Das Theater am Scheideweg? - www.spitzenstadt.de

Plauener gefragt:

"Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer ist seit zehn Jahren im Amt. Sind Sie mit seiner Arbeit zufrieden?"




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Das Theater am Scheideweg?

Kolumne

Das Vogtlandtheater steht schon immer im Fokus vieler Kulturinteressierter. Nicht nur den Leistungen der Schauspieler, Tänzer und Musiker wird eine große Aufmerksamkeit geschenkt. Es dreht sich oftmals auch darum, wohin die „größte kulturelle Einrichtung der Region“, wie sie der Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer vor kurzem mit Nachdruck bezeichnete, steuert.

 

Mit der Benennung von Roland May zum Intendanten durch die so genannte „Intendantenfindungskommission“ startete eine ausgebreitete Debatte um dessen Personalpolitik. Noch während seiner Tätigkeit am Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau begann der gelernte Schauspieler die Personalplanungen für die neue Spielzeit in Plauen und Zwickau. Zahlreiche Verträge von vielgedienten Akteuren wurden nicht verlängert und das brachte so manchen Theaterfreund auf die Palme. Es war alles andere als ein optimaler Start für das Gespann Roland May und Volker Arnold, der als neuer Geschäftsführer für das Finanzielle die Zuständigkeit inne hat.

 

Doch trotz aller Kritik trafen viele der in der laufenden Spielzeit aufgeführten Stücke den Nerv des Publikums. Stehende Ovationen begleiteten die Künstler bei den zahlreichen gelungenen Premieren. Allerdings schwebt das finanzielle Damoklesschwert über den Spielstätten. Schauspieler, die keine Anstellung bei einem anderen Theater innerhalb einer Frist von drei Monaten bekamen, haben einen Anspruch auf eine Abfindung. Auf Anweisung des Aufsichtsrats im vergangenen Dezember sollten die Zahlungen unverzüglich erfolgen. Doch May und Arnold suchten die Konfrontation mit Aufsichtsratschef Jens Heinzig. Sie weigerten sich ohne Vorlage von getätigten Bewerbungen innerhalb der besagten drei Monate, die Zahlungen zu leisten. Schlussendlich stimmten sie aber der Überweisung von rund 130.000 Euro Abfindung für 13 ehemalige Ensemblemitglieder zu.

 

Die Bewältigung eines weitaus größeren Problems steht der Theaterleitung noch bevor. Das sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst verlangte bereits vor einigen Monaten ein neues Struktur- beziehungsweise Sparkonzept. Ein 3,1 Millionen Euro großes Finanzloch klafft und muss geschlossen werden. Die Stadträte von Plauen und Zwickau stimmten im vergangenen Herbst einem vorgeschlagenen Szenario, das ab 2011 beginnen soll, zu. Demnach werden 32 Planstellen gestrichen, was Einsparungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro bedeuten würde. Hierzu muss ein neuer Haustarifvertrag ausgehandelt werden. Eine Spartenschließung lehnten die Räte vorerst ab. Der Haustarif ermöglicht die Abweichungen vom üblichen Bühnentarif. Doch dazu bedarf es einer Vereinbarung mit den Gewerkschaften der Künstler. Die vier Vertretungen, darunter ver.di, kündigten derweil harte Verhandlungen an. Sie wollen keinem Haustarifvertrag in Verbindungen mit den geplanten Kündigungen zustimmen. Die Theaterleitung steht somit in diesem Jahr vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Denn ohne Haustarifvertrag, welcher Einsparungen von 1,2 Millionen Euro brächte, ist das Konzept am Scheitern. Es drohen weitere Entlassungen und darunter leidet schlussendlich das künstlerische Niveau.

 

Die Sparmaßnahmen wären allerdings ohnehin nur ein kurzfristiger Rettungsanker. Die beiden Kreisstädte Plauen und Zwickau sehen die Lösung des Problems in einer Gesellschafterbeteiligung der Landkreise Vogtland und Zwickau. Doch diese lehnten das auf der letzten Sitzung des Kulturkonvents, auf Nachfragen von den Oberbürgermeistern Pia Findeis und Ralf Oberdorfer, ab. Mit einem Einstieg in die Theatergesellschaft würden die Kreise am finanziellen Risiko beteiligt. Der vogtländische Landrat Tassilo Lenk fordert dazu längerfristige Aussagen zur Struktur und den Ausgaben des Theaters. Er führt zugleich das Argument der fehlenden Einnahmen des Kreises ab dem kommenden Jahr ins Feld. Trotzdem sei die Diskussion noch nicht abgeschlossen und das Thema nicht vom Tisch.

