- Dienstag, 7 April 2026, 08:38 Uhr | Lesezeit ca. 2 Min.
Plauen sieht dem Handwerk beim Schrumpfen zu
Handwerk kämpft mit Nachwuchsproblemen und politischen Baustellen
In Plauen sorgt die Lage im Handwerk für deutliche Warnsignale. Viele Betriebe blicken unsicher in die Zukunft, weil der Nachwuchs fehlt und politische Rahmenbedingungen sie unter Druck geraten lassen.
In Plauen arbeiten noch 779 Handwerksbetriebe, doch etwa die Hälfte davon steht innerhalb der kommenden fünf bis zehn Jahre vor dem Aus, da sie keinen Nachfolger finden. Das schätzt Andreas Stephan, Geschäftsführer der Maler Plauen GmbH. Er sprach zum Jahresempfang der Stadt Plauen.
Junge Menschen entscheiden sich häufiger für Industriejobs, weil dort bessere Löhne gezahlt werden. Viele meiden das Handwerk inzwischen grundsätzlich. Besonders drastisch wirkt der Blick auf das Lebensmittelhandwerk: In der gesamten Stadt gibt es nur noch fünf Fleischer, so Stephan.
Stimmen aus einer Branche

Auch Stimmen aus dem Handwerk selbst unterstreichen die angespannte Lage. Neben dem Oberbürgermeister Steffen Zenner sprach der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Roland Ermer, der als „oberster Bäcker Deutschlands“ bezeichnet wird. Der Bäckermeister nutzte seinen Auftritt, um politische Missstände anzusprechen.
Forderungen an die Politik
Ermer betonte, dass es Reformen brauche – in der Rentenpolitik, in der Pflege und im Gesundheitswesen. Besonders wichtig sei es aus seiner Sicht, Arbeit wieder attraktiver zu gestalten. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung dürfe nicht weiter so stark belastet werden, dass vom Bruttolohn immer weniger Netto bleibe.
Eindrücke aus einem Plauener Unternehmen
Andreas Stephan, Geschäftsführer der Maler Plauen GmbH, schilderte ebenfalls die Situation im regionalen Handwerk. Er verwies darauf, dass allein in Plauen rund 800 Handwerksbetriebe ansässig sind – ein Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung dieser Branche.







