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Spitzengeschichte 44
Betrübt waren die Ratsherren in ihren Sesseln versunken. Viktor Irmisch, der gute Stadtkantor zu Plauen, hatte das Zeitliche gesegnet, anno domini 1726, den 8. Juni. Ein Nachfolger musste her, was an sich kein Problem gewesen wäre. Denn Bewerber um den Posten, der zwar kein üppiges, aber immerhin ein regelmäßiges Einkommen versprach, standen reichlich bereit.
weiterlesen...Vom Konkurs zum Bankrott
Spitzengeschichte 43
Wie immer zu Zeiten der Kriegswirtschaft blühte das Geschäft mit dem Hanf (Cannabis). Die "Flockenbast", ein Betrieb zur Zwischenverarbeitung des Hanfs -Hanf ist wegen seiner Stabilität und der Länge seiner Faser von bis zu 40 cm in militärischer Anwendung von keiner anderen Faser ersetzbar- wurde an der Hammerbrücke eingerichtet. In der oberen Aue wurde die "Sächsische Spinnfaser" (später Zellwolle) -Zellwolle war Ersatzstoff für die für Deutschland unerschwingliche Baumwolle- gegründet und übernahm 1935 das Werk II der Vomag an der Leuchtsmühle, während das VOMAG-Werk III von der ”Industriewerke A.G.” übernommen wurde.
weiterlesen...Größter Konkurs der Automobilgeschichte
Spitzengeschichte 42
Es galt als Prestigeerfolg, als VOMAG-Wagen 1923 unter abenteuerlichen Bedingungen den "Ersten Staatswanderpreis für Lastwagen" bei einem Wettbewerb vor Moskau gegen hochrangige internationale Konkurrenz errangen. Gekrönt wurde er, als zwei Jahre später der sieben Pfund schwere Sowjet-Silberpokal, reich mit Edelsteinen besetzt, durch einen erneuten Sieg der VOMAG-Laster gegen die Daimler-Benz (D), die Packard (USA), die Steyr (Österreich), die FIAT (I) und gegen die Talbot (GB) endgültig in der Cranachstraße verblieb. Die Vomag gehörte zu den populärsten Fahrzeugherstellern im Deutschland.
weiterlesen...Textilkrise und Krieg
Spitzengeschichte 41
Bereits in den Jahren vor den ersten Weltkrieg erwies sich die Abhängigkeit vom Weltmarkt mehrfach vernichtend für den Textilstandort, so auch 1911. Dann kam der Krieg. Hatten die Plauener noch begeistert zum Auszug ihres hier stationierten Regiments gejubelt, grassierte in der Stadt bald Arbeitslosigkeit, Armut und bittere Not. Sticker, einst gesuchte, hochangesehene und ebenso bezahlte Spezialisten, legten zwangsweise die Hände in den Schoß.
weiterlesen...Der Deutsche Aar
Spitzengeschichte 40
Robert Zahn, Sohn eines 48er Revolutionärs, konnte und wollte mit dem Titel eines Stickmaschinenkönigs nichts anfangen. Von ihm hatte sich herum gesprochen, dass er sich, wenn Besuch aus dem Hause Wettin in der Vomag zu erwarten war, grundsätzlich auf Reisen begab. Damit verkörperte Zahn eine Souveränität, wie sie, in anderer Form, den Wirtschaftskapitänen Plauens seit Generationen zu eigen waren.
weiterlesen...Die erste Druckmaschine und andere Pläne
Spitzengeschichte 39
Als Robert Zahn die Vogtländische Maschinenfabrik AG (VOMAG) von Hermann Dietrich übernahm, war es für Plauener Verhältnisse schon fast zu spät. Das Gebiet der innerstädtischen Elsteraue, perfekt für die Ansiedlung eines expandierenden Betriebes geeignet, war vergeben. Der Zahnsche Betrieb in der Trockentalstraße aber drohte aus allen Nähten zu platzen.
weiterlesen...Eine Plauener Maschine verändert die Welt
Spitzengeschichte 38
In der Person des neuen, 42jährigen Chefs der VOMAG vereinten sich die besten Eigenschaften der alten Unternehmergeneration. Der Ingenieur Robert Zahn (Robert Zahn Weg) war ein Handwerker der versiertesten Art, wie es der alte Dietrich schon war. Auch er vereinte in sich die besten ingenieur-technischen Erfahrungen des Schweizer-, Kappeler- und Plauener Maschinenhandwerks.