 

2010-02-03



Kommentar von Anne am 08.02.2010; 15:01:23 Uhr

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Bei allem Unschönen was in der Vergangenheit passierte, muss man anerkannen, dass mit Herrn May frischer Wind ins Theater kam. Das sollten wir nun endlich mal akzeptieren und anerkennen. Es geht um die Existenz des Theaters. Vielleicht trägt der frische Wind zum Erhalt bei. Fehlt nur noch ein warmer Regen aus Richtung Landratsamt. Denn bei allem Verständnis für Herrn Lenks liebstes Kind, die Schanze, gibt es außer Skisprungfans auch noch Kulturinteressierte, selbst im Vogtlandkreis.

Kommentar von doni am 07.02.2010; 18:26:43 Uhr

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Der May ist doch selbst Schuld! Viele Zuschauer sind in den letzten Jahren doch auch der Schauspieler wegen ins Theater gegeangen... Wenn er alle entlässt, braucht er sich doch nicht wundern.
Mir tun nur die Angestellten (aus Kostümabteilung usw.)leid - die sollen leiden und können nichts dafür.

Kommentar von Alex am 05.02.2010; 19:03:09 Uhr

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Nicht nur nörgeln, anpacken Leute. Warum schließt denn das Kino? Weil vielleicht einfach mal zu wenig Besucher kamen ...

Und anstelle der alten Theaterleitung nachzutauern, sollte man vielleicht besser zwei Karten für die nächste Vorstellung kaufen! Solang sich ein Herr Landrat nur für "seine Schanze" einsetzt, geht überall im Vogtland das Licht aus und das will sicher niemand.

Kommentar von Bernd Strobel, Krähenhügelstr.40 Plauen am 05.02.2010; 11:24:02 Uhr

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Eine Stadt,in der die Kultur langsam,aber sicher stirbt, (Kino) u. Theater demnächst ist doch sowieso zum Verkommen als "Gemeinde" vorprogrammiert.

Kommentar von Plauenerin am 04.02.2010; 11:45:12 Uhr

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Klar, dass man sich mit dem gekündigten Personal solidarisch erklärte. Allerdings sollten wir nun alle den Blick nach vorne richten. May hat gute Leute geholt und was bisher auf der Bühne geboten wurde war "erste Sahne". Aus einem Theater mit leicht verstaubtem Image ist ein moderneres Theater geworden. Die steigenden Zuschauerzahlen unterstreichen es. Vor allem ist es kein Theater mehr, wo jeder auf seinem Stuhl sitzt und wenn der Vorhang fällt, gehen die Leute nach Hause. Die Premierenfeiern finden regen Zuspruch. Viel wichtiger als Herrn May immer weiter zu kritisieren ist es, die finanzielle Situation in den Griff zu kriegen. Und da ist der Landrat im Zugzwang. Jetzt kann er mal zeigen wie wichtig oder unwichtig ihm Plauen ist.

Kommentar von Knut K. am 04.02.2010; 09:10:15 Uhr

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Na, das kriegt der May schon hin. Gutes Personal zu verkraulen war schliesslich auch schon in Zittau eines seiner erfolgreichsten Tätigkeiten. Leider...

Kommentar von Uhl, F. am 04.02.2010; 08:34:14 Uhr

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Ein alter Spruch lautet: "Wenn du kein Geld hast, dann gründe eine Bank".
Und so eine Bank, die auch noch richtig lamentieren kann, bekommt sogar vom Staat das Geld mit dem Trichter in den Allerwertesten gesteckt.

Kommentar von upl am 04.02.2010; 07:04:48 Uhr

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Na,ja passt doch Kino zu und Theater steht auch auf der Kippe.

Kommentar von zuschauer am 03.02.2010; 23:40:39 Uhr

landesbühne

das wird über kurz oder lang ne landesbühne, und die braucht kein mensch mehr, davon gibts genug. also zumachen oder zum bewährten konzept stehen.

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