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Krisensitzung: Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale gefährdet

Sächsisch-Bayrisches Städtenetz: Massive Kritik am Entwurf für DeutschlandTakt

 

Nahezu alle Mitglieder des Bundes- und Landtages aus dem östlichen Oberfranken sowie das Sächsisch-Bayerische Städtenetz schlagen gemeinsam Alarm: Die Planungen der Gutachter für das Bundesverkehrsministerium sehen auf der Franken-Sachsen-Magistrale wegen zu geringer Fahrgastprognosen nur noch eine statt wie bisher drei Fernverkehrslinien vor. Die 25 Abgeordneten, Oberbürgermeister und Landräte* sind sich einig: Ein derart gestutzter Nutzen gefährdet die Wirtschaftlichkeit der Elektrifizierung bis Nürnberg. Dies ist das Fazit einer jüngsten Krisensitzung im Bayreuther Rathaus, an der auch Plauens Bürgermeisterin Kerstin Wolf in Vertretung von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer teilnahm.

 

Oberer Bahnhof Plauen

Nach dem neuesten Entwurf zum DeutschlandTakt soll es die Franken-Sachsen-Magistrale nicht mehr geben. Weder von Nürnberg nach Dresden noch nach Leipzig sind Fernverkehrszüge vorgesehen. Es verbleibt lediglich die Verbindung von Nürnberg über Marktredwitz und Schirnding nach Prag und von München und Regensburg über Hof nach Dresden. Reisende von Nürnberg nach Südwestsachsen und umgekehrt müssen in Marktredwitz umsteigen. Nach Prag sieht das Gutachten hingegen eine weitere Fernverkehrslinie von Nürnberg über Furth i. W. vor, ebenso von Nürnberg über Jena nach Leipzig.

 

„Diese völlig unstimmigen Linienführungen umgehen die Industrieregionen Ostoberfranken und Südwestsachsen. Sie sind nicht frei von politischem Einfluss und entsprechen den tatsächlichen Verkehrsströmen in keiner Weise“, betonen Politik und Experten der Konferenz. Erforderlich seien Direktverbindungen von Nürnberg nach Südwestsachsen und Dresden sowie von München, Regensburg nach Leipzig und Berlin wie auch in umgekehrter Richtung. Mit diesem seit langem geforderten, fachlich fundierten Linienkreuz und mit Neigetechnikzügen ließen sich schnelle Bahnverbindungen für Ostbayern und Südwestsachsen zu diesen Metropolen schaffen. Sie wären attraktiv genug, um die Menschen wieder von der Bahn zu überzeugen. „Genau diese Forderungen unterstützen wir als Stadt voll und tun alles, was in unserer Macht steht, um wieder zu einem attraktiven Schienenverkehr zurück zu gelangen“, unterstreicht Bürgermeisterin Kerstin Wolf.

 

Die geringen Fahrgastprognosen sind in erster Linie auf die missglückten Linienplanungen des DeutschlandTakts zurückzuführen. Dies zeigt auch die Fernverkehrslinie Nürnberg – Jena – Leipzig, die noch geringere Fahrgastzahlen aufweist als die Franken-Sachsen-Magistrale. Dennoch ist sie im DeutschlandTakt verblieben.

 

Leider setzten sich die Unstimmigkeiten auch bei der Gewichtung der fachlichen Einflussgrößen wie Reisezeiten, Umstiege und Tarife fort. Dort wird zu viel Wert auf die Reisezeiten gelegt, wodurch die Hauptstrecken in den Regionen gegenüber den Hochgeschwindigkeitsstrecken systematisch benachteiligt werden. „Wir erwarten, dass der Bund die Belange unserer Regionen berücksichtigt“, unterstützt Kerstin Wolf die Forderung von Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Zu den Ergebnissen des Treffens informierte Kerstin Wolf im letzten Plauener Stadtbau- und Umweltausschuss am.

 

*Auszug der Teilnehmer:

•       Plauen - Bürgermeisterin  Kerstin Wolf, i. V. OB Ralf Oberdorfer

•       Bayreuth - OB Thomas Ebersberger

•       Hof - OB Eva Döhla

•       Zwickau - Sebastian Lasch, BM für Finanzen und Sicherheit, i.V. OB Pia Findeiß

•       Marktredwitz - OB Marc Weigel

•       Chemnitz - Bürgermeister Bernd Gregorzyk, i. V. OB Barbara Ludwig

 

Außerdem MdLs und MdBs aus den Landkreisen, der Landrat von Hof und Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Oberfranken. (pl)

 

2020-10-05



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