt.

Durch die Verwendung eines eigenen Gerätes lässt sich diese Mehrausgabe umgehen. Gerade durch die kurzen Produktzyklen und den schnellen Wertverfall sind die Preise selbst für relativ neue Modelle niedrig. Sinnvoll ist dabei etwa der Kauf von generalüberholten Geräten aus dem Fachhandel. Im Gegensatz zu Privatverkäufern müssen die Händler in diesem Fall eine Gewährleistung für ihr Produkt übernehmen, falls dieses nicht explizit als defekt angeboten wurde.

Bei einer Bestellung über das Internet beispielsweise ist außerdem ein formloser, unbegründeter Widerruf innerhalb von mindestens zwei Wochen, meist jedoch einem Monat möglich. Auf diese Weise kann der Käufer das Produkt erst einmal in Ruhe testen und begutachten. So lassen sich auch sonst sehr teure Marken und Geräte wie Lenovo Laptops, Apple Smartphones oder andere Marken zu günstigen Preisen erstehen.

Die praktische Anwendung entscheidet

Ohne Zweifel bieten Neugeräte eine Reihe von entscheidenden Vorteilen. Ob diese jedoch die Mehrkosten und den schnellen Wertverlust wieder ausgleichen, hängt in erster Linie von ihrer Verwendung ab. Zudem lassen sich einige Geräte – beispielsweise Laptops oder Computer – durch die nachträgliche Installation von Komponenten in einem gewissen Umfang auf einen aktuellen Stand bringen.

Bei anderen wie Digitalkameras, Tablet PC oder Smartphones ist dies nicht möglich. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass nur die wenigsten Nutzer sämtliche Möglichkeiten der neuen Technologien auch praktisch ausschöpfen. Gerade bei mobilen Devices sollte zudem ein einfacher, aber wichtiger Umstand nicht übersehen werden. Sie werden leichter beschädigt oder gehen verloren.

Der Verlust einer teuren Neuanschaffung ist in diesem Fall verständlicherweise sehr viel schmerzvoller als der eines vergleichsweise günstigen Gerätes. Gerade unter diesem Gesichtspunkt sollte sich jeder Käufer die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, mehr als notwendig zu investieren. Allgemein ist aus all diesen Gründen keine Aussage möglich, ob es sich wirklich lohnt, die immer schnelleren Produktzyklen zu bevorzugen.

Letztendlich sollte eine genaue Abwägung erfolgen, welche Eigenschaften wirklich benötigt werden und welche Ausgaben diese wert sind.

2017-04-27

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