weiterlesen...Die Pfaffenmühle Plauen
Spitzengeschichte 37
Am ersten Abend im Internat stellten sich die Neuen vor, die aus der ganzen Republik nach Waren an der Müritz zum Studium gekommen waren. „Ich bin aus'm Vogtland, aber des werd ihr net kenne“, spulte Andrea ihren Vers ab, als sie an der Reihe war. „Klar kenn' ich das“, rief da unerwartet eine der neuen Kommilitoninnen dazwischen. „Ich war dort als Kind mit meinen Eltern mal im Urlaub gewesen.
weiterlesen...Das Beste war für Plauen gerade gut genug
Spitzengeschichte 36
Plauens Wohnsiedlungen und Friedhöfe platzten um die Wende zum 20. Jahrhundert förmlich auseinander. Wanderte man andernorts im Reich noch immer nach Amerika aus, versammelten sich hier Industrielle, Händler, Beamte, Arbeitswillige, aber auch Glücksritter und Abenteurer aus ganz Europa. Die Stadt hatte für kurze Zeit eine der aufstrebendste Jüdische Gemeinden im Reich. Wie die Industriellen der Stadt verdienten, so bauten sie auch.
weiterlesen...Generationswechsel zur Jahrhundertwende
Spitzengeschichte 35
Wie es bei Königen und Kaisern ungeschriebenes Gesetz ist, dass Enkel (Friedrich II. Der Staufer - Enkel von Barbarossa, Friedrich II. Der Große - Enkel vom Großen Kurfürsten, Batu Chan - Enkel von Dschingis Chan) das Werk der Großväter glorreich zum Gipfel bringen, gilt bei Industriellen offenbar die Regel, dass Söhne das Erbe der Väter vergeigen.
weiterlesen...Schiffchenstickmaschine erobert die Welt
Spitzengeschichte 34
Im Jahr 1881 kamen zwei Männer gleichen Namens nach Plauen, mieteten sich am 28. Oktober einen Raum an der Hofer Straße und bauten bis zum Jahresende ihre ersten drei eigenen Stickmaschinen. Die beiden Gründer der neuen Fabrik "J.C. & H.Dietrich", die eigentlich nur eine Werkstatt war, kamen aus Chemnitz, besser aus Kappel.
weiterlesen...St. Gallen und Plauen im Patentkampf
Spitzengeschichte 33
Am 18. August 1900 erreichte die Plauener Spitzenproduktion zur Pariser Weltausstellung ihren Zenit. Die Kollektivpräsentation von 29 Betrieben erringt im Weltzentrum der Damenmode von Paris den Grand Prix und weitere hohe Auszeichnungen. Zu danken war dies der Perfektion in der Herstellung der Luftspitze, einem perfekten Imitat Irischer Häkelspitze neben der Tüllspitze, welche ihrerseits die Brüsseler Handspitze ersetzte. Die erste Luftspitze in Plauen stickte der Sticker Gottfried Prager in der Woche vom 17. bis 24. Mai 1882 in der “Stickerei Anton Falke”, Gartenstraße 33.
weiterlesen...Der Zengstnaus*
Spitzengeschichte 32
Wie ein vogtländischer Gemütsmensch von ungewöhnlicher Körpergröße einem vorlauten Berliner eine Lektion erteilte.
weiterlesen...Bickels maschinengestickte Spitze
Spitzengeschichte 31
Tüllspitzen, sogenannte "echte" Spitzen gibt es seit 1700. So die genähte Applikationsspitze aus Brüssel, die Häkelspitze aus Irland und die Klöppelspitze aus dem Erzgebirge. Produkte, die in ihrem hohen kommerziellen Wert neben dem Edelstein standen, mithin ausschließlich dem Luxus der führenden Aristokratie und der Kirche verfügbar waren. Für den Bürger, selbst den betuchten, blieb echte Spitze unerreichbar. Das sollte sich im Jahr 1881 durch die ungewöhnliche Erfindung eines ungewöhnlichen Mannes schlagartig ändern.
