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Projekt „M1llion“ in Plauen: Initiator Marcel Baldauf grenzt sich von Extremismus ab

Plauen am 8. August: Dutzende Kundgebungen, Sperrungen und ÖPNV‑Einschränkungen

Am Samstag soll in Plauen eine der größten Demonstrationen stattfinden, die das Vogtland in den vergangenen Jahren erlebt hat. Die Initiative „Projekt M1llion“ hat bei der Versammlungsbehörde einen Protestzug mit bis zu 10.000 Teilnehmenden angemeldet.

Hinter der Bewegung steht der 44‑jährige Marcel Baldauf aus Burkhardtsdorf im Erzgebirge und der betont im Gespräch mit VOGTLAND-TV die friedliche Ausrichtung der Aktion.

„Wir grenzen uns klipp und klar ab von jeglicher Art von Extremismus, von Gewalt und von Aufrufen zu Gewalt. Das sind nicht wir, wir sind friedlich, wir gehen friedlich protestieren und das ist unser Ziel.“

Marcel Baldauf

Geplanter Ablauf: Autokorsos, Aufzug, Kundgebungen

Die Organisatoren rechnen damit, dass bereits am Freitag und Samstag mehrere Autokorsos aus verschiedenen Teilen Deutschlands nach Plauen kommen. Am Samstag ist gegen 10 Uhr eine Auftaktkundgebung auf dem Albertplatz vorgesehen. Ab etwa 12.30 Uhr soll ein Demonstrationszug durch die Stadt führen, unter anderem über August‑Bebel‑Straße, Martin‑Luther‑Straße, Friedensstraße, Neundorfer Straße und Bahnhofstraße. Am Nachmittag ist eine Abschlusskundgebung erneut am Albertplatz geplant.

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Parallel dazu sind weitere Versammlungen und Gegenkundgebungen angemeldet. Insgesamt liegen der Versammlungsbehörde nach eigenen Angaben zwölf Anzeigen vor, darunter Mahnwachen, Kundgebungen und mehrere Autokorsos. Wegen der Vielzahl an Veranstaltungen ist mit erheblichen Verkehrseinschränkungen und zeitweisen Straßensperrungen im Stadtgebiet zu rechnen.

Eine Liste der geplanten Aktionen finden Sie in unserem Artikel „Zwölf Versammlungen und Autokorsos in Plauen für Samstag angekündigt“

„Stimme der Bürger wird nicht mehr gehört“

Inhaltlich versteht sich „Projekt M1llion“ als regierungskritische Protestbewegung. In einem 11‑Punkte‑Papier fordert die Initiative unter anderem den sofortigen Rücktritt der Bundesregierung und anschließende Neuwahlen. Weitere Forderungen betreffen Volksentscheide nach Schweizer Vorbild, eine Neuausrichtung der Migrationspolitik, Änderungen in der Steuer‑ und Energiepolitik, ein bundesweites 29‑Euro‑Ticket, einen Stopp der geplanten Gesundheitsreform, eine Verschlankung des Staatsapparates sowie die Einführung einer Haftung für Politikerinnen und Politiker.

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Marcel Baldauf, Mitbegründer der Initiative „Projekt M1llion“, will am Samstag bis zu 10.000 Menschen zum Protestzug durch Plauen mobilisieren. Foto: VOGTLAND-TV
Marcel Baldauf, Mitbegründer der Initiative „Projekt M1llion“, will am Samstag bis zu 10.000 Menschen zum Protestzug durch Plauen mobilisieren. Foto: VOGTLAND-TV

Baldauf beschreibt seine Motivation so: „Das Problem ist ja einfach in Deutschland: Die Stimme der Bürger wird nicht mehr gehört.“ Zugleich betont er, die Initiative lasse sich politisch nicht vereinnahmen: „Wir lassen uns nicht von irgendwelchen radikalen Seiten da einnehmen, egal ob von links oder von rechts. Jeder, der auf Krawall gebürstet ist oder der versucht, die Veranstaltung zu stören, wird rigoros entfernt.“

Nach eigenen Angaben vernetzt das Projekt über soziale Medien eine bundesweite Community aus unterschiedlichen Berufsgruppen – etwa Landwirte, Pflegekräfte, Unternehmer oder Influencer. Organisatorisch tritt „Projekt M1llion“ nicht als Partei oder Verein auf; die Initiative versteht sich als überparteiliche Plattform.

Debatte um das Datum 8. August

Zusätzliche Diskussionen hat die Wahl des Demonstrationstermins ausgelöst. Der 8.8. wird in rechtsextremen Kreisen häufig als Zahlensymbol verwendet. In sozialen Netzwerken war daher teils spekuliert worden, die Initiative bewege sich in einem entsprechenden Umfeld.

Baldauf weist diesen Vorwurf nachdrücklich zurück. „Deswegen ist der 8. August zustande gekommen“, sagt er mit Blick auf praktische Gründe bei der Planung. „Jeglicher Versuch, das zu instrumentalisieren und uns in eine Ecke zu stecken, ist einfach grundsätzlich falsch.“ Man distanziere sich von entsprechenden Deutungen im Netz: „Wir distanzieren uns von jeglichen Aussagen, die da im Internet kursieren, über dieses Datum oder über die Wahl des Datums. Es hat rein organisatorische Gründe und steht auch in Rücksicht auf die Schulanfänger in der Stadt Plauen.“

Bereits im Juni hatte „Projekt M1llion“ zu einer Großdemonstration am Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. Damals kündigten die Organisatoren eine Teilnehmerzahl von bis zu einer Million Menschen an. Die Polizei ging dort von deutlich weniger Teilnehmenden aus, während die Initiative ihrerseits höhere Zahlen nannte.

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Anspruch: „Friedlicher Protest“ und parteipolitische Neutralität

Für Plauen kündigt Baldauf an, auf parteipolitische Reden verzichten zu wollen. Stattdessen sollen Menschen aus Berufsgruppen zu Wort kommen, die sich von der aktuellen Politik besonders betroffen sehen – etwa Pflegekräfte, Beschäftigte im Gesundheitswesen oder Landwirte. Die Initiative will nach eigenen Angaben damit den Eindruck unterstreichen, dass man eine „breite Mitte“ der Gesellschaft repräsentiere.

Für Baldauf ist die zentrale Botschaft des Tages klar: „Mit einem friedlichen Protest hoffe ich, dass die Stimme der Bürger wieder gehört wird.“

Sicherheit und Verkehr: Behörden raten zu mehr Zeit

Um die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten und zugleich die öffentliche Sicherheit zu sichern, bereiten sich das Landratsamt Vogtlandkreis, die Stadt Plauen und die Polizeidirektion Zwickau gemeinsam auf den Tag vor. Aufgrund der verschiedenen Aufzüge und Kundgebungen wird mit Sperrungen insbesondere im Bereich der Bahnhofstraße gerechnet, aber auch entlang der Streckenführung des Demonstrationszuges.

Die Versammlungsbehörde rechnet mit Behinderungen im Straßenverkehr und rät dazu, im Stadtgebiet mehr Zeit einzuplanen und Sperrbereiche möglichst weiträumig zu umfahren. Auch der öffentliche Nahverkehr in Plauen kann am Freitagabend und am Samstag von Umleitungen, Verspätungen und Ausfällen betroffen sein.

Wie viele Menschen dem Aufruf von „Projekt M1llion“ am Ende tatsächlich folgen werden, bleibt abzuwarten. Klar ist schon jetzt: Plauen steht ein politisch aufgeladener und logistisch anspruchsvoller Protesttag bevor.

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