Gassalarm bei Plauener Brauerei

Gefahr nach rund 90 Minuten gebannt

041011 ÜbungGenau 18.28 Uhr wurde in der Plauener Sternquell-Brauerei in Neuensalz Gasalarm ausgelöst. Damit begann kürzlich eine groß angelegte Übung der Feuerwehr.

Schon um 18.38 Uhr rollten die ersten Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn auf das Brauereigelände. Das Szenario: Durch eine Havarie strömte Ammoniak-Gas aus, Teile des Betriebsgeländes waren betroffen. Die Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff, die toxisch wirken kann, wird in der Brauerei als Kältemittel verwendet.

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„Es ist ein natürliches Gas, dessen Einsatz aus energetischer Sicht sinnvoll ist, den Treibhauseffekt nicht fördert und die Ozonschicht nicht zerstört“, begründet Rüdiger Senf, Technischer Leiter bei Sternquell den Einsatz des Gases. Als Brandschutzbeauftragter des Brauhauses verweist er darauf, dass hohe technische Standards eingehalten werden müssen. „Und es muss auch der Ernstfall geprobt werden“, begründet er die Übung, die von Fachgebiet Brandschutz und Unternehmen im kleinen Kreis seit einem viertel Jahr vorbereitet wurde.

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In wenigen Minuten waren 40 Feuerwehrleute mit zehn Fahrzeugen auf dem Brauereigelände. Beteiligt waren Kameraden der Berufsfeuerwehr Plauen und der Freiwilligen Feuerwehren Plauen – Stadtmitte und FFW Neuensalz. Vor dem Maschinenhaus wurden Spezialcontainer für ABC-Einsätze abgeladen, Schutzanzüge und Atemmasken bereitgelegt, zwei Feuerwehrmänner zogen sie mit Hilfe ihrer Kollegen an, erkundeten mit Prüfungsröhrchen das Gelände. Auf der anderen Seite des Gebäudes wurden die Druckschläuche ausgerollt, der Einsatz begann.

Inzwischen war auch das gesamte Brauereigelände evakuiert worden. „22 Mitarbeiter waren in zehn Minuten am Sammelpunkt“, freute sich Rüdiger Senf. Im Maschinenhaus mussten Steve Hertel und Ralf Thormann in den Schutzanzügen die defekte Rohrleitung reparieren. Danach wurde das Gas abgepumpt. Zwischen den roten Fahrzeugen hatten die Feuerwehrleute zwischenzeitlich eine Duschkabine zur Dekontaminierung aufgebaut, ebenso Schutzzelte errichtet. Nach cirka 90 Minuten konnte Entwarnung gegeben werden.

„Das Zusammenspiel hat geklappt, die Aufgaben wurden erfüllt“, schätzte der Übungsverantwortliche Klaus Kober von der Plauener Berufsfeuerwehr ein. Er betont, dass solche Übungen vorbereitet werden müssen, um spezielle Übungsschutzanzüge und Messröhrchen bereitzustellen, damit letztlich Kosten gespart werden können. Natürlich wissen die Feuerwehrleute, die letztlich alarmiert werden, nichts davon. „Insgesamt war die Übung erfolgreich, auch dank de, das guten Zusammenarbeit mit der Sternquell-Brauerei“, so das Fazit des Einsatzleiters Ralf Begerock nach der Übung, als sich Feuerwehrleute und Brauerei-Mitarbeiter zu einem Imbiss zusammen setzten und, wer konnte, mit einem frischen Sternquell anstießen. (gb)

2011-10-05

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