Filmisches Denkmal für Plauener Werner Hartenstein

Ein filmisches Denkmal für Werner Hartenstein

081111 HartensteinDer Plauener Werner Hartenstein, geboren 1908, war im 2. Weltkrieg Kommandant der U-156 Plauen. Der ARD-Zweiteiler „Laconia“ beschäftigt sich mit seinem Handeln während des Krieges. Ein filmisches Denkmal, meinen Historiker.

„Der beste U-Boot-Film seit ‚Das Boot’“ ist nur einer von vielen begeisterten Zuschauerkommentaren, die zu „The Sinking of the Laconia“ im Netz herumgeistern. Der von der ARD und der BBC in Zusammenarbeit produzierte Film wurde im November von der ARD erstmals in Deutschland ausgestrahlt.

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„Als der Film im Januar dieses Jahres in England gezeigt wurde, erwies er sich als Straßenfeger und bescherte BBC 2 die höchsten Einschaltquoten seit der Gründung des Senders 1964“, sagte Gerd Naumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums Plauen. In Deutschland sahen den Film rund 5,3 Millionen Menschen. Ein Plauener war es, der eine ganz zentrale Rolle bei diesem tatsächlich stattgefundenen historischen Ereignis spielte: Werner Hartenstein, Korvettenkapitän, Kommandant von U-156, geboren am 27. Februar 1908 in Plauen.

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Im Film geht es um ein Geschehen zwischen dem 12. und 17. September 1942, als Hartenstein vor der westafrikanischen Küste den britischen Truppentransporter “Laconia“ entdeckt. Das U-Boot torpediert das Schiff, taucht daneben auf, um die leitenden Offiziere gefangen zu nehmen. Doch in der Tat kämpfen knapp 3000 Menschen im Wasser um ihr Leben. Zusätzlich zur 136 Mann starken Besatzung waren Hunderte polnische und britische Soldaten, zahlreiche Zivilisten und 1809 italienische Kriegsgefangene – insgesamt 2741 Personen an Bord. Was dann geschieht, wird von den einen als Akt der Menschlichkeit bezeichnet; Hartenstein nämlich setzt alles daran, so viele Menschen wie möglich – und ohne Unterschiede zu machen – aus den Fluten zu retten. Andere sehen den „Helden“ Hartenstein anders, bezeichnen ihn wegen der Versenkung der Laconia gar als „Kriegsverbrecher“ und als „Nazi“, so diskutiert bei einem im August 2011 geführten Podiumsgespräch im Plauener Malzhaus.

Nicht nur Überlebende der Laconia sehen ihn als Helden. Das beweisen die häufigen Besuche von Helen Charles in Plauen, die im Alter von vier Monaten mit ihren Eltern auf der Laconia reiste und zu den durch Hartenstein Geretteten gehörte, und ebenso die Besuche von David C. Jones samt Frau, der als Kadett am 19. September 1942 die Torpedierung der „Quebec City“ erlebte und sein Leben ebenfalls Werner Hartenstein verdankt.

Captain Jones erinnert sich: “Ich habe Hartenstein immer bewundert als einen braven und ehrenvollen Marineoffizier, immer mit der Bereitschaft, Leben zu retten, wenn dies möglich und ausführbar war. Man gab damals gegenseitig der Hoffnung Ausdruck, sich einmal in einer besseren und friedvolleren Welt zu begegnen.“ Bemerkenswert war die Rettung der Mannschaft der Quebec City am 19. September 1942 vor allem deshalb, weil Karl Dönitz, der Befehlshaber der U-Boote, erst am 17. September 1942 unter dem Eindruck einer Bomberattacke gegen U-156 während der Laconia-Rettungsaktion (16. September 1942) den sogenannten Laconia-Befehl erlassen hatte, der mit sofortiger Wirkung den U-Boot-Besatzungen jegliche Rettungsaktionen und Hilfeleistungen strikt untersagte. Hartenstein hielt sich nicht an dieses Verbot.

Werner Hartenstein trat am 1. April 1928 nach dem Abitur am Staatsgymnasium Plauen und zweijährigem Jurastudium als Offiziersanwärter in die Reichsmarine ein. Am 4. September 1941 übernahm er das Kommando des U-Bootes 156 „Plauen“. Am 8. März 1943 fiel er im Krieg, mit der „Plauen“ versank er östlich von Barbados. Die gesamte Besatzung von 52 Mann kam ums Leben. Das Boot liegt noch heute in 3500 Meter Tiefe. (pl)

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2011-11-08

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