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Kreisausschuss: Verein KARO stellt Anträge

Auf der Tagesordnung des Gesundheits- und Sozialausschusses im Kreistag standen am Mittwoch vier Anträge des KARO Vereins, welcher sich seit Jahren mit Prostitution und Frauenschutz im deutsch-tschechischen Grenzraum beschäftigt. Drei der Anträge wurden aufgrund plausibler Begründungen angelehnt.

 

Keinerlei Bedarf bestehe für die Förderung eines geplanten „Kinder- und Frauenschutzhauses“, da bereits ein Frauenschutzhaus in Auerbach als anonyme Zufluchtsstätte für Betroffene existiert. Der Bedarf an Notfallunterbringungen sei laut Verwaltung ohnehin rückläufig. Aus diesem Grund wurde vor Jahren das Frauenschutzhaus der Arbeiterwohlfahrt in Plauen geschlossen. Auch die Argumente von Kathrin Schauer, Vereinsvorsitzende von KARO und seit Jahren als Sozialarbeiterin unterwegs, wonach seit Anfang des Jahres 23 Frauen, darunter auch fünf aus dem Vogtland vom Verein untergebracht wurden, konnte die Ausschussmitglieder nicht umstimmen. Ebenfalls wurde die Finanzierung von Qualifikationskursen für ehrenamtliche Mitarbeiter, die dann vorrangig in Schutzeinrichtungen für Kinder und Frauen tätig sein sollen, abgelehnt. Es werden bereits Einrichtungen gefördert, welche über gut ausgebildetes Personal verfügen und auch die ehrenamtlichen Helfer in umfangreicher Form anleiten, so die Aussage der Kreisverwaltung. Die Kostenintensität für die geplanten Bildungskurse, die einen Stundensatz von 250 Euro ergab, schreckte zusätzlich ab.

 

Der Antrag zur Förderung eines Präventionsprojektes für HIV/AIDS wurde ebenfalls abgelehnt, da sich das geplante Vorhaben auf dem Gebiet der Euregio Egrensis erstrecke, also Hauptstandort Tschechien. Damit sei eher eine Förderung durch die EU möglich. Das Gesundheitsamt hat Mitarbeiter die umfangreiche Präventionsarbeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen leisten. Auch im Vogtlandkreis ansässige Prostituierte werden seit Jahren betreut. Außerdem wird intensiv mit der AIDS-Hilfe Westsachsen zusammengearbeitet, waren die Gegenargumente. Man konnte den Eindruck gewinnen, als wolle der Verein eine Doppelstruktur aufbauen. Die Verwaltung hatte daran aber kein Interesse, schließlich will man das Geld wohl auch nicht zum Fenster hinauswerfen. Beim letzten Antrag, worin es um die finanzielle Unterstützung der Babyklappe ging, kam eine regere Diskussion auf. Seit Dezember letzten Jahres hat der KARO Verein in der Nähe des Unteren Bahnhofes eine derartige Einrichtung installiert. Damals erklärte Schauer souverän, dass man die Finanzierung mit Spendengeldern meistere. Nun klafft ein Finanzierungsloch von 2838 Euro und dies solle der Vogtlandkreis schließen. Plauens Bürgermeister Uwe Täschner, der anwesend war, erklärte in knapper Form, dass die Stadt keine Förderung vornehmen werde. Unter seiner Regie bemühte sich im letzten Jahr eine Expertengruppe für einen optimalen Standort um eine Babyklappe zu errichten. Ausgewählt wurden zwei Objekte, darunter das HELIOS-Klinikum, KARO zählte nicht dazu. Ende 2008 wurde dann die Stadt von KARO vor vollendete Tatsachen gestellt. Täschner gab zu bedenken, dass der Standort der Babyklappe am Unteren Bahnhof nicht optimal sei. Schließlich brauche der Rettungsdienst zu lange zum Ort, falls ein Neugeborenes tatsächlich einmal abgelegt wird.

 

Auch Landrat Lenk sieht das so. Schlussendlich schlug er vor, das Finanzierungsdefizit für die jetzt bestehende Babyklappe bis zum Ende des Jahres auszugleichen, aber gleichfalls das Gespräch mit dem Helios Klinikum und dem Pflegeheim am Komturhof zu suchen, um einen geeigneteren Standort für die Klappe zu schaffen. (ce)

 

2009-08-28



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