Vogtland muss noch mehr Asylbewerber aufnehmen

Rund 1350 Asylbewerber derzeit im Vogtland

Der Vogtlandkreis wird nach Verlautbarungen des Innenministeriums wohl noch mehr Asylbewerber aufnehmen müssen. „Wir stellen uns darauf ein, auch wenn eine aktualisierte Verteilung noch nicht vorliegt“, so Landrat Rolf Keil.

Der Landrat hatte kurzfristig die Bürgermeister eingeladen, um nochmals auf die Dringlichkeit der Lage und die notwendigen Unterbringungskapazitäten hinzuweisen. „Und zwar überall im Landkreis“, betont Keil, „denn nur mit der Mitwirkung und Solidarität aller Kommunen können wir eine geordnete Unterbringung und Versorgung gewährleisten.“ Mit allen Bürgermeistern ist die Kreisverwaltung im Gespräch und in ständiger Abstimmung.

Aktuell rund 1350 Asylbewerber registriert. „Wir werden auch weiterhin alles daran setzen die Menschen auch menschenwürdig unterzubringen.“, macht der Landrat deutlich und bedankt sich bei den Bürgermeistern, bei den Bürgern, Kirchen, Vereinen und Verbänden für die anhaltende Unterstützung Wohnraum anzubieten und die sozialen Betreuung mit zu organisieren.

„Die Situation ist bis Ende des Jahres und darüberhinaus nicht vorherzusehen und ein Notfallplan unbedingt notwendig.“, orientiert Keil auf den bereits ankündigte Winternotfallplan, sprich eine eiserne Reserve, um für Unvorhergesehenes gewappnet zu sein. Daher wird die zuletzt angepeilte Kapazität der Notquartiere von ca. 400 Plätzen verdoppelt. Ein riesiger Kraftakt, nennt es Keil für alle die daran mitleisten. Vorgesehen ist die Turnhalle in Rodewisch, die leer gezogene L-Schule in Oelsnitz und andere Objekte, die mit den Bürgermeistern abgestimmt werden in der Prüfung sind auch leer stehende Großmärkte in der Region. Mit der Unterbringung sind die soziale Betreuung, Verpflegung, der Wachschutz und weiteres zu klären, macht die Kreisverwaltung den Umfang deutlich.

Im Jugendhilfeausschuss in der letzten Woche informierte Jugendamtsleiter Dr. Berthold Geier zur Unterbringung minderjähriger Asylbewerber. Diese werden extra erfasst, untergebracht und betreut, weil sie als Minderjährige laut Gesetz einem besonderen Schutz bedürfen. Das zweistufige Verfahren ist mit den Wohlfahrtsträgern abgestimmt, stellte Dr. Geier das Konzept vor. Derzeit sind 32 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren in der Betreuung. Laut Prognose ist ab 2016 im Vogtlandkreis mit 100 bis 150 jugendlichen Asylbewerbern zu rechnen. (vl)

2015-09-16, 12:36:47

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