weiterlesen...Plauener Schmuggel-Stickmaschinen
Spitzengeschichte 30
Wie der gescheiterte Johann Christian Baumgärtel, der bereits 1790 nach England gereist war, um sich eine Spinnmaschine zu beschaffen, versuchte es ein halbes Jahrhundert später auch der Fabrikant Fedor Schnorr mit einer Stickmaschine aus der Schweiz; vergeblich. Ihm war es 1855 nicht gelungen, von der Pariser Weltausstellung eine moderne Schweizer Maschine mitzubringen. Er bekam, obwohl er den Rückweg über die Schweiz nahm, nicht einmal eine solche zu Gesicht. Doch kennen gelernt hatte er auf der Messe rein zufällig den Professor Friedrich Kohl von der kgl. Werkmeisterschule Chemnitz.
weiterlesen...David gegen Goliath
Spitzengeschichte 28
Im Vogtländischen Krieg von 1354 bis 1358 bekamen es die Herren von Weida, Gera und Plauen mit übermächtigen Gegnern zu tun. Kaiser Karl IV. und die Wettiner nahmen den Vögten den größten Teil ihres Besitzes ab. Der Titel ging dabei gleich mit flöten.
weiterlesen...Der Professor aus Wernesgrün
Spitzengeschichte 27
Das 19. Jahrhundert eröffnete einen völlig neuen Weg: die Schiene. Plauens Textilherren, welche die Stadt zur Lokomotive Sächsischer Wirtschaft machten, hatten daran ein ganz besonderes Interesse. So ganz neu war die Schiene allerdings nicht, denn bereits im 16. Jahrhundert hatten Freiberger Bergleute, zum Fördern von Erz, schienengeführte Wagen eingesetzt. In England sind 1825 zum ersten Mal Personen auf einem Dampfwagenzug befördert worden und die Eröffnung der weltweit ersten, ständigen Bahnlinie zwischen Liverpool und Manchester, wurde 1830 auch in Deutschland als Sensation begeistert aufgenommen.
weiterlesen...Der Kampfgeist eines Plauener Unternehmers
Spitzengeschichte 26
Im Jahre 1793 hatte der 25jährige Friedrich Ludwig Böhler (Böhlerstraße) in Frankfurt am Main seinen Arbeitsvertrag gelöst und war als Buchhalter nach Plauen ins Textil-Fabrikhaus "Schreiber & Co." gewechselt. Das 1786 durch Niederreißen eines Teiles der Stadtmauer vom Straßberger Tor bis zum Nonnenturm erweiterte Plauen hatte 5.000 Einwohner (vgl.: Berlin 150.000, Dresden 53.000, Leipzig 29.000) und die Plauener Baumwollwirtschaft ihre erste Blütezeit bereits hinter sich. Die technischen Neuerungen der Engländer im Maschinenbau, die Erfindung der Dampf- (1769) und Spinnmaschine (Spinning Jenny-1764) und des mechanischen Webstuhls (1785), ließen massenhaft und preiswert Textilien entstehen, welche die hiesigen Produkte vom Markt verdrängten.
weiterlesen...Explosion in der ehemaligen Frauenfabrik
Spitzengeschichte 25
Es ist Freitag, der 19. Juli 1918, ein heißer Sommertag. In der Kartuschieranstalt an der Parsevalstraße, vor dem Krieg ein Glühlampenwerk der AEG, produziert die 484-köpfige Belegschaft, fast alles Frauen, Waffennachschub für die Artillerie an den Fronten. Die meisten Arbeiterinnen wiegen Pulver und füllen es ab, andere steppen Kartuschsäckchen.
Episode weiterlesen...Der Beginn eines Vogtländischen Märchens
Spitzengeschichte 24
Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ist im Kurfürstentum Sachsen geprägt von rasanter Entwicklung der Textilindustrie. Schrittmacher ist die Stadt an der alten Handelsstraße zwischen Leipzig und Nürnberg. 1754 errichtete der Nürnberger Johann August Neumeister in Plauen die erste Sächsische Kattundruckerei.
weiterlesen...Kluge Köpfe mehren den Ruf Plauens
Spitzengeschichte 23
Schon sehr früh, stad Blawen (Plauen) erholte sich noch vom Dreißigjährigen Krieg, machten Bürger der jungen Stadt durch herausragende Leistungen auf sich aufmerksam. Einer der deutschen Frühdrucker, so nennt man die Pioniere der Polygraphie, entstammte einem Plauener Patriziergeschlecht: Andreas Betzel.
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