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Plauen Nachrichten Vogtland Nachrichten

Seit Juni Vermisste tot aus der Talsperre Pöhl geborgen

Taucher finden am Donnerstag die beiden Männer, die seit dem Badeunglück Ende Juni vermisst wurden

Wochenlang hatten Angehörige, Freunde und Einsatzkräfte auf eine Nachricht gewartet. Nun herrscht traurige Gewissheit: An der Talsperre Pöhl sind am Donnerstag, 27. August 2026, zwei tote Personen aus dem Wasser geborgen worden. Bei ihnen handelt es sich um die beiden Männer, die seit dem Badeunglück am 28. Juni vermisst wurden.

Taucher der sächsischen Bereitschaftspolizei waren erneut an der Talsperre im Einsatz. Im Laufe des Tages gelang es ihnen, die beiden Leichname aus dem Gewässer zu bergen. Damit endet eine fast zweimonatige Ungewissheit für die Familien und Freunde der Vermissten.

Tragisches Unglück Ende Juni

Das Unglück hatte sich am 28. Juni auf der Talsperre Pöhl ereignet. Ein Trio, zwei Männer und eine Frau, war mit einem Tretboot auf dem Gewässer unterwegs. Die beiden Männer gingen ins Wasser und wurden nach bisherigen Erkenntnissen von einer Strömung erfasst. Anschließend fehlte von ihnen jede Spur.

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Noch am Unglückstag lief eine umfangreiche Suchaktion an. Polizei, Wasserschutzpolizei, Wasserwacht, Rettungstaucher und mehrere Feuerwehren waren im Einsatz. Die Wasseroberfläche wurde mit Booten und Drohnen abgesucht. In den Nachtstunden mussten die Maßnahmen zunächst unterbrochen werden.

Auch in den darauffolgenden Tagen wurde mit erheblichem technischen und personellen Aufwand nach den beiden Männern gesucht. Ein Sonarboot scannte den Grund der Talsperre ab. Suchhunde kamen im Uferbereich zum Einsatz, Drohnen unterstützten die Einsatzkräfte bei der Suche aus der Luft. Polizeitaucher konzentrierten sich auf den mutmaßlichen Unglücksort und angrenzende Bereiche unter Wasser.

Die Bedingungen erschwerten die Arbeiten teilweise zusätzlich. Eine Gewitterwarnung führte zwischenzeitlich dazu, dass Taucher aus Sicherheitsgründen nicht ins Wasser gehen konnten. Boote der Wasserschutzpolizei setzten die Suche auf der Talsperre dennoch fort. Trotz der intensiven Maßnahmen blieben die beiden Männer zunächst verschwunden.

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Für Angehörige begann eine quälende Zeit

Für die Familien und den Freundeskreis bedeutete das Ausbleiben eines Fundes eine besondere Belastung. Neben der Trauer stand über Wochen die Ungewissheit. Solange die Vermissten nicht gefunden waren, war auch ein endgültiger Abschied kaum möglich.

Hinzu kamen organisatorische und finanzielle Fragen, die dadurch erschwert wurden, dass die beiden Männer weiterhin offiziell als vermisst galten.

Einer der Vermissten war der 28-jährige Andrei. Für ihn hatte Maria W. eine Spendenaktion unter dem Titel „In Gedenken an Andrei“ auf Gofundme gestartet. Die Kampagne sollte vor allem seine Mutter, seine Familie und weitere Angehörige unterstützen.

Nach Angaben der Initiatoren sollte das Geld dabei helfen, Kosten rund um eine mögliche Bestattung und weitere notwendige Ausgaben in dieser Ausnahmesituation zu bewältigen. Auch eine mögliche private Suche hätte mit einem Teil der Mittel unterstützt werden können, falls die offiziellen Suchmaßnahmen eingestellt worden wären.

Zum Zeitpunkt des ursprünglichen Berichts waren 1.695 Euro zusammengekommen. Die Initiatoren bezeichneten jeden Beitrag – unabhängig von seiner Höhe – als Zeichen der Anteilnahme und baten Menschen, die nicht selbst spenden konnten, die Aktion weiterzuverbreiten.

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Andrei hatte enge Verbindungen ins Vogtland

Der Fall bewegte auch viele Menschen im Vogtland. Andrei war im Plauener Ortsteil Chrieschwitz aufgewachsen. Dort verbrachte er seine Kindheit, spielte mit Freunden auf der Straße Fußball und knüpfte früh enge Freundschaften.

Mit einem seiner heutigen engsten Freunde besuchte er später dieselbe Schule und Klasse. Zeitweise lebten die beiden sogar gemeinsam in einer Wohnung. Sein Umfeld beschrieb Andrei als lebensfrohen, warmherzigen und hilfsbereiten Menschen, der für andere da gewesen sei, ihnen zuhörte und mit seiner fröhlichen Art einen bleibenden Eindruck hinterließ.

In der Spendenaktion wurde sein Handeln am Tag des Unglücks besonders hervorgehoben. Demnach habe Andrei nicht gezögert, als ein Mensch in höchster Not Hilfe benötigte. Sein Versuch zu helfen habe schließlich in der Tragödie geendet.

„Was als Versuch begann, einem Menschen in höchster Not zu helfen, endete in einer unfassbaren Tragödie“, schrieb Maria Werner in dem Aufruf. Andrei habe aus Mitgefühl und Menschlichkeit gehandelt und werde deshalb für seine Angehörigen und Freunde für immer ein Held bleiben.

Wochenlange Suche endet mit trauriger Gewissheit

Mit der Bergung der beiden Männer steht nun fest, was Angehörige über Wochen befürchten mussten. Die Suche nach den Vermissten hat nach fast zwei Monaten ein trauriges Ende gefunden.

Aus dem rätselhaften Verschwinden nach dem Badeunglück ist damit traurige Gewissheit geworden. Für die Familien beginnt nun eine neue, schwere Phase: Nach Wochen des Wartens können sie Abschied nehmen – zugleich müssen sie den endgültigen Verlust verarbeiten.

Die Spendenaktion für Andrei war ursprünglich auch als Unterstützung in der Zeit der Ungewissheit gedacht. Die Kampagne sollte finanzielle Belastungen abfedern und zugleich daran erinnern, dass die beiden Männer und ihre Geschichte nicht vergessen werden.

Das Unglück an der Talsperre Pöhl hat damit auch Wochen später nichts von seiner Tragik verloren. Zwei Männer, die Ende Juni beim Baden von einem Tretboot aus verschwanden, wurden nun gefunden – tot im Wasser der Talsperre.

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