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Spritfresser überlegt einsetzen
Im Winter können Autofahrer besonders viel Kraftstoff sparen, wenn sie einige Grundregeln beachten. Sie müssen dafür noch nicht einmal größere Einbußen an Komfort in Kauf nehmen, sagen die Sachverständigen von DEKRA Plauen. So ist es in der kalten Jahreszeit wichtig, das Auto nicht im Stand warmlaufen zu lassen, sondern nach dem Start sofort loszufahren.
Damit verschwendet man keinen Kraftstoff und der Motor wird schneller warm. Generell verbraucht ein warmer Motor weniger Kraftstoff als ein kalter. Daher macht es auch Sinn, Kurzstreckenfahrten möglichst zusammenzulegen, auf denen Autos besonders viel Sprit konsumieren.
Michael Kaufmann, Leiter DEKRA Plauen rät: “Auf den ersten Kilometern empfiehlt es sich, mit dem Gasfuß zurückhaltend umzugehen, starkes Beschleunigen und hohe Drehzahlen zu vermeiden. Regelrechte Spritfresser sind die KIimaanlage, Sitz- und Heckscheibenheizungen. Sie sollten nur so lange in Betrieb sein, wie man sie wirklich braucht. Weiter schont es Geldbeutel und Umwelt, auf nicht benötigte Dachgepäck- und Skiträger und unnötigen Ballast im Auto zu verzichten. Eine regelmäßige Wartung des Motors, die Verwendung von Leichtlaufölen und ein am oberen Limit liegender Reifendruck wirken sich ebenfalls positiv aus.“
Saftlose Batterie
Bei winterlichen Temperaturen hat es die Starterbatterie im Auto schwer. Ihre Leistungsfähigkeit hängt entscheidend von der Außentemperatur ab. So richtig wohl fühlt sie sich eigentlich nur im Hochsommer, dann bringt sie die volle Leistung. Bei null Grad Celsius jedoch reduziert sich die Leistung der Batterie um rund ein Drittel - und das ausgerechnet dann, wenn der Motor durch das kalte, zähe Öl schwerer in Gang kommt. Für die Batterie bedeutet es Schwerstarbeit, und die ist nur bei voller Batterieladung zu schaffen.
Für den Winterbetrieb sollte man außerdem die Besonderheiten des elektrischen Bordnetzes seines Fahrzeuges kennen, erklärt Michael Kaufmann von DEKRA Plauen: „Die Lichtmaschine liefert bei Nenndrehzahl eine bestimmte Leistung zur Versorgung aller Verbraucher und zum Nachladen der Batterie. Im Winterbetrieb sind Verbraucher wie Beleuchtung, Gebläse oder Scheibenheizung länger als üblich am Netz. Außerdem wird die Starterbatterie beim Kältestart höher beansprucht und fordert damit die Lichtmaschine zusätzlich. Letztlich wird dem Motor mehr Kraft abverlangt. Das kann zu einem Kraftstoff-Mehrverbrauch bis zu 0,3 Litern pro Stunde führen. In jedem Fall sollten beim Kaltstart alle überflüssigen Verbraucher abgeschaltet sein.“
Moderne Technik - Starten ohne Schrecken
Dank moderner Technik hat die kalte Jahreszeit trotz Kälte und Schnee beim Starten der Motoren viel von ihrem Schrecken verloren: Statt minutenlangem "Orgeln" springen die Triebwerke der Fahrzeuge auch bei extremen Frosttemperaturen meistens schon beim ersten Versuch an und sterben beim Anfahren nicht ab. Elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung, funkenstarke Zündsysteme, aber auch dünnflüssige Mehrbereichs- und Leichtlauföle sowie leistungsstarke Batterien lassen den Autofahrer nicht mehr in der Kälte stehen.
Generell gilt: Je moderner ein Fahrzeug ist, umso einfacher sind die notwendigen Prozeduren beim Kaltstart. Moderne Einspritzmotoren kommen, unabhängig vom Vorhandensein eines Katalysators, ohne jeden Kunstgriff aus. Bei Vergasermodellen mit Startautomatik muss gegebenenfalls vor dem Anlassen das Gaspedal einmal durchgetreten werden. Auch bei älteren Motoren mit "Choke" dürften nach dem Ziehen des Knopfs keine Probleme auftreten.
Um jegliche Startschwierigkeiten zu vermeiden, sollte man niemals während des Anlassvorgangs Gas geben, rät Michael Kaufmann, Leiter DEKRA Plauen: „Sowohl bei modernen als auch älteren Motorengenerationen bringt der ‚Bleifuß’ im Stand die sorgsam berechneten Strömungsverhältnisse durcheinander, der Motor springt dann entweder unwillig oder gar nicht an. Das früher bewährte ‚Pumpen’ vor dem Starten kann bei Vergasermodellen nützlich sein. Beim ein- bis zweimaligen Durchtreten spritzt die Beschleunigerpumpe hier zusätzlich Benzin in den Ansaugtrakt. Von alleine versteht sich, dass bei Dieselmotoren erst nach dem Erlöschen der Vorglüh-Leuchte gestartet wird. Dies gilt auch im Wiederholungsfall. Um der Batterie bei Kälte das Starten zu erleichtern, sollten möglichst alle Verbraucher vor dem Startvorgang ausgeschaltet werden.
Springt der Motor nach einer Frostnacht trotzdem nur mit letzter Kraft an, empfiehlt es sich, die Batterie mit einem Ladegerät aufzuladen. In jedem Fall aber ist es sinnvoll, immer ein Starthilfekabel an Bord zu haben. Wenn gar nichts mehr geht, kann dann wenigstens ein freundlicher Autofahrer mit seinem Fahrzeug den nötigen Anlassstrom spendieren. (rw)
2012-02-05




