Integration und Ausbildung zur Fachkraft
Die Integration junger vietnamesischer Auszubildender in der Region Vogtland erfolgt über den Verein Netzwerk Fachkräfte International, der ihnen beim Ankommen und Eingliedern in die lokale Arbeitswelt und den Alltag im Vogtland hilft.

Laut Kieu Le-Hahn, geschäftsführendes Vorstandsmitglied Netzwerk Fachkräfte International, gestaltet sich die Ankunft junger Menschen aus Vietnam im Vogtland als herausfordernd. Zwischen der hektischen Großstadt und der Schnelllebigkeit in Vietnam und der ruhigen Kleinstadtidylle im Vogtland liegt nicht nur ein weiter Weg, sondern auch ein kultureller Schock, der viele Facetten umfasst. Insbesondere die unterschiedlichen Bürokratieabläufe und die Sozialstruktur sind oft ungewohnt.
Die Vietnamesin Thu Nguyen ist seit April in Bad Elster als Hotelfachfrau im Hotel König Albert tätig. Ihre dreiunddreißig Lebensjahre sieht man ihr nicht an. Mit Anfang zwanzig ist die junge Frau jetzt im Oberen Vogtland heimisch. Ihre offene, freundliche Art kommt nicht nur im Gespräch mit unserem Redakteur gut an. Auch die Hotelgäste sind von Nguyen begeistert. Wie die ausgeglichen-wirkende Nguyen schildert, sei die Veränderung der Tagesstruktur für sie eine positive Erfahrung. Unterstützung erhält sie durch den Verein, der als verlässlicher Partner fungiert und den jungen Menschen hilft, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
„Zu Hause ist da, wo man sich wohlfühlt.“
Kieu Le-Hahn
Weil Kieu Le-Hahn Deutsch und Vietnamesisch spricht, ist sie für viele Azubis weit mehr als eine Ansprechpartnerin im Büro. Sie hilft bei Formularen, begleitet zu Terminen, unterstützt bei der Wohnungssuche und organisiert auch Begegnungen außerhalb der Arbeit. „Wir treffen uns auch privat mal am Wochenende“, sagt sie. Der Gedanke dahinter ist einfach: Wer bleiben soll, muss sich nicht nur im Betrieb zurechtfinden, sondern auch im Leben. Oder wie Le-Hahn es formuliert: „Zu Hause ist da, wo man sich wohlfühlt.“
Le-Hahn’s Elter sind das klassische DDR-Pärchen der damaligen Zeit. Kennengelernt haben sich die zwei damaligen Vertragsarbeiter im Großbetrieb Plauener Gardine. Eine Betreuung über den beruflichen Alltag hinaus gab es nicht. Der Sprachbarriere wurde im Betrieb mit Dolmetscher und Sprachkursen begegnet.
Verein fördert Fachkräftegewinnung in der Region
Heutzutage soll durch den Verein Integration anders funktionieren: persönlicher, verlässlicher und langfristiger. Und dafür setzt sich der Verein Netzwerk Fachkräfte international ein. Vor zwei Jahren gründete sich der Verein mit Sitz am Albertplatz in Plauen. Treibende Kraft dabei war Doktor Sigrid Müller, die bereits 2018 Fachkräfte in die Region lotste, damals noch aus Italien. Weitere Länder wie Indonesien und Indien sollen folgen.
Gegenwärtig werden rund 80 junge Menschen betreut. Der Vorstand besteht aus mehreren Mitgliedern, darunter Marc Cantauw, der die Notwendigkeit internationaler Fachkräftegewinnung betont. Der engagierte Hotelier sieht den Fachkräftemangel in viele Branchen und den Verein als Schützer und Retter heimischer Ausbildungsplätze.
Die Bedeutung der deutschen dualen Ausbildung wird durch die Auszubildende Nguyen unterstrichen. Sie erkennt die Vorteile, die sich aus einer solchen Ausbildung ergeben, insbesondere angesichts der unterschiedlichen Ausbildungsstrukturen in Vietnam.
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