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Plauen Nachrichten
  • Freitag, 8 Mai 2026, 15:32 Uhr | Lesezeit ca. 5 Min.

Kl Institut im Vogtland gegründet: So soll in Plauen KI aus der Hochschule in die Anwendung kommen

Kl Institut und Duale Hochschule Sachsen setzen in Plauen auf souveräne Künstliche Intelligenz

In Plauen ist ein Modell gestartet, wie Künstliche Intelligenz künftig unter eigener Kontrolle entwickelt und in Unternehmen sowie Verwaltung eingesetzt werden kann: Das KI Institut – AI Fabric und die Duale Hochschule Sachsen (DHSN) haben eine Hochschulallianz unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand in der Hempelschen Fabrik in Plauen im Beisein von Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow statt.

Kl Institut und Duale Hochschule Sachsen setzen in Plauen auf souveräne Künstliche Intelligenz. Foto: S. Höfer
Kl Institut und Duale Hochschule Sachsen setzen in Plauen auf souveräne Künstliche Intelligenz. Foto: S. Höfer

Ziel der Kooperation ist es, KI nicht nur anzuwenden, sondern eigene KI-Modelle, Anwendungen und Kompetenzen in Deutschland aufzubauen – auf Basis kontrollierter Daten, wissenschaftlicher Forschung und konkreter Anwendungsfälle. Das KI Institut beschreibt sich dabei als gemeinnützige Initiative, die Infrastruktur, Forschung und Praxis in einem regionalen Arbeitsraum verbindet.

Warum das KI Institut als Ansatz für mehr Datensouveränität beschrieben wird

Künstliche Intelligenz gilt in dem Konzept als Schlüsseltechnologie für Wirtschaft, Verwaltung und Bildung. Gleichzeitig steigen laut Darstellung die Anforderungen an Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und Datensouveränität. Viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen seien derzeit auf externe KI-Plattformen angewiesen – und gäben damit Kontrolle über Daten und Anwendungen ab.

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Das KI Institut setzt hier an und will einen kontrollierten Arbeitsraum schaffen, in dem KI auf Basis regionaler Daten entwickelt, getestet und angewendet werden kann. Damit sollen technologische Abhängigkeiten reduziert und eigene Handlungsfähigkeit aufgebaut werden.

Was in Plauen konkret aufgebaut werden soll

Das KI Institut will Infrastruktur, Forschung, Praxis und Ausbildung zu einem System verbinden, das KI direkt in die Anwendung bringt. Geplant ist der Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur für Modelltraining und Anwendungen. Sie soll als technologisches Rückgrat dienen, um KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben.

Praxisprojekte mit Unternehmen und Verwaltung

Ein Schwerpunkt sind Praxisprojekte, bei denen konkrete KI-Anwendungen direkt in Unternehmen und Verwaltung umgesetzt werden. Als Beispiele werden unter anderem genannt:

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  • Strukturierung von Bürgeranfragen in Verwaltungen
  • Vorbereitung von Entscheidungen
  • Koordination komplexer Kundenanfragen im Mittelstand
  • Unterstützung bei Angeboten, Wissen und Prozessen

Forschung, Entwicklung und Bildung als Ergänzung

Neben der Praxis soll es Forschung und Entwicklung geben – mit dem Ziel, nachvollziehbare und übertragbare KI-Modelle zu entwickeln. Hinzu kommt der Bildungsbereich: Es sollen Fachkräfte aufgebaut werden, die KI nicht nur nutzen, sondern verstehen und weiterentwickeln können.

