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WbG Plauen Geschichten: Liebesglück beginnt im Treppenhaus

Eine „Kaiserliche“ Liebesgeschichte aus der Dörffelstraße

WbG Plauen Geschichten: Liebesglück beginnt im Treppenhaus Der Sommer 2003 verspricht in doppelter Hinsicht heiß zu werden: Europa steht eine enorme Hitzewelle bevor – und den beiden jungen Plauenern Falk und Yvette das Liebesglück. Doch zunächst ist von diesen beiden Ereignissen noch nichts zu erahnen. Die Sonne scheint an jenem Freitag Nachmittag so kräftig vom Himmel, wie man das Ende Juni erwarten kann.

 

Und Falk Kaiser, wetter- und zweckgemäß in ein gelbes Achsel- Shirt und zerrissene Jeans gekleidet, biegt mit seinem von der WbG geliehenen Transporter wieder in die Dörff elstraße ein. Es ist die letzte, die große Fuhre seines Umzugs ins Haus Nummer 4. Romantische Gedanken beschäftigen ihn dabei kaum, liegt doch die letzte Beziehung in frischen Trümmern gerade erst hinter ihm. Von der Damenwelt hat der großgewachsene Bursche zunächst, wie er fast 14 Jahre später ungeschminkt zugibt, die „Nase voll“.

Auch im 1. OG der Dörff elstraße 4 prallen Amors Pfeile wirkungslos an den Fensterscheiben ab. Hinter denen beobachten Mutter und Tocher Chodaronok das Treiben vor der Haustür, welches ausgerechnet die Nachbarwohnung zum Ziel hat. Und die Mutter neckt Töchterchen Yvette: „Guck mal, hier zieht ein junger Kerl ein!“ Doch die ist nicht interessiert. „Sein Outfi t fand ich schon mal nicht berauschend, dieses gelbe Achsel-Shirt war wirklich schlimm. Und auch als Typ hat er mich gar nicht so angesprochen.“ Heute sitzen Yvette, die längst Kaiser heißt, und Falk in ihrer Wohnlandschaft und erinnern sich lachend der Geschichte ihres Kennenlernens. Auf dem Teppich krabbelt das erst 9 Monate junge Töchterchen Elly, während Sohnemann Eric, der schon 4 Jahre zählt, im Kinderzimmer lieber das freie Spielen genießt. „Wir erzählen das immer wieder gern“, schiebt der inzwischen 36-jährige Falk schnell ein, bevor Yvette den Faden wieder aufnehmen kann.

„Naja, meine Mutter meinte dann jedenfalls zu mir, dass hier sowieso keiner einziehen würde, der dann klingelt und fragt, ob ich mit ihm ausgehen wolle. Sie hat mich gern ein bisschen aufgezogen, weil ich nicht so der Discogänger war und deshalb dort auch keine Jungs kennenlernen konnte.“ Falk hingegen ließ es in jenen Jahren gern mal krachen. „Ich war früher schon so der Halligalli-Drecksau-Typ, der sich gern mal die Kante gegeben hat“, übernimmt er fröhlich grinsend. Meine Mutter hatte natürlich Sorge, dass das mit eventuell trinkfreudigen Nachbarn so weitergehen könnte. Dass das genaue Gegenteil eintreten würde, sollte sich freilich erst später herausstellen. Falk Kaiser plagten andere Sorgen: „Ich war dann später am Möbelrücken und unschlüssig, wie ich nun das Sofa am besten stellen sollte. Also klingelte ich bei Yvette und fragte, ob sie als Frau nicht mal schauen könne, sie habe da doch sicher ein besseres Gespür.“ Sie konnte, brachte noch einen Schulfreund mit und half dann bis in den Abend hinein, die schnuckelige 1-Raum-Wohnung einzurichten.

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„Und am nächsten Tag kam sie schon mit Kaffee und Brötchen!“ – „Meine Eltern hatten ja im Garten geschlafen, da war ich alleine und hatte nichts zu tun.“ – „Ja stimmt, und du hattest dieses blaue T-Shirt mit dem Manga-Comic an. Und noch kurze Haare, hinten so hochgegelt!“ Falk und Yvette erzählen ihre Story vergnügt im Ping-Pong-Stil, die Erinnerung gibt immer wieder kleine Details preis. „Schon in der Nacht hatten wir durch die Wand hinten so hochgegelt!“

Falk und Yvette erzählen ihre Story vergnügt im Ping-Pong-Stil, die Erinnerung gibt immer wieder kleine Details preis. „Schon in der Nacht hatten wir durch die Wand Klopfzeichen gemacht und uns SMS geschrieben.“ Die beiden jungen Leute beginnen sich füreinander zu interessieren. „Wir haben uns halt gut verstanden“, relativiert Falk. „Ich wollte mich ja gar nicht gleich wieder in die nächste Beziehung stürzen. Eigentlich.“ Auch die künftige Schwiegermutter stellte sich beim neuen Nachbarn vor, mit selbstgemachtem Wein. Der revanchierte sich mit Blumen und Pralinen. „Genau, und ich dachte, die wären für mich!“, wirft Yvette ein. „Ich hatte mich schon so gefreut ...“ In der Woche darauf wagen sich die beiden ins Kino: „Terminator III“. Falk klopft sich auf die Schenkel vor Lachen. „Das war der romantischste Film aller Zeiten!“

