Plauen erlebt neue Staffel der Falknerei‑Webserie
Neue Folgen zeigen den spannenden Alltag in der Falknerei Herrmann
In der neuen Staffel der Web-Serie Flugmodus öffnet die Falknerei Herrmann in Plauen erneut ihre Welt für die Kamera. Die Folgen 7 bis 10 nehmen die Zuschauer mit zu Wanderfalken, Steinkäuzen, Weißkopfseeadler-Dame Lakota und vielen weiteren gefiederten Stars der Flugshows.
Ein Blick hinter die Kulissen der Flugshows
Mitten im Dreiländereck Sachsen, Bayern und Thüringen, umgeben von den Hügeln des Vogtlandes, liegt die Falknerei Herrmann. Falkner Hans-Peter Herrmann und sein Team zeigen in der Web-Serie Flugmodus exklusiv, wie hinter den Kulissen der beliebten Flugshows gearbeitet wird.

Eulen, Adler, Falken, Geier, Milane, Habichte, die lachenden Hänse und Storch Adebar werden mit viel Liebe und Leidenschaft für Tier und Natur umsorgt. Die Serie richtet sich an Groß und Klein, Jung und Alt, Kinder, Erwachsene und Familien. Erzählt wird mit Spannung, Witz und dem Blick fürs tierische Detail.
Folge 7: Wanderfalkenküken, Bienen und Steinkäuze
In Folge 7 erleben die Zuschauer spektakuläre Bilder, wenn ein Wanderfalkenküken aus dem Ei schlüpft. Imker Steffen Morgner öffnet auf dem Gelände der Falknerei eine Bienenbeute und gewährt einen Blick in das Leben der Bienen.
Bei den Steinkäuzen bereiten die Steinkauzeltern die Bruthöhle für den Schlupf vor. So werden verschiedene Facetten der Tierwelt auf dem Gelände der Falknerei sichtbar.
Folge 8: Handaufzucht und Rätsel um Lakota
Folge 8 widmet sich den kleinen Wanderfalkenküken, die von Falkner Hans-Peter Herrmann von Hand gefüttert werden. Die Nähe zwischen Mensch und Tier steht hier besonders im Mittelpunkt.
Nach der Flugschau bleibt Weißkopfseeadler-Dame Lakota immer wieder länger weg und unternimmt kilometerweite Ausflüge. Das Team der Falknerei kennt dieses Verhalten und weiß, dass Lakota zurückkehrt. Doch diesmal ist es anders – die Folge lässt offen, was hinter dieser Veränderung steckt und sorgt so für zusätzliche Spannung.
Folge 9: Steinkäuze für die Auswilderung
In Folge 9 geht es um die Steinkäuze, die in der Falknerei Jahr für Jahr für die Auswilderung gezüchtet werden. Beim Besuch bei Peter Koch in der Nuthe-Nieblitz-Niederung werden Auswilderungsvolieren besichtigt, außerdem werden wilde Steinkäuze entdeckt.
Zurück in Plauen erhält die Falknerei Herrmann vier junge Wüstenbussarde, für die noch Namen gesucht werden. Andi stellt Riesenseeadler Iwan vor und erklärt, was ein Gewölle ist. Max füttert die jungen Wanderfalken, die von Tag zu Tag wachsen.
Folge 10: Sorge um junge Wanderfalken und seltene Sumpfohreulen
In Folge 10 stehen die jungen Wanderfalken im Mittelpunkt, denen es sichtbar schlecht geht. Falkner Hans-Peter Herrmann muss handeln, um den Tieren zu helfen.
Außerdem suchen die Falkner an der Weißen Elster nach Sumpfohreulen. Eines dieser seltenen Tiere war in einer früheren Folge verletzt gefunden worden. Die Frage, ob die Sumpfohreule im Vogtland heimisch sein könnte, begleitet die Spurensuche. Die Jungtiere der Steinkäuze sind inzwischen herangewachsen und werden die Bruthöhle bald verlassen.
Faszination Greifvögel in Ostdeutschlands größter Falknerei
Abseits der Kamera erleben Besucher der Falknerei Herrmann bei einer Flugvorführung die Faszination der Greifvögel und Eulen hautnah. Die Gäste erfahren mehr über die Lebensweise der Greifvögel, ihre Jagd, ihr Verhalten und ihre Gefährdung in der freien Natur.
Spektakuläre Sturzflüge der Falken, der majestätische Flug der Adler hoch am Himmel und der nahezu lautlose Flug der Eulen knapp über den Köpfen des Publikums prägen die Show.
Immaterielles Kulturerbe
Die UNESCO hat die Falknerei als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt. Durch den weiteren Ausbau der Falknerei wurde die Attraktivität auch außerhalb der Flugvorführungen in den letzten Jahren immer weiter gesteigert. Die neue Staffel der Web-Serie Flugmodus knüpft an diese Entwicklung an und macht sichtbar, wie viel fachliche Arbeit, Leidenschaft und Verantwortung hinter jeder Flugshow und hinter jedem Tier in der Falknerei Herrmann stehen.