Rainer Gläß, Geschäftsführer des KI Instituts, formuliert den Anspruch so: „Deutschland braucht nicht nur Strategien für Künstliche Intelligenz. Wir brauchen Orte, an denen KI unter eigener Verantwortung praktisch wird.“ Weiter sagt er: „Genau daran arbeiten wir: Wir schaffen einen gemeinwohlorientierten Arbeitsraum, in dem Unternehmen, Verwaltung, Hochschule und Gesellschaft KI verstehen, erproben und in konkrete Anwendungen überführen können.“

Welche Rolle die Duale Hochschule Sachsen in der Allianz übernimmt

Mit der Hochschulallianz soll die Verbindung von Forschung, Lehre und Anwendung im Bereich Künstliche Intelligenz enger werden. Prof. Dr.-Ing. Frank Schweitzer, kommissarischer Rektor der Dualen Hochschule Sachsen, sagt: „Mit der Hochschulallianz schaffen wir die Grundlage, um Forschung, Lehre und Anwendung im Bereich Künstliche Intelligenz enger miteinander zu verzahnen.“ Studierende und Forschende würden in diesem Rahmen an realen Problemstellungen arbeiten und ihre Ergebnisse in die Praxis bringen.

Zudem entwickelt die DHSN einen internationalen Studiengang für Angewandte KI, der gezielt Fachkräfte für diese Infrastruktur ausbilden soll.

Aussagen zur Bedeutung für Südwestsachsen

Die Initiative wird als Beispiel dafür beschrieben, wie Regionen im Strukturwandel eigene technologische Kompetenz aufbauen können – mit Relevanz über Südwestsachsen hinaus. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow betont in seinem Statement die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Er sagt, durch die Allianz würden Forschung und Entwicklung sowie Lehre zielgerichtet mit der Anwendung und einem konkreten Produkt verknüpft. Dadurch werde der Einsatz von KI auch in kleinen und mittleren Unternehmen konkret, wovon vor allem die Wirtschaft in Südwestsachsen und darüber hinaus profitieren könne.

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Was mit „souveräner KI“ gemeint ist

Souveräne KI wird im Konzept so beschrieben:

  • Daten kontrolliert nutzen
  • Systeme nachvollziehbar betreiben
  • Technologien offen und prüfbar gestalten
  • Verantwortung sichtbar beim Menschen belassen

Für Unternehmen wird damit die Erwartung verknüpft, Prozesse zu verbessern, Entscheidungen zu beschleunigen und mehr Kontrolle über eigene Daten zu behalten. Für Verwaltungen werden mehr Struktur, Transparenz und bessere Entscheidungsgrundlagen genannt.

Dr. Jens Krüger, Vorsitzender des Beirates des KI Instituts und CEO von Newwork Software, sagt: „Gute KI macht die Welt nicht simpel. Sie macht Komplexität beherrschbar.“ Und weiter: „Verwaltungen können so Anfragen schneller strukturieren und Entscheidungen besser vorbereiten. Mittelständische Unternehmen werden in die Lage versetzt, komplexe Kundenanfragen, Angebote, Wissen oder Prozesse besser zu koordinieren.“

Politische Vorab-Statements aus dem Vogtland

Der Plauener Wahlkreisabgeordnete Jörg Schmidt (CDU) sagt: „In den vergangenen Monaten haben wir daran gearbeitet, in Plauen das geplante ‚KI-Institut‘ in der Hempelschen Fabrik anzusiedeln.“ Die vogtländischen Landtagsabgeordneten Jörg Schmidt, Sören Voigt und Andreas Heinz sehen großes Potenzial für Wirtschaft, Hochschule und das Vogtland. Jörg Schmidt äußert zudem: „Ich würde mir wünschen, dass auch die Frage in den Fokus rückt, wie wir künftig mit Beeinflussung durch KI umgehen können.“

Sören Voigt sagt zur Entwicklung: „Nun kann das Institut seine Arbeit aufnehmen und unsere jahrelangen Bemühungen tragen die erhofften Früchte. Das ist ein großer Erfolg für die Region. Insgesamt sind wir damit beim Thema KI im Vogtland hervorragend aufgestellt.“

Ort und Rahmen der Unterzeichnung

Die Vertragsunterzeichnung war am Freitag, 8. Mai 2026, 10 Uhr, in der Hempelschen Fabrik. Die Allianz wurde in Plauen im Beisein von Staatsminister Sebastian Gemkow unterzeichnet.

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