 

Inzwischen ist klar: Es hat gefunkt. Obwohl Falk noch immer etwas zögerlich ist. Und auch unsicher: „Wir waren dann mal mit der Schwiegermutter zusammen in der Stadt beim Optiker, wo ich mein Geburtsjahr angeben musste. Und dabei ist rausgekommen, dass Yvette ihren Eltern erzählt hatte, ich sei erst 18 oder 19 – und nicht schon 22. Dadurch ist mir dann erstmal wirklich aufgegangen, dass sie was von mir will.“ Knapp drei Wochen nach dem denkwürdigen Umzugstag stöhnt Europa schon unter der Hitze, Falk und Yvette aber kuscheln sich dennoch eng zusammen: Sie sind jetzt offi ziell ein Paar.

Die darauf folgenden Jahre sind von einer kleinen Wohn-Odyssee geprägt. Zunächst zieht Yvette rüber zu Falk, sie machen es sich gemütlich mit „nahezu täglich“ Spaghetti und Radieschensalat und lustigen Zockerabenden mit Videospielen. 2006 heißt die neue Adresse Wieprechtstraße, Yvette macht ihre Ausbildung. Zwei Jahre später siedelt das Pärchen an die Lutherstraße um und beginnt, über ein erstes Kind nachzudenken. Doch das Schicksal funkt dazwischen: 2009 muss Falk nach Leipzig wegen einer schweren Operation am Herzen, eine lange Reha-Zeit schließt sich an.

 

Und es begann im Treppenhaus„Da haben wir dann auch beschlossen, erstmal zu heiraten.“ Am 7. August 2010 werden die Ringe getauscht. Und im Januar 2013 ist es dann soweit: Eric erblickt das Licht der Welt. „Im Herbst dieses Jahres mussten wir dann aber ausziehen, obwohl die Wohnung an sich ziemlich cool war“, erzählt Falk. „Aber der private Vermieter hatte die Nebenkosten nicht bezahlt – und wir standen da ohne warmes Wasser. Das geht mit einem Baby natürlich gar nicht.“ An der Freiheitsstraße fi ndet sich eine neue Bleibe, der Erzieher Falk beginnt die Arzthelferin Yvette von einem zweiten Kind zu überzeugen, und damit ist klar, dass bald wieder ein Umzug ansteht.

Die Familie braucht mehr Platz. „Wir haben bestimmt ein Jahr lang nach einer neuen Wohnung gesucht. Das ist gar nicht so einfach, wie man denkt. Man will ja auch nicht, dass ein Gehalt allein nur für die Miete draufgeht.“ Es wird Sommer, Eric bekommt eine kleine Schwester, eine Lösung muss her. Doch erst im Januar werden die Kaisers fündig. „Marina Wagner von der WbG Plauen kannte uns noch aus der Dörff elstraße 4, und sie hat uns dann diese Wohnung hier vermittelt.“ Nur drei Eingänge weiter: Es ist die Hausnummer 10. Und Falk schwärmt: „Die Wohnung passt vom Schnitt, man kann ewig hier wohnen. Wir wollen hier auch nicht mehr ausziehen. Bei all den anderen Vermietern hatten wir immer Probleme, alles hat endlos gedauert. Das ist Gott sei Dank vorbei.

 

Wir haben einen richtig guten Draht zueinander. Also sollten wir jemals wieder umziehen, was ich aber nicht will, dann nur noch innerhalb der WbG. Das sage ich jetzt nicht nur, weil die das vielleicht gern hören oder lesen wollen, das meinen wir wirklich so.“ Für die 75 m² im vierten Obergeschoss und mit Balkon nach Südost zahlen sie nicht mal 500 Euro warm. Und die Umgebung kennen sie noch von früher. Sogar etliche Anwohner. „Viele Leute wohnen immer noch hier, die wir damals schon kannten. Und wir gehen oft an der Nummer 4 vorbei und sagen dann immer: Weißt du noch …“ Falk schaut zu Yvette, zwinkert und lacht. „Zum Beispiel, als dein Vater mir die Sicherung rausgedreht hat, wenn wir mal wieder laut Musik gehört hatten?“ Der Kreis hat sich geschlossen. Und zur Feier des Tages gibt es heute bei Kaisers zu Mittag – in Wirklichkeit aber zufällig, wie Yvette versichert – Kaiserschmarrn. (text & Fotos: wbg plauen)

 

2017-10-19



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