- Mittwoch, 1 April 2026, 13:34 Uhr | Lesezeit ca. 4 Min.
Kriminalitätslage im Vogtland und Plauen zeigt deutliche Anstiege
Polizeidirektion Zwickau legt Kriminalstatistik für 2025 vor
Die Polizeidirektion Zwickau hat die Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2025 vorgestellt. Der Zuständigkeitsbereich umfasst den Vogtlandkreis und den Landkreis Zwickau. Im Vogtlandkreis rückt vor allem Plauen mit der höchsten Kriminalitätsbelastung in den Fokus.

Zuletzt ist die Zahl der Straftaten deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 31.456 Delikte registriert, begleitet von höheren Fallzahlen in mehreren Deliktgruppen. Auch regionale Unterschiede treten klar hervor – besonders zwischen städtischen und ländlichen Bereichen.
Kriminalität erneut auf Wachstumskurs
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau nahm die Zahl der registrierten Straftaten um 16,8 Prozent zu. Die Häufigkeitszahl lag bei 5.981 Straftaten pro 100.000 Einwohner und damit weiterhin unter dem sachsenweiten Durchschnitt. Die Aufklärungsquote stieg auf 61,7 Prozent.
Deutliche Anstiege gab es insbesondere bei:
- Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit
- Betrugsdelikten
- einfachen Diebstählen
- einfachen Körperverletzungen
- Beleidigungen und vergleichbaren Delikten
Einschätzung der Polizeidirektion
Leitende Polizeidirektorin Marika Schwanitz sieht trotz der weiterhin vergleichsweise niedrigen regionalen Belastung Handlungsbedarf. Sie verweist auf drei Jahre steigender Fallzahlen und angekündigte Maßnahmen mit verstärkten Präsenz- und Kontrollstreifen im öffentlichen Raum. Zudem betont sie den hohen Stellenwert von Prävention insbesondere im Bereich der Betrugsdelikte.
„Nachdem die Kriminalitätsentwicklung seit 2017 sechs Jahre lang rückläufig war, registrieren wir nun das dritte Jahr in Folge wieder steigende Fallzahlen. Obwohl die Kriminalitätsbelastung in Südwestsachsen damit immer noch unter dem sachsenweiten Durchschnitt liegt, ist es uns als Polizeidirektion Zwickau wichtig, dem Anstieg der Fallzahlen entgegenzuwirken.“
Leitende Polizeidirektorin Marika Schwanitz
Entwicklung der Kriminalität in Plauen im Jahresvergleich
In Plauen wurde im Vergleich der Jahre 2024 und 2025 ein deutlicher Anstieg der registrierten Straftaten verzeichnet. Im Jahr 2024 waren 6.339 Delikte erfasst worden, während die Zahl 2025 auf 7.185 Fälle anstieg. Auch die Zahl der aufgeklärten Straftaten lag 2025 mit 4.750 Fällen spürbar höher als im Jahr zuvor, als 3.869 Delikte aufgeklärt wurden. Die Aufklärungsquote stieg damit von 61,0 auf 66,1 Prozent und zeigt eine verbesserte Erfolgsbilanz der Ermittlungsarbeit.
Entwicklungen in einzelnen Deliktbereichen
Gewaltkriminalität
Die Gewaltkriminalität stieg um 21,6 Prozent auf 1.280 Fälle. Die Aufklärungsquote lag mit 84,5 Prozent auf stabilem Niveau.
Rauschgiftkriminalität
Erfasst wurden 816 Straftaten – unverändert zum Vorjahr.
Nachwirkungen des Konsumcannabisgesetzes führten weiterhin zu weniger Cannabis-Fällen. Zugleich stieg die Kriminalität im Zusammenhang mit Crystal und anderen Betäubungsmitteln. Sichergestellt wurden:
- 23,2 Kilogramm Marihuana
- etwa ein Kilogramm Haschisch
- 2,1 Kilogramm Crystal
- 58 Gramm Amphetamin
- 2.908 Ecstasy-Tabletten
Kinderpornografie
Es wurden 269 Fälle registriert, ein Rückgang um 15,4 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 91,4 Prozent.
Straftaten mit Tatmittel Internet
Registriert wurden 2.987 Fälle. Weitere 3.069 Auslandstaten kamen hinzu, die nicht in die Statistik einfließen. Die Polizei geht von hoher Dunkelziffer aus.
Betrugsdelikte
Die Zahl der Betrugsstraftaten stieg auf 3.970 Fälle, ergänzt durch 2.959 Auslandstaten. Insgesamt entspricht dies einem Anstieg um 25,4 Prozent. Der Schaden erreichte rund 17,5 Millionen Euro.
Eigentumsdelikte
- Wohnungseinbruchdiebstähle: 336 Fälle, 21,7 Prozent aufgeklärt
- Kraftwagendiebstähle inkl. unbefugter Nutzung: 121 Fälle, 58,7 Prozent Aufklärung – ein hoher Wert im Zehnjahresvergleich
Regionale Unterschiede bleiben stabil
In beiden Landkreisen stieg die Zahl der Straftaten, im bevölkerungsreicheren Landkreis Zwickau jedoch stärker in absoluten Zahlen. Die Häufigkeitszahl lag:
- Vogtlandkreis: 6.060
- Landkreis Zwickau: 5.798
Die stärkste Belastung hatten erneut Zwickau und Plauen. In beiden Städten entfiel jeweils rund ein Viertel aller Straftaten. Plauen erreichte mit 10.779 Straftaten pro 100.000 Einwohner die höchste Häufigkeitszahl.
Niedrigste Häufigkeitszahl:
- Limbach im Vogtlandkreis: 933
Spannbreite im Landkreis Zwickau:
- zwischen 1.828 (Langenbernsdorf)
- und 8.947 (Zwickau)
Tatverdächtige im Überblick
Insgesamt wurden 12.091 Tatverdächtige ermittelt, rund drei Viertel davon männlich.
Altersstruktur:
- 77,7 Prozent Erwachsene über 21 Jahre
- 5,1 Prozent Kinder
- 9,9 Prozent Jugendliche
- 7,3 Prozent Heranwachsende
Bei Gewaltdelikten lag der Anteil der Tatverdächtigen bis 21 Jahre bei 31,9 Prozent – ein Rückgang um 7,1 Prozentpunkte.
Staatsangehörigkeiten:
- 76,1 Prozent deutsch
- 23,9 Prozent nichtdeutsch, verteilt auf 86 Nationalitäten
- am häufigsten ukrainische, syrische, rumänische, tschechische und slowakische Tatverdächtige
Politisch motivierte Kriminalität rückläufig
Die politisch motivierte Kriminalität sank auf 679 Fälle – ein Rückgang um 300 Fälle beziehungsweise 30,6 Prozent.
Mit 494 Fällen machten rechtsmotivierte Straftaten knapp drei Viertel aus.
77,5 Prozent davon waren Propagandadelikte.
Weitere Werte:
- 29 Angriffe auf Amts- und Mandatsträger oder Parteieinrichtungen
- Aufklärungsquote im PMK-Bereich: 39,5 Prozent







