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Mängelbilanz: Bremsen und Licht sind Spitzenreiter
Der technische Zustand der Autos in Sachsen liegt im bundesweiten Trend. Allerdings liegt die Zahl der Mängel nach wie vor auf hohem Niveau. Das geht aus der neuesten Prüfstatistik der Sachverständigenorganisation DEKRA hervor. Bei rund 450.000 Hauptuntersuchungen (HU) im Jahr 2010 stellten die Prüfingenieure von DEKRA im Freistaat bei 42 Prozent der Pkw Mängel fest. Bundesweit waren es 45 Prozent.
Gute Noten gab es in der wichtigen Kategorie der erheblichen Mängel. Hier blieben die Pkw in Sachsen mit 16,7 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 18,6 Prozent. Auch bei den geringen Mängeln (25,5 Prozent) schnitten die Autos in Sachsen leicht besser ab als im Bund (26,4 Prozent). 155 Fahrzeuge wurden von den Prüfern als verkehrsunsicher eingestuft und aus dem Verkehr gezogen. „Im bundesweiten Vergleich schneiden die Autos in Sachsen zwar etwas besser ab, allerdings dürfen wir nicht übersehen, dass die Mängelquote nach wie vor auf recht hohem Niveau liegt“, sagt Dr. Jens Walther, Leiter der DEKRA Niederlassung Dresden und Gebietssprecher für Sachsen.
„Besorgniserregend ist auch, dass jeder zweite festgestellte Mangel auf die Baugruppen Bremsanlage, Achsen, Räder, Aufhängung sowie auf die Lenkanlage entfällt“, warnt Dr. Walther. Die meisten Mängel betreffen die Bremsanlage (22,3 Prozent), die lichttechnischen Einrichtungen (23,6 Prozent), Achsen, Räder, Aufhängungen (19,6 Prozent), Fahrgestell, Rahmen (14,1 Prozent) sowie die Umweltbelastung (13,8 Prozent). Dagegen ist Korrosion, lange Zeit der Autofeind Nummer 1, von wenigen Ausnahmen abgesehen weiter auf dem Rückzug.
Die Statistik wird von Mängeln angeführt, von denen viele mit einem erhöhten Sicherheits- oder Unfallrisiko verbunden sind. Als die häufigsten nennt Dr. Walther gebrochene Fahrwerksfedern, verschlissene Bremsbeläge, zu hoch eingestellte Scheinwerfer, mangelhafte Bremsscheiben, ausgeschlagene Spurstangengelenke, ungleiche oder nicht ausreichende Bremswirkung, zu hohe Abgaswerte, poröse Bremsschläuche, Fehler am Airbagsystem und verschlissene Querlenkerlager. Nicht zu vergessen: „Die Autos werden häufig bereits durch die Werkstatt auf die periodische Hauptuntersuchung vorbereitet. Dadurch sind die im Verkehr befindlichen Fahrzeuge mit deutlich mehr Mängeln unterwegs“, stellt der Sprecher DEKRA Sachsen fest.
Ein weiteres Sicherheitsproblem ist der starke Anstieg der Mängelquote mit zunehmendem Fahrzeugalter. Wurden Pkw bis drei Jahren bei der HU nur zu 12,8 Prozent beanstandet, erhöhte sich dieser Anteil bei den über neun Jahre alten Fahrzeugen auf 63,8 Prozent. Der Anteil der erheblichen Mängel stieg sogar auf das Siebenfache von 3,6 Prozent auf 27,0 Prozent.
Dr. Walther: „An der Wartung vor allem älterer Fahrzeuge wird immer häufiger gespart. Im Jahr 2009 kamen laut DAT deutlich weniger Autofahrer zu Wartungsarbeiten und Verschleißreparaturen in die Werkstatt. Mit durchschnittlich 228 Euro gaben sie für Wartung weniger aus als im Jahr zuvor (239 Euro). Das hat Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit“ !
2011-03-01