Mensch und Greifvögel: ein besonderes Vertrauensverhältnis
Wenn Adler zu ihrem majestätischen Flug in den Himmel aufsteigen oder Falken ihre spektakulären Sturzflüge vorführen, ist Hans-Peter Herrmann in seinem Element. In seiner Plauener Falknerei setzt der 36-jährige Falkner Maßstäbe – und lebt täglich vor, wie eng das Verhältnis zwischen Mensch und Greifvogel sein kann.
Schon an den Schlafstellen seiner Tiere wird deutlich, wie vertraut dieses Miteinander ist: Geht er an den Greifvögeln vorbei, locken sie ihn, krächzen und rufen, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Bei Fremden hingegen bleiben sie still. Für Hans-Peter Herrmann ist das ein Beleg für sein Verständnis von Tierhaltung. „Falknerei ist eine faire Tierhaltung. Die Vögel können frei fliegen und entscheiden selbst, ob sie wiederkommen. Sie müssen sich in ihrem Zuhause wohlfühlen“, betont er.
Das GPS zeigt, wie groß die Freiheit seiner Schützlinge ist: Manche Vögel fliegen bis nach Tschechien oder Oberfranken, sind bis zu vier Tage unterwegs und kehren dann wieder zu ihrem Falkner zurück. Rund 50 Tiere beherbergt die Falknerei Herrmann, darunter Falken, Eulen und Adler. Hans-Peter und sechs Mitarbeiter kümmern sich auch um verletzte Wildvögel, die nach ihrer Genesung wieder in die Natur entlassen werden. Außerdem werden Steinkäuze und Eulen gezüchtet und ausgewildert – aus Überzeugung. „Der Mensch hat der Natur viel genommen. Es ist Zeit, etwas zurückzugeben.“
„Schon als Kind haben mich Greifvögel und ihre Freiheit fasziniert. Ich bin dankbar, dass ich mit Tieren zusammenarbeiten darf, die mit ihren Eigenschaften über mir stehen. Manchmal bin ich den Tränen nah, weil ich mir meinen Traum verwirklichen konnte.“
Hans-Peter Herrmann
Nach seiner Ausbildung zum Forstwirt arbeitete der gebürtige Vogtländer in Falknereien in Bayern, Österreich und Spanien, bevor er 2009 in Plauen begann, seine eigene Falknerei aufzubauen. Inzwischen sind die Flugshows ein Besuchermagnet mit zehntausenden Besuchern im Jahr.
Ausbaupläne, Gänsehaut-Momente und Bildungsarbeit
Hinter den Kulissen der Falknerei Herrmann wird nicht nur trainiert, gepflegt und gefüttert – es wird auch an der Zukunft gearbeitet. Das drei Hektar große Areal an der Pfaffengutstraße soll weiter wachsen und sich verändern. Neue Volieren, ein Streichelzoo, eine große Zuchtanlage, zusätzliche Parkplätze und ein Labor, das kleinere Operationen bei verletzten Tieren ermöglicht, gehören zu den Plänen für die nächsten Schritte.
Die tägliche Arbeit mit den Tieren sieht Hans-Peter Herrmann als Schlüssel. „Die Ausbildung unserer Vögel ist wegweisend. Viele Besucher sind vom Fach und fragen: Wie macht ihr das bloß?“, berichtet er. Entscheidend sei, Stunde um Stunde mit den Greifvögeln zu verbringen. „Die Vögel sind Persönlichkeiten. Sie haben Schwächen und Stärken.“ Auch für ihn selbst bleiben die Begegnungen eindrücklich: Wenn das sibirische Uhu-Weibchen Olga lautlos über die Köpfe der Zuschauer fliegt und sein weißes Federkleid aufplustert, wenn die Himalaja-Geier-Dame Gabi ihre Flügel-Spannweite von über drei Metern zeigt oder ein Adler auf über 5000 Meter steigt, um dann in den Sturzflug überzugehen – das sorgt immer wieder für Gänsehaut.
Gleichzeitig versteht sich die Falknerei als Bildungsort. Hans-Peter Herrmann legt Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Mit Kindern untersucht er im Biologie-Unterricht Vogelfedern, bei den Walderlebnistouren der Falknerei stehen Spurenlesen, Pflanzenkunde und Tierbeobachtungen auf dem Programm. Im Sommer finden täglich außer montags Flugshows statt, im Winter ist die mobile Falknerei unterwegs – etwa in Seniorenheimen, Kurkliniken oder bei privaten Feiern. So reicht der Blick hinter die Kulissen weit über das Gelände hinaus und macht die Arbeit der Falknerei in der ganzen Region erlebbar.







