Bunter Demonstrationszug für Vielfalt durch die Innenstadt
Beim fünften Christopher Street Day in Plauen ist ein bunter Demonstrationszug weitgehend friedlich durch die Innenstadt gezogen. Nur in einem Fall musste die Polizei wegen verbotener Symbole einschreiten, angekündigte Gegenproteste blieben aus.

Entschlossener Aufzug für Sichtbarkeit und Rechte
Trotz hochsommerlicher Temperaturen haben rund 500 Menschen beim CSD in Plauen ein buntes und entschlossenes Zeichen für Vielfalt gesetzt. Dem Aufruf des Vereins CSD Vogtland folgend, zog die Demonstration durch die vogtländische Innenstadt, um für mehr Sichtbarkeit sowie die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Interpersonen (LSBTIQ*) zu demonstrieren.
Rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchquerten nach Angaben der Versammlungsbehörde in einem rund zweistündigen Aufzug die Plauener Innenstadt. Unter dem Motto „Wir sind laut, wir sind bunt – Wir sind das bunte Hinterland“ startete der Zug auf der Wiese vor dem Oberen Bahnhof und führte über Friedensstraße, Straße der Deutschen Einheit, August-Bebel-Straße, Kaiserstraße, Reißiger Straße, Hammerstraße und Syrastraße zum Unteren Graben. Vor dem Neuen Rathaus fand eine Zwischenkundgebung statt, ehe der Aufzug über Unterer Graben, Marktstraße, Altmarkt, Kirchstraße und Teichgasse planmäßig am Malzhaus endete.
Polizei meldet überwiegend friedlichen Verlauf
Aus Sicht der Versammlungsbehörde ist der Aufzug friedlich verlaufen. Während des Demonstrationszuges wurden keine Verstöße gegen die erteilten versammlungsrechtlichen Beschränkungen festgestellt. Diese umfassten unter anderem Vorgaben zur Lautstärke und zu mitgeführten Gegenständen.
Insgesamt ziehen die Behörden eine überwiegend positive Bilanz, da die Kundgebung größtenteils friedlich blieb. Eingreifen mussten Einsatzkräfte am Rand der Versammlung dennoch: Gegen einen 23-Jährigen und einen 25-Jährigen, beide deutsche Staatsangehörige, wurden Anzeigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erstattet.
Die zeitweisen Verkehrseinschränkungen entlang der Strecke beschränkten sich nach Angaben der Behörde auf die unmittelbare Aufzugsroute. Bereits passierte Abschnitte wurden sukzessive wieder für den Verkehr freigegeben, auch der Straßenbahnverkehr konnte nur zeitweise betroffen sein.
Das im Anschluss am Malzhaus ausgerichtete Familien- und Straßenfest war nicht Bestandteil der angezeigten Versammlung.
Angekündigte Gegenproteste bleiben aus
Im Vorfeld war bei der Versammlungsbehörde neben dem CSD-Aufzug zunächst auch eine Gegenversammlung für den gleichen Tag angezeigt worden. Diese Anmeldung wurde jedoch bereits Ende Juli durch den Veranstalter zurückgenommen.
Für den CSD selbst hatte der Veranstalter 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angezeigt. Tatsächlich beteiligten sich nach Angaben der Versammlungsbehörde rund 450 Menschen am Aufzug durch die Stadt. Angekündigte Gegenproteste fanden nicht statt.
Nach dem Anschlag in Berlin: CSDs unter genauer Beobachtung
Der CSD in Plauen fand vor dem Hintergrund des schweren Anschlags auf Teilnehmer des Christopher Street Days in Berlin statt. Dort war ein 21-jähriger Mann laut Ermittlern mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau kam dabei ums Leben, 29 Menschen wurden verletzt oder schwer verletzt.
Wie aus Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hervorgeht, war der Tatverdächtige Abdul B. den Behörden seit Jahren bekannt. Bereits als Jugendlicher fiel der in Berlin geborene Deutsche mit libanesischen Wurzeln in der islamistischen Szene auf und war dem Verfassungsschutz bekannt.
Vor diesem Hintergrund erhalten CSD-Veranstaltungen und ihre Sicherheitsvorkehrungen bundesweit besondere Aufmerksamkeit. Umso bemerkenswerter ist es aus Sicht der Behörden, dass der Aufzug in Plauen nach jetzigem Stand weitgehend störungsfrei verlaufen ist und angekündigte Gegenproteste ausgeblieben sind.







